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Apple-Event "Unleashed": Monster-Maschinen und Homepods in bunt

18.10.2021 | 21:50 Uhr | Peter Müller

Um Musik und den Mac ging es in Apples zweiter Herbst-Keynote 2021. Besonders die Macbooks Pro versprechen hohes Niveau.

Mit einer Show von einer Stunde hatten wir gerechnet, zehn Minuten vor 20 Uhr MESZ, als an sich alles gesagt war und Tim Cook wieder vor dem Apple Park in die Kamera sprach, hatten wir kurz das Gefühl, der Apple-CEO könne noch etwas sagen. Aber das war mit den Abschiedsworten des Dankes an alle Beteiligten und an die Zuseher draußen vor den Geräten auch schnell ad acta gelegt, das Programm für heute beendet. Das hatte es ohnehin in sich, mit der einen oder anderen Überraschung, trotz aller Vorhersagen der üblichen Leaker und Auguren. So konnten wir kaum glauben, dass Apple tatsächlich das eine unpopuläre Feature – die Ende 2016 eingeführte Touchbar – am Macbook Pro streicht, dafür aber ein anderes unpopuläres Merkmal vom iPhone auf das Macbook umzieht: Die Einkerbung am Bildschirm, auch "Notch" genannt. Die dürfte im Betrieb aber kaum stören. Überrascht waren wir auch von zwei kleineren Neuerungen beim Musikangebot: Eine neue, günstigere Stufe namens Apple Music Voice und Homepod Mini in drei neuen Farben. Davon hatten wir im Vorfeld nichts gehört.

"Unleashed" hieß das Motto auf Englisch, also etwa "Von der Leine gelassen". Auf Deutsch verspricht Apple "Neue Dimensionen" – hohe Erwartungen sind damit geschürt. Wahre Rechenmonster sollten folgen, aber zunächst hat es Apple locker angehen lassen.

Musik und Warpgeschwindigkeit

Schon gegen 18.40 startete auf Apples TV-App der Stream, zunächst nur mit einer Animation, wie man sie aus Star Trek und auch Star Wars kennt. Als ob man mit einem Raumschiff durch unendliche Weiten rast, leicht bläuliches Licht, die Sterne kommen also auf uns zu. Die Ambient-Musik zunächst von Hansol - ob die Namensähnlichkeit mit dem Besitzer des Milleniumfalken beabsichtigt war? 

"Orck" von Gesaffelstein leitet ab kurz vor sieben über in die eigentliche Show - der Titel war schon vor gut einer Woche zu hören, als Apple einlud. Countdown auf Null, eine typisch kalifornische Garage öffnet den Blick auf einen jungen Musiker, der die Startsounds alter und aktueller Macs sowie das Zuklappen der Schachter der Airpods sampelt und mit Logic daraus  Musik produziert. Den Track gibte tatsächlich in Apple Music, Shazam verrät den Titel: "OS". Der Künstler heißt A.G. Cook. Weder verwandt noch verschwägert mit dem Apple-CEO, aber der Brite hat tatsächlich ein Album namens "Apple" aufgenommen.

Musik und der Mac

So geht es laut Tim Cook an diesem Tag um zwei Themen: Musik und Mac, die an sich untrennbar zusammengehören. Der Musik-Part ist an sich recht flott erzählt, zunächst erklärt der populäre Apple-Music-Host Zane Lowe, was neu ist an Apple Music. Die Kuratoren des Dienstes haben sich Gedanken gemacht, wie man via Siri mehr Musik auf die Lautsprecher und Kopfhörer bekommt und zahlreiche Wiedergabelisten definiert, wie etwa "Musik zum Abendessen" oder solche für das Workout. Damit ist ein neues Angebot für Apple Music verbunden: Der Voice Plan. Dieser rundet ab diesem Herbst – ein genauer Termin steht noch nicht fest – das Angebot nach unten ab, kostet nur 4,99 Euro im Monat und bietet per Spracheingabe Zugang zum gesamten Angebot von Apple Music. Was fehlt, sind etwa Songtexte, Videos und 3D-Audio, dazu muss man das reguläre Apple-Music-Abo für 9,99 Euro im Monat lösen der das Familienabo für 14,99 Euro. M ehr Details zu Apple Music Voice finden Sie hier.

