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Apple Studio Display: Erster Consumer-Monitor seit über 10 Jahren

09.03.2022 | 12:00 Uhr |

Apple hat 8. März 2022 einen neuen 27-Zoll-Monitor vorgestellt. Er besitzt sechs Lautsprecher, drei Mikrofone, eine Kamera und USB-Anschlüsse. HDR oder ProMotion sucht man indes vergeblich.

Das ProDisplay XDR von Apple ist beeindruckend, aber mit einem Startpreis von 5.499 Euro (plus 1.099 Euro für den Standfuß!) ist es für die meisten Nutzer unerschwinglich, selbst für High-End-Enthusiasten. Auf seiner „Peek Performance“-Veranstaltung hat Apple am 8. März ein neues Studio Display vorgestellt – sein erster Monitor für „Normalanwender“ seit dem Thunderbolt-Display, das 2011 eingeführt und 2016 eingestellt wurde.

Das Apple Studio Display ist ein 27-Zoll-Monitor mit 5K-Auflösung und P3-Farbraum, ähnlich wie im 27-Zoll-iMac. Es verfügt außerdem über eine 12-MP-Kamera mit Center-Stage-Unterstützung, 3D-Audio mit sechs Lautsprechern, einen Ring mit drei Mikrofonen und mehrere USB-C-Anschlüsse, die Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s liefern, um schnelles Zubehör, Speichermedien und Netzwerke direkt mit dem Display zu verbinden. All diese Funktionen werden von einem integrierten A13-Prozessor verwaltet.

Mit einem Preis von 1.749 Euro (Standardglas) beziehungsweise 1.999 Euro (Nanotexturglas) ist das Apple Studio Display weitaus günstiger als das Pro Display XDR, obwohl es sich immer noch eindeutig um ein Premium-High-End-Produkt handelt. Vorbestellungen bei Apple sind ab sofort möglich. Das Display wird ab dem 18. März erhältlich sein. 

5K, Wide Color, kein HDR

Die grundlegenden Display-Spezifikationen des neuen Studio Display entsprechen denen des 27-Zoll-iMac mit Intel-Prozessor, dessen Verkauf Apple eingestellt hat.  

Der 5K-Retina-Bildschirm beherrscht eine Auflösung von 5.120 x 2.880 Pixel bei einer Helligkeit von 600 Nits. Dank dem großen P3-Farbraum und der Unterstützung von über einer Milliarde Farben werden Bilder laut Apple mit spektakulären Details zum Leben erweckt. Die True-Tone-Technologie passt die Farbtemperatur des Displays automatisch an die Umgebung an. Sie haben auf HDR, eine hohe Bildwiederholfrequenz, die variable Bildwiederholfrequenz Pro Motion oder andere moderne Funktionen gehofft? Dann hat Sie Apple sicher enttäuscht. 

Das Display verfügt in der Standardausführung (1.749 Euro) über eine Antireflexionsbeschichtung. Das Modell mit nanostrukturiertem Glas ist für 249 Euro Aufpreis erhältlich. Das Nanotexturglas, das erstmals beim Pro Display XDR verwendet wurde, streut das Licht, um die Blendwirkung weiter zu minimieren und gleichzeitig eine bestmögliche Bildqualität zu liefern. 

Die Höhenverstellung kostet 460 Euro extra

Mac-Benutzer beschweren sich seit Langem über die fehlende Höhenverstellung von Apple-Monitoren und iMacs. Es gibt im Handel zahlreiche Podeste und Ständer, um Apple-Monitore und iMacs ein paar Zentimeter höher zu stellen. Nun, wir haben eine schlechte und eine gute Nachricht. Und dann wieder eine schlechte Nachricht.

Das Studio Display ist hoch genug, um einen Mac Studio darunter zu stellen. Wenn Sie das Display aber nach oben oder unten bewegen wollen, kostet Sie das 460 Euro mehr.
Vergrößern Das Studio Display ist hoch genug, um einen Mac Studio darunter zu stellen. Wenn Sie das Display aber nach oben oder unten bewegen wollen, kostet Sie das 460 Euro mehr.
© Apple

Die schlechte Nachricht: Apple liefert das Studio Display nur mit einem neigungsverstellbaren Ständer, mit dem Sie den Winkel des Displays um bis zu 30 Grad einstellen können.

