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Apple Fernseher ist tot, es lebe Apple TV!

25.03.2019 | 09:34 Uhr | Peter Müller

Lange wurde es über den möglichen Apple Fernseher spekuliert, mit Airplay 2 und dem kommenden Video-Angebot wird das Problem anders gelöst.

Der erste Montag im Frühling, bisschen kühl vielleicht, aber wir warten auf erwärmende Nachrichten aus Cupertino. Noch können wir uns nicht vorstellen, welche Lösung Apple heute Abend präsentiert, welches Problem überhaupt angepackt wird.

Kurz nach Steve Jobs’ Tod begannen Gerüchte über einen Apple-Fernseher die Runde zu machen, befeuert vom verstorbenen Apple-Gründer selbst , respektive dem Zitat, das Walter Isaacson in seiner Biographie untergebracht hatte: „Ich habe es endlich geknackt!“ Dies soll der bereits schwer kranke Jobs über das Fernsehen gesagt haben und natürlich liegt der Gedanke nah, dass der Produktvisionär eine Lösung vor Augen hatte, wie die schier unendliche Programmvielfalt sich in ein einfach zu nutzendes und überschaubares Produkt komprimieren lasse.

Vor allem in den USA ist die Situation mit den Kabelanbietern recht kompliziert, von den hunderten von lokalen und landesweiten Kanälen, die sie anbieten, benötigen die Kunden immer nur einen Bruchteil. Wie wäre es also, wenn Apple seine Nutzer eigene Pakete schnüren ließe, zu einem deutlich geringeren Preis als das Kabel-Abo und nur mit Inhalten, die die Leute wirklich wollen. So oder so ähnlich dürfte auch Steve Jobs gedacht haben, doch Ende 2011 und Anfang 2012 sprach die Szene nur von einem eleganten TV-Apparat, der ab 2013 die Wohnzimmer weltweit entern würde.

Mag sein, dass bei Apple Entwickler tatsächlich auch an einer revolutionären TV-Hardware arbeiteten, aber schlussendlich muss der Unternehmensführung klar geworden sein, dass kaum Marge in dem Mark zu holen sei. Zudem änderten sich die Anforderungen an die Technik rasend schnell: Waren Fernseher mit 720p (HD ready) und 1080p (HD) damals gerade so im Mainstream angekommen, war nur wenige Jahre später 4K der Standard. Heute darf es ein bisschen mehr sein, 8K oder gleich 16K. Wer investiert in solchen Zeiten in einen Fernsehapparat für mehrere tausend Euro, der ein oder zwei Jahre schon wieder technisch komplett überholt ist? Und muss wirklich der Fernseher selbst smart sein, genügt es nicht, wenn die Intelligenz in der Settopbox steckt und vor allem in den Service-Angeboten, die auf ihr laufen?

Genau da hat dann Apple angesetzt, mit dem Apple TV ist das Gerät ja da. Alle zwei bis drei Jahre wird es auf den neuesten Stand gebracht, kostet dem Verbraucher nicht viel, der für den Bildschirm sich selbst einen Erneuerungszyklus wählt. Mit dem neuen Airplay-Standard öffnet sich Apple sogar den Fernseher-Herstellern, die Schnittstelle in Form einer Hardware ist gar nicht mehr notwendig.

„Die Zukunft des Fernsehens sind Apps“ heißt es bei Apple auch seit 2015, jetzt wird es darum gehen, die vielen Apps so vernünftig zu bündeln und die Pakete zu solch attraktiven Preisen anzubieten, dass man an Apple Prime Video kaum noch vorbei kommt – die selbst produzierten Serien, Fokus, Shows und Filme sind dann nur noch eine nette Zugabe und vielleicht der letzte Anlass für viele, ihren Kabelvertrag zu kündigen.

Das wird der eine Aspekt von Apples Videodienst sein, der andere könnte in einem Bündel eigener Medienangebote bestehen. Apple Music, dazu die eigenen Videos, eine Zeitschriften-Flatrate und endlich mal ordentlich viel Speicher in der iCloud – dafür würde man gerne etwas Geld ausgeben. Skeptisch bleiben wir bezüglich der lokalen Verfügbarkeit – bei der Musik war es ja recht egal, auch, dass BeatsOne natürlich ein englischsprachiges Radioprogramm ist. Aber bei Filmen ist der hiesige Konsument Synchronisation gewohnt, schon untertitelte Originale sind den meisten zu fremd. Und so interessant US-Zeitungen wie das "Wall Street Journal" sind (die Times und die Post sind ja leider nicht dabei) – die Zeitung hätte man doch gerne auch deutsch, nicht nur die Lokalnachrichten. Wir freuen uns auf neue Erkenntnisse heute Abend ab 18 Uhr MEZ und eine ereignisreiche Restwoche danach.

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