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Apple TV+ schreibt bei den Oscars Geschichte

28.03.2022 | 09:30 Uhr | Peter Müller

"Coda" gewinnt den allerersten Streaming-Preis für den besten Film - der von Netflix ins Rennen geschickte Favorit geht beinahe leer aus.

Am Ende einer turbulenten Preisverleihung, bei der der Gewinner des Preises für den besten Schauspieler, Will Smith, Chris Rock auf der Bühne wegen eines Witzes über Smiths Frau Jada Pinkett Smith ohrfeigte, schrieb Apple bei der 94. jährlichen Oscar-Verleihung am Sonntag Geschichte. "CODA" gewann den wichtigsten Preis des Abends für den besten Film. Dies war die Krönung eines großen Abends für "CODA", der auch für den besten Nebendarsteller (Troy Kotsur) und das beste adaptierte Drehbuch (Sian Heder) ausgezeichnet wurde.

In den vergangenen 93 Jahren hatte in der Kategorie "Bester Film" noch nie ein Film gewonnen, der nicht von einem traditionellen Filmstudio produziert wurde oder in die Kinos kam. Vor vier Jahren gewann die Netflix-Produktion "Roma" den Oscar als bester fremdsprachiger Film. CODA war jedoch wie alle anderen Kandidaten für kurze Zeit in wenigen Kinos gelaufen, um den Anforderungen für die Nominierung zu genügen.

Apple TV+'s "CODA" ist eine Tragikomödie über das einzige hörende Mitglied einer gehörlosen Familie. Der Titel ist ein Akronym für Child of Deaf Adults (Kind gehörloser Erwachsener). Der Film, in dem auch Emilia Jones (als hörende Tochter mit einer Leidenschaft fürs Singen) und Marlee Matlin (als gehörlose Mutter) mitspielen, kam am 21. August 2021 in die Kinos und wurde von der Kritik sehr gelobt. "CODA" ist ein adaptiertes Remake des französischen Films "Verstehen Sie die Béliers?" von 2014 unter der Regie von Éric Lartigau. Auch Caroline Link, die später für "Nirgendwo in Afrika" den Oscar für den besten fremdsprachigen Film bekam, hatte in "Jenseits der Stille" im Jahr 1996 ein ähnliches Setting gewählt, mit Klarinette statt Gesang.

Nach einer Reihe von Auszeichnungen bei den Producers Guild Awards, den Screen Actors Guild Awards und den Writers Guild Awards setzte sich "Coda" gegen einen anderen Streaming-Anwärter durch, nämlich Netflix' "The Power of The Dog" mit Jane Campion und Thomas Savage in den Hauptrollen. Für 12 Preise nominiert, gewann "The Power of The Dog" nur den für die beste Regie - Jane Campion. Die meisten Oscars holte die Fantasy-Verfilmung Dune mit sechs Stück eher technischer Art wie Tonschnitt und Kamera. Interessant: Pixars "Luca" gewann in diesem Jahr nicht, der Oscar für den besten Animationsfilm ging an "Encanto", das ebenso vom Disney-Konzern produziert wurde.

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