2210799

AppArtAward 2016: Apps, die Raum und Zeit sprengen

21.07.2016 | 13:33 Uhr |

Auch in diesem Jahr prämiert das ZKM (Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe) die besten künstlerischen Entwicklungen im Bereich der Apps.

Seit 2011 zeichnet das ZKM mit dem AppArtAward jährlich die besten künstlerischen Entwicklungen im Bereich der Applikationen für Smartphones und Tablets aus, schreibt die nach eigener Aussage weltweit einzigartige Kulturinstitution auf ihrer Website . Die Idee resultierte demnach aus der Erkenntnis, dass App Stores die Kategorie ”Kunst” nicht führen und damit künstlerische und zugleich höchst innovative Entwicklungen nur eine marginale Wertschätzung erfahren.

Der Sonderpreis "Connected Art" geht in diesem Jahr an Joanna Dauner für die Android-Applikation "Sacrificium" (2016). Die App greift die Idee der Verbindung zwischen der digitalen und der realen Welt auf. Dazu wird das Ritual des Opferlichtes genutzt. Der Nutzer verzichtet für zwei Stunden auf sein Smartphone, indem er eine reale Kerze in der Jakobskapelle in der Fischbachau in Bayern per App anzündet. Das Smartphone überträgt nun für zwei Stunden die brennende Kerze als Live-Stream, andere Aufgaben sind gleichzeitig nicht möglich. Unterbricht der Anwender den Live-Stream auf dem Handy, erlischt gleichzeitig die Kerze in der Kapelle.

Den Sonderpreis "Sharing" in Höhe von 10.000 Euro erhält Sammy Schuckert für die iOS-Applikation " thangs "  (2016). Mit Thangs lassen sich bei den eigenen Kontakten Sachen und Geräte ausleihen, die man selber nicht unbedingt kaufen möchte. Alle Nutzer mit der installierten App können die Anfrage starten, die App pflegt ebenfalls die Liste mit den geborgten Sachen, so dass er nicht langwierig in der Nachbarschaft fragen muss, an wenn der vergessliche Nutzer die Schlagbohrmaschine ausgeliehen hat. Auch die Kontakte, die sich für die Thangs-Plattform nicht angemeldet haben, kann man abholen, nach Wunsch per SMS oder Mail.

Der Sonderpreis "Art + Experience" in Höhe von 10.000 Euro geht an Fabian Schaub und Thomas Krüger für die iOS-App "Mimics" (2016). "Mimics" ist ein Team-Spiel für mehrere Mitglieder, die App zeigt einem Team die Grimasse, zuständig für bestimmte Gefühle. Das gegnerische Team soll anhand der Grimassen erraten, welche Gefühle die App gemeint hat. Die App ist für iOS und Android programmiert, leider noch nicht im Store für breites Publikum verfügbar.

Mit dem Sonderpreis "Virtual Reality" in Höhe von 10.000 Euro wird in diesem Jahr Sascha Haus für die iOS-Applikation "Raum" (2016) ausgezeichnet.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2210799