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Apple TV+: Noch kein Knüller, aber viel Potential

04.05.2020 | 10:48 Uhr | Peter Müller

Am 1. Mai ging mit "Trying" die erste Serie bei Apple TV+ an den Start, die außerhalb der USA produziert wurde. So recht fehlt Kritikern noch der rechte Knüller, der Apple TV+ von anderen Diensten abhebt.

Apple TV+ ist nun seit einem halben Jahr OnAir und Apple Insider versucht sich an einem Zwischenzeugnis . Dabei muss viel vage bleiben, denn zur harten Währung – der Zuschauerzahl – gibt es keine Daten. Apple hat am Donnerstag Abend auf seiner Bilanzpressekonferenz nur den Gesamtumsatz seiner Services-Sparte genannt, der mit über 13 Milliarden US-Dollar beeindruckend hoch war. Wie viele Zuseher aber Apple TV+ hat, bleibt Apples Geheimnis, auch von Nielsen Net Ratings gibt es noch keine Erhebungen. Apple Insider bemängelt, dass es Apple TV+ bisher trotz viel versprechender Ansätze und einiger netter Serien und Filmen noch an dem einen Hit fehlt, der alles ändert, – wie es für Netflix "House of Cards" war. Zudem fehle es an einer Handschrift, Shows von Apple TV+ erkenne man nicht auf den ersten Blick.

Außer man sieht den Vorspann und es fällt einem auf, wie viele Macs und iPhones in den Sendungen auftauchen – und das nicht nur im Flaggschiff "The Morning Show", das bisher mit Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Steve Carrell das größte Staraufgebot im Cast hatte. Das Drama um Fernsehnachrichten und einen übergriffigen Anchorman war immerhin für drei Golden Globes nominiert, ging aber leer aus.

Seit Freitag sind auch die acht Folgen der ersten Staffel von "Trying" online. Erstmals spielt eine Apple-TV+-Serie außerhalb der USA (oder Phantasiewelten): Ein Paar aus der unteren Mittelschicht, wohnhaft in Camden, London, kann keine Kinder bekommen und müht sich nun um eine Adoption. Die Serie ist eine Art Dramedy, trotz des in der Exposition vorgestellten Problems und der in ihm innewohnenden Tragik kommt "Trying" mit viel Witz daher. Und lässt zweifelsohne auf den Auftraggeber schließen: Die Protagonisten schrecken vor dem Preis einer Seife (28 Pfund) zurück und sorgen sich stets, ob das Gehalt am Ende des Monats noch reicht, benutzen aber die neuesten Apple-Geräte: iPhone XS und Macbook Pro sind in vielen Szenen im Bild. ✉ Feedback an Macwelt

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