Die gute Nachricht ist, dass Sie das Display mit einem neuen neig- und höhenverstellbaren Ständer bestellen können, der Ihnen eine Höhenverstellung von 105 mm ermöglicht.

Die wiederum schlechte Nachricht: Diese Option erhöht den Preis vom Studio Display um 460 Euro! Alternativ ist auch eine VESA-Halterung (VESA Mount Adapter) von Apple verfügbar. Sie kostet stolze 219 Euro. 

Integrierte 12-MP-Kamera mit Center Stage

Das neue Studio Display ist nicht einfach nur ein Monitor. Es hat alles, was Sie brauchen, um Ihren Desktop-Mac Studio oder Mac Mini in einen iMac zu verwandeln. Das fängt mit der 12-MP-Ultraweitwinkelkamera an, wie sie auch in den neuesten iPads zu finden ist. Die Kamera unterstützt Center Stage – Apples Funktion zum automatischen Zuschneiden und Schwenken der Kameraansicht, um Personen im Bild zu halten. Damit wird das Webcam-Erlebnis mit einem Studio Display wahrscheinlich jedem anderen Mac auf dem Markt überlegen sein. 

Audio mit sechs Lautsprechern und drei Mikrofonen

Apple möchte offensichtlich nicht, dass man seinen Schreibtisch mit einem Haufen Lautsprecher vollstellt – also sind die gleich beim Studio Display mit dabei. Im Inneren des Monitors befindet sich ein System mit sechs Lautsprechern und Force-Cancelling-Tieftönern, das dem des 24"-iMac entspricht. Es unterstützt all die Dinge, die wir an der iMac-Lautsprechereinrichtung geliebt haben, einschließlich Wide Stereo und 3D-Audio mit Dolby Atmos. 

Der Ring mit drei Mikrofonen hat ein geringes Grundrauschen und eine Richtwirkung, wie beim 24"-iMac. Wir waren von der Klangqualität des iMac beeindruckt, und dieses Gerät wird wahrscheinlich ähnliche Ergebnisse liefern. Gut: Das Studio Display hört auch auf „Hey, Siri“ im Freisprechbetrieb. 

USB- und Thunderbolt-Anschlüsse

Das Studio Display hat drei USB-C-Anschlüsse mit einem Durchsatz von 10 Gigabit pro Sekunde. Das ist die Leistung von USB 3.2 Gen 2 und reicht für einfache Peripheriegeräte aus. Die Verbindung zum Mac erfolgt über einen einzigen Thunderbolt-3-Anschluss, der eine Bandbreite von bis zu 40 Gbit/s bietet. Das ist zwar ein Rückschritt gegenüber Thunderbolt 4, aber mehr als genug für ein 5K-Display mit 60 Hz und ohne HDR. Der Thunderbolt-Anschluss kann bis zu 96 Watt Leistung liefern, sodass Sie ein Macbook anschließen und aufladen können. Die Leistung reicht sogar aus, um das neue 14-Zoll-Macbook-Pro schnell aufzuladen. 

Ist dies der Ersatz für den 27-Zoll-iMac?

Der Monitor des Studio Display entspricht technisch dem 27-Zoll-iMac. Zusätzlich gibt es alle Funktionen, die man braucht, um einen Desktop-Mac – wie den gleichzeitig vorgestellten Mac Studio oder den Mac Mini – in einen iMac zu verwandeln. Das Studio Display besitzt eine Kamera, Lautsprecher, Mikrofone und Anschlüsse. Übrigens: Apple hat den 27-Zoll-iMac, eines seiner letzten verbliebenen Intel-basierten Produkte, zeitgleich mit der Vorstellung des Studio Displays von seiner Website entfernt.

Ist das Studio Display die Lösung von Apple für diejenigen, die einen größeren Desktop-Computer als den 24-Zoll-iMac wollen? Wird es überhaupt keinen größeren iMac geben, sodass alle, die einen größeren Bildschirm haben wollen, einen Mac Desktop (oder Laptop) und ein Studio Display kaufen müssen? Es sieht ganz danach aus. Die Zeit wird es zeigen, wenn Apple im Laufe des Jahres die Umstellung auf seine eignen Prozessoren und Chips vollzieht.

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