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Apple Music begrüßt Neil Young nach Spotify-Abgang

31.01.2022 | 11:30 Uhr | Thomas Hartmann

Apple Music App nutzt die Gelegenheit, nachdem Neil Young wegen eines ihm inakzeptbalen Podcast-Machers bei Spotify dort seine Musik entfernen lässt, und weist nachdrücklich auf die eigenen Angebote hin.

Neil Young hat seinen Katalog vom Streamingdienst Spotify zurückgezogen, der Gründer des Musikstreamers Daniel Ek reagiert eher halbherzig . Der Grund war der Podcast des umstrittenen Podcasters Joe Rogan, der in einigen Folgen unwidersprochen Lügen über Covid-19 verbreitete oder dazu ”passende” Gäste wie den US-Virologen und früheren mRNA-Pionier Robert Malone holte, der in einem dieser Podcasts die Pandemie-Politik mit dem Holocaust verglichen haben soll. Weitere Hintergründe findet man dazu beim Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Klassischer Showdown – Young verlässt Spotify

Fast wie High Noon:“Es kann hier nur einen geben“, stellte Young den Anbieter vor die Wahl. Noch ist er auf Spotify mit zahlreichen Titeln vertreten, aber das dürfte sich bald ändern. So scheint bereits die vollständige CD ”Harvest” aus dem Musikdienst verschwunden zu sein, einzelne Titel sind aber noch hörbar.

Neil Young selbst war in der Kindheit an Polio erkrankt und ist ein entschiedener Befürworter von Impfungen, auch im Kontext von Corona. Spotify komme durch die Podcasts von Joe Rogen seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach, klagt Young. Unterstützung fand er bereits etwa durch seinen alten Weggefährten Joni Mitchell, aber auch beispielsweise von Peter Frampton oder Sebastian Bach. Auch von seinem früheren Musikkollegen David Crosby, der sich erst kürzlich sehr kritisch über Neil Young geäußert hat, oder dem deutschen Comedian Jan Böhmermann findet Young Zustimmung .

Dagegen halten etwa Whistleblower Edward Snowden, der einmal über drei Stunden von Joe Rogen interviewt wurde.

Spotifys ”beschissene Soundqualität”

Der Streamingdienst Spotify aus Schweden bedauere aber den Rückzug von Neil Young und hoffe, dass er bald zurückkomme.

Von Neil Young ist bekannt, dass er früher Streaming und digitale Musik generell fürchterlich fand. Offenbar gefällt ihm beispielsweise Apple Lossless deutlich besser als Spotify, dem er vorwirft, eine Kunstform ”kaputtzumachen”. Er fühle sich nach dem Abgang von Spotify  und deren ”beschissener Soundqualität” (‘shitty’ sound quality) jedenfalls wesentlich besser, fasst auch "The Verge" die neueste Entwicklung zusammen .

Mit den Neil Young Archives bietet der Künstler nicht nur sein gesamtes Lebenswerk mit Büchern, Videos und Fotos – sondern auch alle seine Songs (kostenpflichtiges Abo). Schon zu früheren Zeiten hatte Neil Young mit seinem Einsatz für die bestmögliche Qualität von Musik auch online oder auf Playern für Aufsehen gesorgt – der sogenannte Pono-Player mit der seltsam anmutenden Dreiecksform hat aber nur wenige Jahre überlebt.

Apple jedenfalls nutzt die Gelegenheit und macht nachdrücklich auf seinen Katalog mit Neil-Young-Musik   inklusive der neuesten Veröffentlichungen ”Barn” aufmerksam.

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