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Apple: Apple Watch steckt noch in Kinderschuhen

17.06.2021 | 14:00 Uhr | Halyna Kubiv

Apples wichtiges Produkt ist nicht das iPhone, sondern die Apple Watch, ist sich Vice President Kevin Lynch sicher.

Apples Pressevertreter und Verantwortliche, die mit der Presse sprechen, sind so gut geschult, dass die meisten Interviews poliert und glatt, aber recht unspektakulĂ€r ausfallen. Anders ist es mit dem aktuellen GesprĂ€ch von Rene Ritchie (ehemals "iMore") mit dem Kevin Lynch, Vice President of Technology, und Deidre Caldbeck, aus dem Product-Marketing-Team fĂŒr Apple Watch . Ritchie begleitet Apple journalistisch seit mehr als zehn Jahren, auch Lynch und Caldbeck sind von ihren Aufgaben so begeistert, dass beim GesprĂ€ch einige interessante Erkenntnisse herauskommen.

Vor allem hĂ€lt Lynch die Apple Watch fĂŒr das wichtigste Produkt Apples. Klar, steht das iPhone momentan im Mittelpunkt, aber die smarte Uhr hat deutlich mehr Einfluss auf das Leben und vor allem auf die Gesundheit von Nutzern, sodass Apple das GerĂ€t immer mehr zum personalisierten Begleiter eines Menschen entwickelt. Lynch kam 2013 von Adobe zu Apple. Nach seinen Erinnerungen hatte er in seiner neuen Firma erst gar keine EinfĂŒhrung erhalten, weil sie quasi bereits obsolet war. Die GeschĂ€ftsleitung war unmissverstĂ€ndlich: "Du musst eine smarte Watch bauen, du kannst gleich anfangen." Wenn man sich die Geschichte der Computer anschaut, war spĂ€testens nach dem iPhone ganz logisch, dass Apple als nĂ€chsten Schritt eine Uhr herausbringt. Die Rechner wurden mit der Zeit immer kleiner, dafĂŒr aber leistungsfĂ€higer. Der nĂ€chst kleine Formfaktor nach dem iPhone war eine Uhr, die digitalisiert werden musste, so ist eben die Apple Watch entstanden.

Eines folgt aus dem anderen

Das Team spinnt diese Gedanken dann weiter, so Lynch und Caldbeck. Aus der Sturzerkennung bei der Apple Watch 4 ist dann eine Idee entstanden, wie man diese StĂŒrze verhindert, sodass der Nutzer erst gar keinen Notruf tĂ€tigen muss. Apple hat die Bewegungsdaten echter StĂŒrze ausgewertet und ist auf einige Parameter gestoßen, die statistisch signifikant bei der Sturzerkennung waren. Daraus ist ein Gangmodell entstanden, das mit einer hohen Sicherheit vorhersagen kann, ob ein Mensch sturzgefĂ€hrdet ist oder nicht. Interessanterweise setzen Entwickler dabei auf die Daten vom iPhone, weil das GerĂ€t in den meisten FĂ€llen in HĂŒfthöhe getragen wird. Die Apple Watch dient eher als eine zusĂ€tzliche Datenquelle.

Alles in allem verspricht Kevin Lynch noch mehr Neuerungen aus dem Bereich Gesundheit und Apple Watch. Das GerÀt ist demnach noch so neu auf dem Markt, dass weitere Neuerungen fast unvermeidlich sind.

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