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App Annie: App Stores setzen 2016 so viel wie Serbien um

23.01.2017 | 14:17 Uhr |

Die Analytics-Firma App Annie hat eine Analyse des vergangenen Jahres des Business diverser App Stores veröffentlicht.

Während die weltweiten Smartphone-Märkte stagnieren und die bekannten Größen ihre Schwierigkeiten haben, die eigene Produktion an den Mann zu bringen, sind auf dem Markt für mobiles Business offensichtlich noch keine Grenzen erreicht. Die Marketing-Firma App Annie hat eine kurze Analyse des Geschäftsverlaufs im App Store und Google Play Store im Jahr 2016 veröffentlicht. Demnach kaufen die Nutzer mehr auf dem Smartphone ein und verbringen ebenfalls mehr Zeit in den Apps.

Laut App Annie haben die drei wichtigsten Parameter – Nutzung, Downloads und Umsätze – im Vergleich zu 2015 zugelegt. So haben die Google-Nutzer mit dem eigenen Smartphone insgesamt 900 Milliarden Stunden verbracht, 150 Milliarden Stunden mehr als 2015. Auch die Downloads konnten zulegen – um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 90 Milliarden Mal wurden Apps im iOS- und Google-Store heruntergeladen. Zwar hat sich der Trend fortgesetzt – zwei Drittel davon entfallen auf den Google Play Store. Der iOS-Store ist in diesem Jahr dank China gewachsen: Das Land hat zu 80 Prozent des Wachstums der iOS-App-Downloads beigetragen.

Die spiegelverkehrte Situation bei den Umsätzen hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt: die iOS-App-Umsätze haben rund zwei Drittel ausgemacht, die Google-Apps-Umsätze den Rest. Insgesamt haben die Nutzer in den beiden Stores im Jahr 2016 35 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Um diese Zahl in Relation zu setzen: So viel produzieren mittelgroße Länder wie Serbien im Jahr (BIP von Serbien 2016 – 36,5 Mrd. USD). Nimmt man nur die Umsätze im iOS-Store, müsste man mit Kleinstaaten wie Uganda oder Trinidad und Tobago vergleichen (24 Mrd. USD). Laut App Annie hat der App Store gegenüber dem Vorjahr bei den Umsätzen rund die Hälfte zugelegt, die App-Umsätze in China waren dabei ausschlaggebend.

Die Marketingfirma weist darauf hin, dass die Downloads und In-App-Käufe nicht die einzige Umsatzquelle sind. Rechnet man noch die Drittanbieter-Stores für Android und Marketing-Budgets, sind nach Schätzungen von App Annie rund 89 Milliarden US-Dollar mobil umgesetzt worden. Nicht zu vergessen ist der sogenannte Graumarkt in den Ländern wie China und Russland. Die Jailbreaks in den letzten Jahren wurden zunehmend von den chinesischen Firmen finanziert , die dann ihre Apps und Werbung ohne Apple an die Nutzer ausspielen können. Wie hoch dabei die Umsätze sind, lässt sich nur raten.

Bei den Spielen betitelt App Annie das vergangene Jahr als "das Jahr des Pokémon Go". Der Titel hat alle möglichen Rekorde geschlagen und für den wochenlangen Hype gesorgt. App Annie schätzt die Umsätze des mobilen Spiels gleichauf mit dem Hollywood-Blockbuster "Batman vs. Superman: Dawn of Justice" (rund 960 Mio. USD bis Ende 2016).

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