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Apple: Product Red hilft gegen Pandemien

01.12.2020 | 10:03 Uhr | Peter Müller

Licht am Ende des Tunnels, doch die Strecke ist noch sehr lang. Eine andere Pandemie ist weit schwerer in Griff zu bekommen.

Das Wort des Jahres ist irgendwie auch ein Unwort: Corona-Pandemie. Während an der Tatsache der Pandemie es nichts zu zweifeln gibt, aber leider immer noch sehr viel zu verzweifeln, ist das mit "Corona" natürlich so eine Sache. Die Corona der Sonne, mehrere Millionen Grad heiß, ist ein Faszinosum, das mexikanische Leichtbier gleichen Namens eher nicht. Corona-Viren gibt es vielerlei, nicht auszuschließen, dass jemand, der vor Jahren etwa in der Vorweihnachtszeit sich eine saisonale "Erkältung" eingefangen hat, tatsächlich mit einem der harmloseren Corona-Viren infiziert war und jetzt sogar immun gegen Sars-CoV-2 ist.

Aber Sars-CoV-2-Pandemie wäre zu sperrig und noch dazu voller Akronyme – und daher ist "Corona" in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen und meist weiß man ja, dass mit dem (Un-)Wort des Jahres leider keine Bierschwemme aus Mittelamerika gemeint ist.

Vielleicht schon heute erfolgt der erste Antrag auf Zulassung eines Impfstoffes in der EU, wenn alles gut geht, können ab dem vierten Advent Risikogruppen Impfungen bekommen. Bis dahin und weit darüber hinaus – bis zu zwei Jahre lang – hilft eben nur Abstand, Hygiene, Maske, Lüften. Dass das wirkt, merkt man auch an den herkömmlichen "Erkältungen", die in diesem Jahr offenbar so wenig auftreten, dass Hersteller von Vitamin-C-Tabletten oder anderen gegen Viren wirkungslosen Wellnessprodukten diesen Trick zu hassen beginnen.

Und in der ganzen Zeit der wichtigen und dringlichen Bekämpfung der aktuellen Pandemie ist die ebenso weiterhin wütende Pandemie, die vor etwa 40 Jahren ihren Ausgang nahm und gegen die man sich immer noch nicht impfen, aber vor der man sich immerhin recht gut schützen kann,  noch lange nicht vorbei. Das Akronym AIDS hat seinen Schrecken nicht verloren.

Global Fund mit Product Red unterstützen

Eine Infektion mit dem HI-Virus muss längst kein Todesurteil mehr sein, das gilt aber nur für wohlhabende Länder. Der Weg zu einer Therapie, welche wenigstens die Viren wirkungsvoll an der Vermehrung hindert, war aber lang und teuer. In Europa hatten die Infektionen in den Zehnerjahren wieder zugenommen, vor allem deshalb, weil viele Infizierten gar nicht wissen, dass Sie das Virus in sich tragen – in diesem Fall sind neben den gängigen Schutzmaßnahmen eben auch eine Vielzahl von Tests unerlässlich, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat nicht nur mit der aktuellen Pandemie zu tun, sondern auch damit zu kämpfen, dass sich Staaten wie die USA aus der WHO zurückziehen – den Fehler wird Joe Biden hoffentlich noch im Januar korrigieren. Dennoch werden private Initiativen also noch wichtiger. Hervorzuheben ist etwa der vom irischen Sänger Paul Hewson, den alle Welt nur als „Bono“ kennt, gegründete Global Fund, der vorwiegend in Afrika das Problem angeht. Dort sterben immer noch halbe Generationen an der mit viel Geld halbwegs in den Griff zu bekommenden Epidemie und hinterlassen eine perspektivlose Nachfolgegeneration. Auch der Global Fund kümmert sich derzeit akut um die Folgen der Corona-Pandemie, der Finanzbedarf der auf Spenden angewiesenen Organisation in diesem Jahr also noch deutlich gestiegen. "Im Kampf gegen AIDS bedroht COVID‑19 den Fortschritt eines ganzen Jahrzehnts," heißt es bei Apple auf der Website, die Pandemie würde medizinische Vorsorge und Pflege besonders erschweren.

Seit nunmehr 14 Jahren unterstützt Apple das NGO mit dem Product Red: Von den Gewinnen, die Apple mit den roten Produkten seiner Kollektion einfährt , spendet der Hersteller einen Anteil. Wie hoch der genau ist, ist unbekannt, doch da Product Red nicht teurer sind als ihre andersfarbigen Geschwister, gibt Apple die Kosten der Spende nicht an die Kunden weiter. Insgesamt hat Apple auf diese Weise für den Global Fund 250 Millionen US-Dollar eingesammelt, wie das Unternehmen heute auf seiner Website bekannt gibt – und auf die Kollektion verweist. In Rot bekommt man seit dem Modell XR dauerhaft auch das iPhone (zuvor nur einzelne Modelle und das nur beschränkt), erstmals gibt es die Apple Watch Series 6 als Product Red. Und dazu noch jede Menge Zubehör wie Armbänder und Hüllen.

Wofür Apples Spenden bisher aufgewendet wurden.
Vergrößern Wofür Apples Spenden bisher aufgewendet wurden.
© Apple

Die meisten Apple Stores sind ja nach wie vor nicht geschlossen, dennoch sollte man sie nur betreten, wenn es gar nicht anders geht und genügend Platz für Mitarbeiter und Publikum bleibt. Etwa wenn man ein Product Red sich zur Abholung im Store erworben hat … Aber heute werden die meisten der Filialen ihr Apple-Logo anlässlich des Welt-AIDS-Tages rot beleuchten. Das Symbol und vor allem die konkreten Spenden Apples an den Global Fund sind so sehr viel wichtiger als Black-Friday-Rabatte.

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