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Apple News Plus: Skepsis bei Verlegern

02.04.2019 | 14:23 Uhr | Peter Müller

Nicht alle Verleger kann Apple für seinen Abo-Dienst Apple News Plus überzeugen. Für viele gibt es mehr Nachteile als Vorteile.

Apple hatte letzte Woche seine Publishing-Partner für Apple News+ zu einer Party in einem Loft in Lower Manhattan eingeladen, berichtet "Vanity Fair" . Einer der Teilnehmer habe gespottet, es könnte sich auch um eine Totenwache handeln, denn noch ist die Skepsis groß, ob Apple News+ wirklich dazu beitragen kann, sinnvolle Geschäftsmodelle für Qualitätsjournalismus im 21sten Jahrhundert zu entwickeln.

Von den 10 US-Dollar Monatsgebühr behält Apple die Hälfte, die andere wird je nach Nutzungsdauer ihrer Magazine auf alle Verleger verteilt. Das ist wenig attraktiv für große Zeitungen wie die "New York Times" oder die "Washington Post", die eigene Digitalabos unterhalten, die ihnen nennenswerte Umsätze bescheren. Für kleinere Zeitungen und Zeitschriften könnte sich die Sache aber eher lohnen, da Apple mit der Plattform bald auf einer Milliarde Geräte weltweit vertreten sein wird.

Wer nur so um die 9000 Abonnenten für sein eigenes Digitalangebot habe, könne auf Apples Plattform setzen, rechnete ein Publisher vor. Einer der Großen ist bereits dabei, das "Wall Street Journal". Das hat aber auch damit zu tun, dass sein Besitzer, der Medienmogul Rupert Murdoch, ein großes Faible für Apple hat und an sich schon auf dem iPad bei dessen Start 2010 mit einer Zeitung dabei sein wollte. Die kam mit dem millionenschweren Experiment "The Daily" dann ein Jahr später und erwies sich als Millionengrab für Murdoch, der die Verluste aber verschmerzen konnte.

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