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App-Entwicker schulden Nutzern Update-Transparenz

13.05.2016 | 08:08 Uhr | Halyna Kubiv

Nichtssagende Update-Berschreibungen im App Store verlangen von den Nutzern blindes Vertrauen.

Als vor fast zehn Jahren die ersten iPhones bei den Testern, Bloggern und einfachen K├Ąufern langsam eintrudelten, musste sich jeder wundern: In der Verpackung fehlte das Bedienungshandbuch, das einen erschlagen konnte. Das mitgelieferte B├╝chlein war sehr d├╝nn und zeigte nur das Wichtigste, den Rest musste der Nutzer schon selber herausfinden. Und das klappte. F├╝rs Erste. F├╝r alles Weitere haben auch wir unz├Ąhlige Ratgeber und Tipps geschrieben.

Das iOS brachte nicht nur vermeintliche Benutzer-Freundlichkeit, sondern auch andere Update-Zyklen, die sich nach und nach auf andere Betriebssysteme und Apps verbreiteten. " Perpetual Beta " hat zwar Tim O'Reily noch 2005 prophezeit, gelebt wurde das Prinzip erst seit ein paar Jahren. Besonders sichtbar spiegelt es sich bei den mobilen Apps der gro├čen Anbieter: Gef├╝hlt jede Woche kommt ein Update der App, Facebook aktualisiert seine App f├╝rs iPhone in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden von zwei Wochen, die Nutzer k├Ânnen sich darauf einstellen, dass an jedem zweiten Donnerstag ein Update kommt. Der Messenger von Facebook ist noch rabiater: Im M├Ąrz hat der Entwickler die App f├╝nfmal aktualisiert.┬á

Zwar sind die st├Ąndigen Updates nichts Verwerfliches, ja sogar Gutes, denn es werden neue Funktionen gebracht und wom├Âglich L├╝cken geschlossen. Nur die Kommunikation von Facebook (Facebook, Messenger), Google (Youtube), Adobe (Adobe Viewer) gegen├╝ber den Nutzern findet nicht statt: Beim Messenger steht meistens als Erkl├Ąrung "Die App wird regelm├Ą├čig aktualisiert, um sie weiter zu verbessern. Lade dir die aktuellste Version herunter, um von allen verf├╝gbaren Funktionen und Verbesserungen zu profitieren. Danke, dass du den Messenger verwendest!" Adobe fasst sich noch knapper zusammen: "Minor bug fixes" in den letzten mindestens f├╝nf Aktualisierungen.

Zwar lohnt es sich nicht immer, eine ellenlange Liste aller kleinsten Ver├Ąnderungen aufzuschreiben. Apple hat sich ja auch beim letzten iWork-Update nichtssagende "Verbesserungen bei der Stabilit├Ąt sowie die Fehlerkorrekturen" erlaubt, zumindest haben die Apple-Entwickler ihr Versprechen gehalten ÔÇô es gab tats├Ąchlich keine nennenswerten ├änderungen an der Oberfl├Ąche.

Doch dies ist bei einem Update eher eine Ausnahme als die Regel, so sollen zumindest zwei bis drei wichtigsten oder sichtbarsten ├änderungen auch vom Entwickler in der Update-Benachrichtigung genannt werden. Die Nutzer werden quasi entm├╝ndigt, der Entwickler verlangt damit blindes Vertrauen, dass der neue Code tats├Ąchlich die versprochenen aber nicht n├Ąher definierten Verbesserungen bringt. Dem Nutzer wird auch die Entscheidungsfreiheit genommen, ob er tats├Ąchlich diese Neuerungen ├╝berhaupt am eigenen iPhone haben will.

Der Desktop sowie das weltweite Netz hat mittlerweile alle geschult, dass man alles mit einer gesunder Dosis Skepsis betrachten muss. Am iPhone und iPad soll sich dies nicht anders verhalten: Die Entwickler sollen vor einem (verh├Ąltnism├Ą├čig) m├╝ndigen Nutzer ausgehen und ihm die Informationen liefert, die ihm zustehen, schlie├člich muss er die App bedienen, und wenn er bei jedem Update nach der gewohnten Funktion ("Link in Safari ├Âffnen" in der aktuellen Facebook-App) anderswo suchen muss, vergeht der Spa├č schnell und die App fliegt vom iPhone herunter.

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