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Apple-Stellungnahme zu xCloud: Kein Cloud-Gaming im App Store

07.08.2020 | 16:13 Uhr | Stephan Wiesend

Ab September bietet Microsoft den Dienst xCloud, den Apple aber nicht auf iOS-Geräten haben will. Der Grund ist die fehlende Kontrolle über die Inhalte.

Für viele iPad- und iPhone-Nutzer wohl eine Enttäuschung: Wenn im September der Spiele-Dienst xCloud von Microsoft erscheint, wird der Xbox Abo-Dienst Spiele wie Halo, Gears oder Forza nur für Android-Tablets und Smartphones bereitstellen. xCloud oder auch Xbox Game Pass Cloud-Gaming ist ein so genannter Cloud-Gaming-Dienst von Microsoft, der auf Streaming basiert. Statt das Spiel lokal auf einem iPad oder iPhone zu installieren und zu spielen, verbindet man sich mit dem Xbox-Server und nur das Videobild des Spieles wird übertragen. Für 15 Dollar im Monat erhält man im Rahmen des Xbox Game Pass Ultimate Zugriff auf über hundert Spiele, die man plattformunabhängig auf allen Mobilgeräten nutzen kann. Eine bereits getestete Version für iOS wurde aber jetzt von Apple nicht freigegeben, eine iOS-Version wird es nicht geben.

Als Grund wurden bisher nur Probleme mit den Richtlinien des Apple Stores angeführt, gegenüber Business Insider hat Apple dies nun ausführlicher erklärt: Der App Store sei laut Apple als ein sicherer und vertrauenswürdiger Ort konzipiert worden. Bevor eine Apps hier erscheine, werde sie ausführlich auf das Einhalten von Richtlinien geprüft, um sowohl Kunden als auch Entwickler zu schützen.

Da aber Microsoft durch seinen Streaming-Dienst den Zugriff auf Spiele vermittle, die Apple nicht geprüft habe, habe man den Dienst nicht zugelassen. Im App Store gäbe es großartige Apps und Spiele von Millionen an Entwicklern und alle Dienste würden zugelassen, die sich an die Richtlinien des Store hielten. Alternativ könnten Entwickler Nutzer auch per Webbrowser erreichen, etwa über Safari oder einen anderen Browser. Auf Anfrage von Businessinsider, es gäbe doch auch Videodienste wie Netflix oder auch Spotify: Diese wären ein anderes Thema. Spiele wären ein anderes Medium, so würden sie etwa Interaktivität bieten und Nutzer des App Stores hätten bestimmte Erwartungen an das Angebot.

Microsoft ist aber nicht der erste Cloud-Gaming-Dienst, den Apple nicht zugelassen hat. Auch der ähnliche Dienst Stadia von Google ist nur unter Android zugelassen, nicht auf Apple-Geräten.

Wie The Verge anführt, scheint es aber doch Alternativen zu geben: So gibt es mit dem Dienst Shadow einen unter iOS erlaubten Cloud-Gaming-Dienst, auch hier kann man PC-Spiele per iPad oder iPhone streamen. Allerdings hält sich dieser Dienst in seinem Konzept an Apples Regeln, so mietet der Nutzer einen entfernten PC und kann auf diesem Rechner den Dienst Steam installieren und nutzen. Shadow tritt hier also nicht als Gaming-Anbieter auf, sondern stellt einen Rechner bereit. Wie man an der Zahl der Kommentare sieht, handelt es sich auch eher um eine Nischenlösung .

Unsere Meinung

Die Entscheidung von Apple ist bedauerlich, bietet doch der Game Pass Spiele, die wohl nie in einer iOS-Version erscheinen werden. Vermutlich will aber Apple nicht zuletzt die Einnahmen seiner Entwickler und den iOS-Store als Gaming-Plattform schützen. iOS-Spiele sind schon längst ein Milliarden-Geschäft und ein Abo-Dienst für hochwertige PC-Spiele wäre für viele iOS-Entwickler eine harte Konkurrenz.

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