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Apple 2015: Neue S-Klasse beim iPhone

09.01.2015 | 10:21 Uhr |

Wirklich spannende Neuerungen kommen ganz oft erst mit der „S“-Version einer iPhone-Generation. Wir schauen nach vorne auf das iPhone 6S

Steve Jobs war der Ansicht, dass es genĂŒgt, das Erscheinungsbild eines Smartphones nur jedes zweite Jahr neu zu gestalten. Daran hĂ€lt sich Apple seitdem – zur Freude der Zubehörhersteller. Das abgeklungene, aber noch nicht völlig verstummte SkandĂ€lchen „Bendgate“, das sich um einige verbogene iPhone 6 Plus drehte, könnte in der Theorie ein Anlass fĂŒr eine Überarbeitung des GehĂ€uses sein, tatsĂ€chlich ist es aber unwahrscheinlich, dass Apple dies machen wird. Die Beschwerden hat Apple sowieso weitgehend ausgesessen. Die empfindlichen, lasergefrĂ€sten Kanten des iPhone 5/S hatte Apple problemlos in die zweite Runde ĂŒbernommen. Ganz ungehört sind die Beschwerden damals aber nicht verhallt. Denn Apple hat ganz dezent das Produktionsverfahren angepasst. So fiel die empfindliche Farbe Schwarz, bei der sich die Beschichtung der Kanten schnell ablöste, aus dem Programm und wurde durch ein anodisiertes Grau ersetzt.

Erste GerĂŒchte

– Laut Macrumors soll Pegatron mehr als die HĂ€lfte der iPhone-6S-Produktion fertigen. Bisher hat Foxconn den Großteil der iPhones montiert. Seit Tim Cook das Sagen hat, versucht Apple, die iPhone-Produktion auf mehrere Schultern zu verteilen. Zuvor hatte Pegatron bereits den Großteil der iPhone 5C gefertigt und auch einen Anteil des iPhone 6.

– Laut Berichten, die sich auf Zulieferer berufen, fliegt das bunte iPhone 5C 2015 aus dem Sortiment. Das Einstiegs-Smartphone hat Apples Erwartungen wohl nicht erfĂŒllt.

So wĂ€re es auch bei dem iPhone 6S möglich, dass Apple still und leise kleine VerstĂ€rkungen im GehĂ€use platziert oder den Aufbau des GehĂ€useinneren ĂŒberarbeitet, um ein Verbiegen noch unwahrscheinlicher zu machen. An der grundsĂ€tzlichen Form des iPhone 6 und 6 Plus wird sich jedoch nichts Ă€ndern.

Mehr Kraft

„Das S steht fĂŒr Speed“ sagte Steve Jobs 2009 zum iPhone 3GS. Das gilt auch heute noch ein StĂŒck weit. Dazwischen sollen neue Funktionen oder mehr Leistung fĂŒr den Unterschied beim „Zwischenmodell“ sorgen. Apple wechselt deshalb bei neuen iPhone-Modellen zwischen einem neuen GehĂ€use im einen und meist deutlich mehr Power im nĂ€chsten Jahr. Bisher spricht nichts dafĂŒr, dass sich Apple von dieser Tradition abkehren könnte.

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Laut Aussagen aus dem Apple-Marketing stand das „S“ beim iPhone 4S zwar fĂŒr „Siri“ und beim 5S fĂŒr „Security“, das Ă€ndert jedoch nichts daran, dass es die grĂ¶ĂŸten SprĂŒnge bei der Rechenleistung meistens mit den Zwischenmodellen gab – Ausnahme war das iPhone 5, das erstmals einen Dualcore-Prozessor hatte. Beim iPhone 5S gab es dann wieder einen großen Sprung, da es als erstes Smartphone ĂŒberhaupt einen 64-Bit-Prozessor erhielt und somit eine ganz neue Generation mobiler Recheneinheiten einleitete. Dass das aktuelle iPhone 6 zwar flotter ist als das iPhone 5S, aber nicht wirklich viel, spricht zusĂ€tzlich fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Upgrade beim kommenden iPhone 6S. Mit dem iPad Air 2 hat Apple bereits gezeigt, dass mit drei Prozessor- und acht Grafikkernen deutliche Steigerungen möglich sind. Das Vorbild iPad macht auch Hoffnung, dass Apple dem iPhone 6S endlich mehr Arbeitsspeicher verpasst. Bisher hat das iPhone 6 nur ein vergleichsweise mageres Gigabyte. Seit dem iPhone 5 von 2012 hat Apple an dieser Stelle nicht mehr nachgerĂŒs­tet. Das iPad Air 2 hat als erstes iOS-GerĂ€t zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, dies wird Apple auch dem iPhone 6S verpassen.