Homepod MIni in bunt

Nicht wirklich bahnbrechend sind die Nachrichten, die Apple zum Homepod Mini hat. Den wird es nun auch in drei weiteren Farben geben: Orange, Blau und Gelb, der Preis bliebt bei 99 Euro. Die neuen Farboptionen soll es ab Ende November zu kaufen geben. mehr Details lesen Sie hier .

Airpods mit einem zusätzlichen Modell

Dolby Atmos, respektive 3D-Audio ist eine Art Alleinstellungsmerkmal für die Apple Music (im regulären respektive Familienabo), bisher konnten nur die Airpods Pro und die Airpods Max das Format wiedergeben, künftig auch die dritte Generation der Airpods, dei auch das neue Dynamic Head Tracking unterstützen. Hierbei richtet sich der Mix auf den Airpods danach, wie man den Kopf relativ zur Quelle wie dem iPhone dreht. Bei Musik etwas irritierend, weit sinnvoller ist das aber beim Filme schauen. 

Das Design der neuen Airpods ähnelt dem der Airpds Pro, es fehlen nur die Siliconaufsätze in verschiedenen Größen. Die neuen Airpodds kommen mit einem adaptiven EQ, der den Soundausgang an die Ohren der Hörer anpasst, verzichten aber auf Acitve Noise Cancelling (ANC). Zusammen mit der in der Ladeschachtel gespeicherten Energie, die sich nun auch per Magsafe-Ladegerät hinzufügen lässt, kommen die Airpods auf 30 Stunden Laufzeit.

179 Euro kosten die die neuen Airpods, die der zweiten Generation bleiben für 129 Euro im Programm. Bestellungen sind ab sofort möglich, die Auslieferung verspricht Apple für die nächste Woche. Mehr Details zu den Airpods finden Sie hier .

M1 auf neuem Niveau

Vor etwa einem Jahr hatte Apple wie vier Monate zuvor angekündigt, die ersten Macs mit Apple Silicon gebracht: Macbook Pro M1, Macbook Air M1 und Mac Mini M1 waren im Prinzip alte Schläuche mit neuem Wein, der iMac M1 aus dem Frühjahr das erste Neudesign. Jetzt kommen wie erwartet die Macbooks Pro mit neuen Chips von Apple, der erste  Pro-Chip, den Apple speziell für Laptops entwickelt hat, erklärt stolz Hardwarechef John Ternus. Interessant an der Präsentation ist die umgekehrte Reihenfolge. Hatte Apple in seiner Geschichte meist erst das Produkt gezeigt und ist dann später auf die Details des Innenlebens eingegangen, steht nun der Chip im Vordergrund.

Der heißt weiterhin M1, bekommt in seinen beiden Varianten aber die Namenszusätze "Pro" und "Max". Die beiden unterscheiden sich vom M1 in der Zahl der Kerne und Komponenten. Eine eigene Display-Einheit erlaubt die Ansteuerung mehrerer extenrer Monitore, eine Thunderbolt-I/O-Einheit sorgt für mehr Schnittstellen. Die Anzahl der CPU-Kerne steigt auf zehn: Acht Kerne für die Performance und zwei energieeffiziente. Die GPU versammelt nun 16 (Pro) respektive 32 (max) Kerne auf dem SoC, der gemeinsame Arbeitsspeicher steigt auf 32 respektive 64 GB. Für Grafikintensive Aufgaben stehen in den Spitzenmodellen also nicht nur 32 Cores zur Verfügung, sondern auch 64 GB Videospeicher!

