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Apple TV+, Apple Arcade: Services zu Kampfpreisen

11.09.2019 | 07:08 Uhr | Peter Müller

Ein halbes Jahr nach ihrer ersten Präsentation stehen nun auch Termine und Preise für Apples neue Services fest.

Man wolle sich nicht lange mit Updates aufhalten, sondern gleich in medias res gehen, sagte Apple-Chef Tim Cook gestern gleich zu Beginn der Keynote "By innovation only" – und begann seinen Vortrag dann doch mit Updates. Denn seit der Vorstellung von Apple TV+ und Apple Arcade Ende März dieses Jahres waren vor allem zwei Fragen offen: Wann genau im Herbst gehen der Film- und der Spieledienst an den Start und was kosten die Abonnements?

Vor allem die Antwort auf die zweite Frage überrascht: keine fünf Euro. Denn sowohl Apple TV+ als auch Apple Arcade kosten 4,99 Euro pro Monat, der erste Monat im Abo ist frei. Beiden Diensten gemein ist auch, dass man sie innerhalb einer Familienfreigabe teilen kann, also bis zu sechs Familienmitglieder Inhalte bekommen – für den gleichen Preis. Apple Music kostet für die Familie etwa fünfzig Prozent mehr als im Einzelabo, 14,99 Euro monatlich statt 9,99 Euro.

Besonders im Vergleich zu anderen Streaming-Anbietern ist Apple TV+ recht günstig, doch werden Abonnenten im Gegensatz zu Amazon Prime Video oder Netflix ein eher eingeschränktes Angebot vorfinden und keinen großen Backkatalog älterer Filme und Serien. Apple setzt nämlich auf Inhalte, die exklusiv für Apple TV+ produziert wurden, am Dienstagabend gab es etwa neue Details und einen ersten Trailer zur Fantasy-Serie "See" mit Jason Momoa ("Game of Thrones", "Aquaman"): Das Epos spielt in einer hypothetischen Zukunft, in der der Planet Erde nur deshalb nicht zugrunde ging, weil die Menschheit plötzlich blind geworden ist. Warum das geschah, spielt wie in Jose Saramagos Roman " Die Stadt der Blinden " eher keine Rolle, spannend wird es dann, als nach Jahrhunderten der Blindheit plötzlich wieder Kinder mit visuellem Sinn geboren werden. Wie reagieren die Menschen auf diese neue Situation mit potentiellen Superhelden? Klingt spannend, wie sich "See" ansieht, dürfte man bereits zum Start am 1. November, der in über 100 Ländern gleichzeitig erfolgen wird, sich ansehen können.

Ebenso vom Start weg wird man die Dramödie "The Morning Show" mit Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Steve Carell anschauen können, für die es bereits seit einigen Wochen einen Trailer gibt. Auch die Science-Fiction "For All Mankind" wird wohl schon fertig sein, hier wird 50 Jahre nach der Mondlandung eine alternative Realität verhandelt, in der die Sowjets das Rennen zum Erdtrabanten gewonnen haben. Wenn der November besonders trüb wird – egal, es gibt neues Material zum Binge-Watchen.

Apple TV+ ist nicht nur auf Apple-Geräten empfangbar, erste Smart-TVs haben in diesem Jahr begrenzten Zugang zu Apples Ökosystem gefunden und warten mit Airplay 2 und einer nativen TV-App auf: Wer sich etwa einen neuen Samsung, LG oder Visio in das Wohnzimmer gestellt hat, braucht keinen Mac, kein iPad und kein Apple TV. Käufer letzterer Hardware haben aber unbestrittene Vorteile: Wer bei Apple ein neues Gerät kauft, bekommt darauf ein Jahr Apple TV+ gratis, alle anderen zahlen immerhin im ersten Monat nichts. Im ganz Kleingedruckten verspricht Apple die Kompatibilität mit Amazon Fire TV und Roku. Im noch Kleingedruckteren weist Apple darauf hin, dass das kostenlose Abo-Angebot drei Monate nach der Erstaktivierung des neuen Geräts gilt ( Youtube-Video, 1:54 ).

Spiele für iPad und Mac im Abo

Etwas umfangreicher als bei Apple TV+ wird das Angebot von Spielen im Dienst Apple Arcade sein, zum Start, der bereits am 19. September erfolgt, stehen laut Apple 100 Titel von dutzenden Studios bereit. Die Spiele lassen sich gleichermaßen auf Mac, iPad und iPhone zocken, auch das Apple TV bietet sich als Abspielmedium für den großen Bildschirm an – die Entwicklung erfolgte also mit den Tools, die Apple als Project Catalyst zur WWDC im Juni gezeigt hatte. Apple lockt (Casual-) Gamer auch damit, dass die Spiele in Apple Arcade werbefrei sind und auch keine teuren In-App-Käufe bieten, spielen kann man sie natürlich, nur so lange man das Abo bezahlt. Allzu aufwendige Games darf man auch nicht erwarten, wie jene, mit denen Apple gerne demonstrieren lässt, wie stark die Prozessoren seiner mobilen Geräte sind wie etwa "Pascal's Wager" von TipsWorks. Aber die ersten Vorschauen waren recht vielversprechend: Eine Neuauflage des Jump-and-runs "Frogger" war zu sehen oder das Unterwasserabenteuer "Shinsekei: Into the Depths" von Capcom. Laut Apples Pressemitteilung darf man sich auch Titel wie "Rayman Mini", "Ballistic Baseball" oder "Exit the Gungeon" freuen – das alles zu einem monatlichen Preis, den iOS-Spieleentwickler vor der Freemium-Ära für etwas aufwändigere Games verlangten.

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