Ein Gigabyte wie im iPhone 6 ist zwar genug fĂŒr den Alltag, mehr Speicher sorgt jedoch dafĂŒr, dass mehr Apps gleichzeitig im Arbeitsspeicher verbleiben können und so schneller wieder starten, wenn der Nutzer sie aufruft. Auch aufwendige Spiele könnten vom grĂ¶ĂŸeren Arbeitsspeicher profitieren.

Die Kamera im nÀchsten iPhone

Beides halten wir fĂŒr unwahrscheinlich. Vielmehr vermuten wir, dass der iPhone-6-Nachfolger eine Kamera mit 21 Megapixel Auflösung verwendet, die Ultra-HD-Video-Aufnahmen (4K) unterstĂŒtzt. Zudem könnte das neue iPhone HDR-Video ermöglichen, indem es automatisch aus zwei unterschiedlich belichteten Aufnahmen eine dynamikreichere Version errechnet. Beim iPhone 6 hat Apple die Kamera bereits stark ĂŒberarbeitet. Sie liefert zwar keine spĂŒrbar bessere BildqualitĂ€t als das iPhone 5S, doch einiges, was zu besseren Aufnahmen fĂŒhrt. Dazu zĂ€hlen der optische Bildstabilisator, der wĂ€hrend der Aufnahme ohne QualitĂ€tsverlust Verwackler ausgleicht – auch bei Video oder der deutlich schnellere Autofokus. Das iPhone 6 verwendet fĂŒr die hintere Kamera den Sony-Bildsensor IMX219 und man kann davon ausgehen, dass auch der Nachfolger mit einem Sony-Bildsensor ausgestattet sein wird. Ein möglicher Kandidat fĂŒr eine neue iPhone-Kamera könnte der Bildsensor IMX230 sein. Das Unternehmen möchte diesen neuen Smartphone-Bildsensor mit 21 Megapixel Auflösung ab April 2015 ausliefern. Die FlĂ€che des 1/2,4 Zoll großen Bildsensors ist etwa 2,6 mal so groß wie der mit 1/4,0 Zoll sehr kleine Bildsensor des iPhone 6.

So bleibt trotz deutlich höherer Auflösung die GrĂ¶ĂŸe einer Fotozelle unverĂ€ndert bei 1,12 ÎŒm. Wegen des grĂ¶ĂŸeren Bildsensors muss dann auch das Objektiv zulegen. Der grĂ¶ĂŸte Vorteil des IMX230: 4K-Video-Aufnahmen und eine höhere Auflösung. Sollte Apple den neuen Bildsensor nicht verwenden, dann wĂ€re der Fotochip IMX214 eine Alternative. Dieser bietet mit 1/3,2 Zoll Diagonale eine etwas grĂ¶ĂŸere SensorflĂ€che als der Bildsensor des iPhone 6 und eine Auflösung von 13 Megapixel. In diesem Fall wĂŒrde sich an der iPhone-Kamera bis auf die Auflösung nichts Ă€ndern. Markus Schelhorn

Die große Unbekannte

Beim iPhone 3GS waren es der digitale Kompass, beim iPhone 4S Siri und Bluetooth 4.0 und beim iPhone 5S der Fingerabdrucksensor: Jede der bisherigen S-Versionen hatte ein neues technisches Gimmick, das letztlich ganz neue Anwendungsfelder erlaubte. Ob es eine solche Neuerung auch beim iPhone 6S geben wird, und welche das sein könnte, ist noch völlig unbekannt.

Ein Kandidat fĂŒr eine mittelgroße Änderung ist ein neuerer Bluetooth-Standard. Die Bluetooth-Sig, das Konsortium, das BT-Standards vereinbart, hat kĂŒrzlich Bluetooth 4.2 final verabschiedet. Version 4.2 soll den Stromverbrauch von Bluetooth-Gadgets wie FitnessarmbĂ€ndern weiter reduzieren können und zudem soll das sparsame Bluetooth-LE gleichzeitig etwa 2,5 mal so schnell sein wie bisher. Die schon lĂ€nger angekĂŒndigte Funktion, dass sich Bluetooth-Zubehör automatisch untereinander vernetzen kann (Mesh-Netz), fehlt in BT 4.2 weiterhin. Damit wĂ€ren weiterreichende und cleverere Bluetooth-Netze fĂŒr die Haussteuerung möglich. Bisher gibt es dafĂŒr nur einige proprietĂ€re Lösungen von wenigen Hersteller.

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