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Apple, Amazon und Co. stellen sich gegen Abtreibungsverbot

30.06.2022 | 17:20 Uhr | Thomas Hartmann

Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA haben Millionen von Frauen im ganzen Land nur noch eingeschränkten oder gar keinen Zugang mehr zu Schwangerschaftsabbrüchen.

Der Supreme Court in Washington hat am vergangenen Freitag entschieden, dass ” Roe v. Wade ”, ein fast 50 Jahre altes Grundsatzurteil, durch welches Recht auf Abtreibung auf Bundesebene und in der Verfassung verankert war, gekippt. Damit verbleiben nun zahlreiche Frauen, die ungewollt schwanger sind, in einigen US-Bundesstaaten völlig ohne Recht auf Abtreibung, in einigen besteht dieses Recht nur eingeschränkt. In den ganz konservativen Fällen ist Abtreibung nicht einmal nach Vergewaltigung oder Inzest gestattet.

Das Medien- und Marketingunternehmen aus New England Mass Live Media listet auf, wie führende US-Unternehmen mit der neuen Situation umgehen.

Apple, Amazon und andere übernehmen Reisekosten für medizinische Versorgung

Bei Apple beispielsweise ermögliche es das bestehende Leistungspaket des Unternehmens den Mitarbeitenden, für eine medizinische Versorgung auch außerhalb des Bundesstaates zu reisen, wenn diese in ihrem Heimatstaat nicht verfügbar ist, so ein Apple-Sprecher laut CNN. Vorbildlich für den Datenschutz speichert Apple Health übrigens Zyklusdaten auf dem iPhone und nicht wie einige andere Anbieter in der Cloud, auf die Behörden von interessierten US-Bundesstaaten sonst zugreifen könnten.

Amazon als zweitgrößter privater Arbeitgeber in den USA teilte seinen Mitarbeitenden einem Bericht von NBC zufolge mit, dass man jährlich bis zu 4.000 US-Dollar an Reisekosten für nicht lebensbedrohliche medizinische Behandlungen, einschließlich Abtreibungen, zahlen werde. Diese Erstattungen gelten auch für andere nicht lebensbedrohliche Behandlungen. Demnach bietet Amazon jährliche Reisekostenerstattungen von bis zu 10.000 US-Dollar für lebensbedrohliche Behandlungen.

Auch das Transportunternehmen Uber bietet Versicherungsschutz für "eine Reihe von Leistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit, einschließlich Schwangerschaftsabbruch" und übernimmt nach einem Bericht der "New York Times" die Reisekosten für Mitarbeitende, die Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen und werde auch weiterhin seinen Fahrern die Rechtskosten erstatten, wenn ein Fahrer nach staatlichem Recht verklagt wird, weil dieser auf eigener Plattform einen Transport zu einer Klinik durchführte.

Microsoft erklärte sich gegenüber "Business Insider", dass es "Mitarbeitende und ihre eingeschriebenen Angehörigen beim Zugang zu wichtiger medizinischer Versorgung unterstützen wird – was bereits Dienstleistungen wie Abtreibung und geschlechtsangleichende Pflege umfasst, unabhängig davon, wo sie in den USA leben".

Netflix wiederum bietet eine Reisekostenerstattung für US-Vollzeitangestellte und deren Angehörige, die für medizinische Behandlungen wie Abtreibungen und geschlechtsangleichende Behandlungen reisen müssen, sagte ein Netflix-Sprecher gegenüber CNN.

Ähnliche Angebote haben oder führten aus aktuellem Anlass ein Unternehmen wie Nike, Starbucks, Warner Bros. und Yelp. Weitere Details finden sich ebenfalls in dem Artikel von "Mass Live Media".

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