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Apple TV+: Die aktuellen Hightlights

28.02.2020 | 09:25 Uhr | Peter Müller

Jede Woche eine weitere Premiere: Apple füllt sein TV+-Programm immer weiter auf. Die erste Comedy-Serie läuft, Steven Spielberg und ein Oscar-Kandidat stehen in den Startlöchern.

"Mythic Quest – Raven's Banquet" läuft seit letzten Freitag auf Apple TV+, Apple hat wie zuletzt meistens gleich alle zehn Folgen der ersten Staffel online gestellt. Die erste Comedy von Apples Streamingdienst spielt in den Büros und Studios eines fiktiven Spieleentwicklers, der für sein MMORPG die erste Erweiterung auf den Markt bringt. Die Witzedichte ist recht hoch – dabei werden diese nie platt oder sind auf einen schnellen Lacher aus (die Serie verzichtet glücklicherweise auf solche aus dem Off …). Im Gegenteil zeichnet die Serie ein gewisser Realismus aus und einige skurrile Figuren: Etwa die Social-Media-Managerin, die alleine in einem Büro tief im Untergeschoss ihren Job verrichtet und auf Shitstorms mit überbordender Fröhlichkeit reagiert; den Geschäftsführer, der für Diversity einsteht, aber einer Mädchenklasse verzweifelt eine erfolgreiche und fair bezahlte Spieleprogrammiererin zeigen will, diese aber nicht findet; die leitende Ingenieurin, die ebenso genial wie soziophob ist; den 80-jährigen Schriftsteller, der als Chefautor die Vision der Spielewelt verantwortet, ohne sich mit Spielen auszukennen und den 14-jähringen Youtuber mit 10 Millionen Followern, den man mit einfachen Triggern selbst beeinflussen kann. In der vierten Folge lernt man dann auch noch, woran man Nazis erkennt und was man in der idealen Welt eines MMORPG mit dieser Erkenntnis anfängt.

Mythic Quest: Mit der Schaufel hat es eine besondere Bewandtnis.
Vergrößern Mythic Quest: Mit der Schaufel hat es eine besondere Bewandtnis.
© Apple

Apple stellt eine weitere neue Serie in das Angebot, die Dokumentation "Visible: Out on Television". In fünf Teilen, die Apple allesamt morgen online stellt, untersucht die Dokumentation "die Bedeutung des Fernsehens als ein intimes Medium, das das amerikanische Gewissen geprägt hat, und wie die LGBTQ-Bewegung das Fernsehen geprägt hat," wie es in der Pressemitteilung heißt. Irgendwie passend zum heutigen Welttag des Radios , Fernsehen ist auch in Zeiten von Online-Medien und speziell Social Media von großer Bedeutung. Einige Politikwissenschaftler vertreten ja die Ansicht, ohne "seinen" Sender Fox New hätte Donald Trump das Impeachment nie und nimmer überstanden. Richard Nixon fehlte seinerzeit ein solches Instrument. Wir sind gespannt, ob und wie die Dokumentation auch auf diese Thematik eingehen wird, der thematische Schwerpunkt ist hier aber klar "die Entwicklung des LGBTQ-Charakters und das Coming-Out in der Fernsehindustrie" – auch sehr interessant.

Für TV braucht es heute keine terrestrischen Antennen mehr.
Vergrößern Für TV braucht es heute keine terrestrischen Antennen mehr.
© Apple

Noch bis zum 6. März dauert es dann, bis endlich eine der Serien Premiere feiert, von denen schon lange vor der Vorstellung von Apple TV+ Ende März 2019 in der Gerüchteküche die Rede war und die Apple bei "It's Showtime" auch groß auf der Bühne präsentierte: "Amazing Stories". Hier handelt es sich um eine Neuauflage der Mystery-Geschichten von Steven Speilberg, die zuletzt in den Achtzigern im Fernsehen liefen. "Jede Episode von "Amazing Stories" wird das Publikum durch die Linse der phantasievollsten Filmemacher, Regisseure und Autoren von heute in Welten voller Wunder entführen," freut sich Apple auf die Premiere. Steven Spielberg ist einer der ausführenden Produzenten.

Unheimliche Begegnung der Spielberg-Art
Vergrößern Unheimliche Begegnung der Spielberg-Art
© Apple

Ebenfalls am 6. März kommt die dritte Folge von Oprah Winfreys Büchersendung zur Aufführung. Die Moderation spricht mit der Autorin Jeanine Cummins ausführlich über ihr Buch "American Dirt".

Eine wahre Geschichte erzählt der Film "The Banker" ab dem 20. März nach – und genau das ist auch das Problem, warum der Streifen verschoben werden musste – die Premiere war ursprünglich für Ende Januar auf dem Sundance-Filmfestival geplant gewesen und der Streaming-Start für den Februar. Doch war der Sohn einer der Hauptfiguren – dem von Anthony Mackie dargestellten Bernard Garrett – in den Verdacht geraten, seine Schwestern in deren Jugend sexuell missbraucht zu haben. Bernard Garrett Jr. diente aber als einer der verantwortlichen Produzenten des Biopics über zwei mutige schwarze Banker (den anderen spielt Samuel L. Jackson), die im rassistischen Amerika der Sechziger Kleinkredite an afroamerikanische Familien und Kleinunternehmer gaben. Im echten Leben wie im Film bilden die beiden einen weißen Mann aus der Arbeiterklasse aus – Matt Steiner, gespielt von Nicholas Hoult –  der sich "als das reiche und privilegierte Gesicht ihres aufkeimenden Immobilien- und Bankimperiums ausgibt – während Garrett und Morris Hausmeister und Chauffeur spielen." Unter den Namen der Produzenten taucht Bernard Garret Jr. nicht mehr auf, stattdessen unter anderem Samuel L. Jackson, den viele für einen Oscar-Kandidaten halten. Das Timing für 2020 wäre perfekt gewesen, selten gewinnt bei den Academy Awards aber ein Film, der fast ein Jahr zuvor sich qualifizierte.

Die Banker und ihr Strohmann
Vergrößern Die Banker und ihr Strohmann
© Apple

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