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Apple Afterburner: Mehr Informationen über die neue Videobeschleunigerkarte

11.12.2019 | 15:37 Uhr | Stephan Wiesend

Beim Kauf eine Mac Pro 2019 kann man eine spezielle Videobeschleunigungskarte dazukaufen, die sehr interessant für Video-Profis ist.

Bisher war über Apples neue Spezial-Karte Afterburner nur wenig bekannt, zusammen mit der Vorstellung des neuen Mac Pro hat Apple aber auch einige Zusatzinformationen veröffentlicht .

Bestellt man die Karte – sie funktioniert übrigens nur im Mac Pro 2019 – kostet sie 2400 Euro. Spezialisiert ist sie auf eine Spezial-Funktion: Das Abspielen und Decoden der Videoformate ProRes und Pro Res RAW. Arbeitet man etwa mit einem anderen Videoformat, ist sie nicht nutzbar, auch Interlaced Pro Res wird nicht unterstützt  – das Encoden übrigens ebenfalls nicht. Die Aufgabe der Karte ist es, die CPUs des Mac Pro zu entlasten und beispielsweise beim Videoschnitt das Abspielen von ProRes-Videos zu übernehmen. Die volle CPU-Leistung steht dann für andere Aufgaben zur Verfügung wie Effekte und Filter. Die Karte ist vor allem Video-Anwender interessant, die mit sehr hoch aufgelösten Material arbeiten – statt mit sogenannten Proxy-Dateien zu arbeiten, soll man mit dem Originalmaterial arbeiten können. Möglich ist es bei installierter Karte, bis zu sechs Streams 8K DCI ProRes RAW abzuspielen oder 23 Streams 4K Pro Res RAW.

Unterstützt werden dabei aktuell nur Final Cut Pro X, Motion, Compressor und Quick Time Player, laut Apple können aber Drittprogramme diese Unterstützung nachrüsten. Installiert wird sie im PCI Express Steckplatz 5, laut Apple liefert sie hier die optimale Performance. Man kann sie aber in anderen PCIe-Slots mit voller Länge installieren, also auch im Slot 3 oder Slot 4. Mehrere Karten sind gleichzeitig nutzbar, bis zu drei Karten werden unterstützt. Übrigens kann man die Karte auch noch nachträglich im Apple Store kaufen und selbst einbauen. Spätere Updates für Afterburnder sind anscheinend möglich, das System basiert auf einer FPGA und kann später von Apple mit neuer Software aktualisiert werden.

Externe Thunderbolt-Gehäuse werden nicht unterstützt, wie Apple eigens betont. Aber auch unter Windows, etwa per Boot Camp, kann man Afterburner nicht nutzten.

Unsere Meinung:

Apple empfiehlt bei der Auswahl der CPU auf die Ansprüche der geplanten Projekte und Workflows zu achten. Nach unserer Einschätzung ist das aber gar nicht so einfach: Ob eine Afterburner-Karte oder schnellere CPU sinnvoller ist, lässt sich wohl nicht immer sofort entscheiden. Was die Entscheidung nicht einfacher macht: Für das sogenannte Demosaicing (Rekonstruktion einer farbigen Rastergrafik) ist laut Apple bei ProRES wiederum die Grafikkarte zuständig – Apple empfiehlt deshalb, auch auf die geeignete GPU zu achten.

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