Die Verbesserungen gegenüber den Intel-Macbooks ist daher gewaltig, schon bei der CPU-Leistung aber noch mehr bei der GPU. Und gegenüber High-End-Notebooks mit x86-Chips steigt die Leistung pro Watt enorm an, entweder verbraucht man also bei gleicher Leistung weit weniger Energie oder hat bei gleichem Energieverbrauch ein vielfaches der Leistung. Mehr Details zu den neuen M1-Chips lesen Sie hier.

Um das Potential der Chips komplett auszunutzen, braucht man natürlich angepasste Software. Apple preist sein eigenes Betriebssystem macOS, nennt aber nicht einmal den Namen der neuen Version (Monterey) noch deren Erscheinungsdatum. Da aber die neuen Macbooks Pro ab sofort bestellbar sind und ab der nächsten Woche beim Kunden, Apple hat nun auch nach der Keynote den Termin 25. Oktober genannt - nächster Montag. Eine interessante Zahl nennt Apple dann doch 10.000 Mac-Programm seien mittlerweile nativ für die M-Architektur. Für Logic Pro und Final Cut Pro hat Apple zudem Updates mit interessanten Neuerungen gebracht .

Macbooks Pro im neuen Design

Kaum zu glauben, aber die neuen Macbooks Pro haben tatsächlich eine Einkerbung auf dem Bildschirm, aber dafür kehrt Magsafe zurück, ebenso HDMI.  Die Tastatur bekommt wieder physikalische Funktionstasten, die Touchbar ist damit Geschichte. Im Prinzip handelt es sich beim Keyboard um die das externe Magic Keyboard, das Apple intern auf das Macbook pro bringt. Interessant ist die Rückabwicklung des Designs von vor fünf Jahren. Neben der kontextsensitiven OLED-Leiste unterhalb des Bildschirms hatte Apple seinerzeit auf eine Schmetterlingstastatur gesetzt, die viel Kritik auf sich zog. Immerhin: Touch-ID ist geblieben, Face-ID gibt es dafür weiterhin nicht für den Mac.

Dafür wieder eine Vielzahl von Schnittstellen: HDMI, SD-Card-Slot, einmal Thunderbolt auf der einen Seite, auf der anderen Seite: zwei weitere  Thunderbolts, Kopfhörerbuchse und Magsafe. Zwei XDR-Displays lassen sich mit M1 Pro ansteuern, gar drei mit M1 Max, daz  ein weiteres 4K-Display  per HDMI.

Der Rahmen wird einfach dünner, die Kamera braucht aber Platz, daher die Notch, die gewissermaßen in der Menüleiste integriert wird, die ganz nach oben auf dem Bildschirm wandert und so mehr Platz gewährt, da sie den bisherigen Platz des Rahmens einnimmt. Im Betrieb sollte die Notch kaum auffallen. 

Das Display verwendet wie das des iPad Pro Mini-LED und Pro Motion, 1000 Nits dauerhafte Helligkeit seine gewährleistetm in der Spitze gar 1600 Nits, Der Kontrast beträgt 1 Million zu 1.

Die Frontkamera, bei frühren Modellen ein Ärgernis, hat Apple deutlich verbessert, die Auflösung beträgt jetzt 1080 dpi und die Blende  f/2.0.

Sechs Lautsprecher sind in den beiden Modellen mit 14 und 16 Zoll Bilddiagonale verbaut, vier Tweeter und zwei Subwoofer, die Mikrofone versprechen deutlich reduziertes Rauschen. Die Batterie soll bis zu 21 Stunden durchhaltenm innerhalb einer halben Stunde kann sie von null auf 50 Prozent geladen werden. Die Preise beginnen bei 2.249 Euro für das 14-Zoll-Modell und 2.749 Euro für den 16-Zöller. Alle Details zu den neuen Macbooks Pro finden Sie hier .

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