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Apple: Alternative Zahlungssysteme im südkoreanischen App Store

11.01.2022 | 12:50 Uhr | Thomas Hartmann

Seit September ist es in Südkorea Gesetz, dass App-Store-Anbieter wie Apple und Google von Entwicklern nicht mehr verlangen dürfen, für In-App-Käufe nur Zahlungssysteme der App Store-Betreiber zu verwenden.

Zum ersten Mal in der Geschichte seines App Stores muss Apple nun alternative Zahlungssysteme zulassen – um in Südkorea das neue Gesetz für Telekommunikationsgeschäfte zu erfüllen. Der Konzern wird daher ein alternatives Zahlungssystem zu einer reduzierten Servicegebühr als Teil der Compliance-Pläne anbieten, die bei der Korea Communications Commission (KCC) eingereicht wurden. Dem Gesetz hat die südkoreanische Nationalversammlung bereits im August zugestimmt. Bisher dürfen App-Entwickler keine andere Bezahlschnittstelle außer derjenigen von Apple nutzen, wofür der Konzern aus Cupertino in der Regel eine Provision von 30 Prozent einbehält. Dies wird sich nun in Südkorea ändern, wie Apple Insider berichtet . Noch ist nicht bekannt, ab wann die Umsetzung für die Änderung etwa für In-App-Käufe effektiv ist, noch, wie hoch die reduzierte Servicegebühr sein wird. Außerdem ist es Apple damit verboten, Entwickler davon abzuhalten, ihre Produkte auch auf anderen Plattformen zu vermarkten.

Apple sieht Probleme beim Datenschutz

Angeblich freut sich Apple darauf, mit der KCC und der Entwicklergemeinschaft an einer Lösung zu arbeiten, die den koreanischen Kunden zugutekommt, so Apple in einer Erklärung, die von "The Korea Harold" eingesehen wurde. Das Problem für Apple jedoch ist, dass dieses Urteil Signalwirkung auch für andere Länder und die dort betriebenen App Stores haben könnte. Apple generiert einen wichtigen Teil seiner Milliarden-Einkünfte aus dem Betrieb seiner App Stores. Alternative In-App-Zahlungsmethoden in weiteren Ländern könnten diese auf die Dauer deutlich schmälern.

Wir berichteten bereits in einem ausführlichen Artikel über den gerichtlichen Streit mit Epic über Fortnite ( im vorletzten Absatz wird auch das Urteil aus Korea erwähnt).

In Bezug auf das Epic-Urteil heißt es im Artikel: ”Aus der Formulierung geht nicht hervor, ob Apple verpflichtet ist, andere In-App-Zahlungsmethoden als die eigenen zuzulassen (wie es bei einigen anderen Apps der Fall ist), oder ob es Apps darauf beschränken kann, für alternative Zahlungen nur auf externe Websites zu verlinken”. Das Urteil aus Südkorea spricht hier eine deutliche Sprache – alternative Zahlungsmethoden sind auch in den App-Stores von Apple und Google zuzulassen.

Apple dagegen beruft sich beim eigenen Widerstand gegen diese Öffnung der Zahlungsmethoden nicht nur auf eigene Verluste, sondern auch auf eine Bedrohung für die Sicherheit sowie den Datenschutz und einen möglichen Vertrauensverlust bei den Konsumierenden.

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