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Apple-Streamingdienst: "Kein Sex bitte, wir sind Apple"

24.09.2018 | 15:53 Uhr | René Resch

Apple möchte in den Inhalten für ihren Streamingdienst möglichst auf vulgäre Ausrucksweise, Gewalt Drogen oder Nacktheit verzichten.

Es ist schon seit längerem bekannt, dass Apple plant, durch eigene Streaming-Produktionen samt Dienst mit Konkurrenten wie Netflix und Amazon gleichzuziehen. Wie nun das "Wall Street Journal" unter der Überschrift „Kein Sex bitte, wir sind Apple“ berichtet, verfolgt Apple dabei besondere inhaltliche Ansprüche. Möglichst jugendfrei und unpolitisch sollen die Inhalte sein. Laut Insidern möchte Apple keine Schimpfwörter, Gewalt oder Nacktheit in ihrem Content. Eine Show soll darum auch schon wieder gestrichen worden sein.

Apple hat für den Kauf von Filmen und TV-Serien oder für Eigenentwicklungen insgesamt rund eine Milliarde US-Dollar abgestellt. Laut dem Bericht möchte Apple in ihren Inhalten „dunkle Themen und Inhalte für Erwachsene“ möglichst vermeiden. Gewünscht sind „Qualitätsinhalte mit Stars und großer Anziehungskraft“; Gewalt, unnötige Sexszenen oder Ähnliches seien zu vermeiden. Angeblich soll das auf höchster Ebene so entschieden worden sein.

Dr.Dre-Serie bereits eingestampft

Tim Cook höchstpersönlich solle dafür gesorgt haben, dass die autobiografische Serie „Vital Sings“ über den Rapper Dr.Dre eingestampft wurde. Die Serie soll Gewaltszenen, Drogen- und Sex-Darstellungen beinhaltet haben. Der Rapper Dr. Dre war das Aushängeschild bzw. das Gesicht der Beats-Produkte (damals noch Beats by Dre).

Apple bleibt strikt

Nur wenige der über 20 verschiedenen Apple-Inhalte werden das amerikanische „TV-MA“-Rating (MA für Mature, zu Deutsch: Erwachsen) erhalten. Auch intern bei Apple soll es dazu heiße Diskussionen gegeben haben. Konkurrenten wie Amazon oder Netflix haben mit Inhalten, die ernstere Themen behandeln, weniger Probleme. Einige der Filmemacher, die Apple angeworben hatte, sollen zwischenzeitlich sogar schon wieder Projekte abgeblasen haben. So auch der bekannte Regisseur M. Night Shyamalan, der an dem Reboot von „Amazing Stories“ gearbeitet hatte. Apple gab ihm vor, er solle politische und religiöse Themen besser nicht behandeln.


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