2036476

Apple Trends 2015: Kannibale iPad

12.01.2015 | 09:43 Uhr |

2015 wird das iPad weiter im Macbook-Markt wildern. Bringt Apple dennoch das iPad Air Plus mit 12 Zoll? Und was ist mit dem iPad Mini?

Mit dem iPad Air 2 und dem iPad Mini 3 hat Apple im Herbst 2014 die aufgepeppten Nachfolger der beiden erfolgreichen Baureihen vorgestellt und eingefĂŒhrt. Beide neuen Modelle sind mit Touch-ID ausgestattet, der Fingerabdrucksensor hat nun auch Einzug bei den iPads gehalten. Touch-ID ist eine zentrale Technologie, die nicht nur das Entsperren des iOS-GerĂ€ts, seit iOS 8 auch von Apps, sondern auch den Einkauf in den Apple Stores erleichtert. Zu einer der zentralen Technologien gehört zumindest in den USA jetzt schon Apple Pay. Auch hier ist die Touch-ID zentraler Bestandteil – Bezahlen per Fingerabdruck. Im Gegensatz zum iPhone lĂ€sst sich das iPad nicht mobil beim Bezahlen etwa im Restaurant verwenden, aber beim Online-Shopping via App. Bereits Anfang des Jahres kommen die ersten Spezial-Apps fĂŒr den Einkauf bei großen Ketten, die Apple Pay zusammen mit Touch-ID bieten.

Die komplette Trendstory finden Sie in der aktuellen Macwelt 2/15, die seit dem 6. Januar im Zeitschriftenhandel erhÀltlich ist . Auf CD: Vollversion Mac Fone Trans und jeweils der komplette Jahrgang 2014 von iPhoneWelt und iPadWelt

Trend 1: Jenseits von 10 Zoll

Zwischen das neue iPhone 6 Plus und das iPad Mini 3 passt kein weiteres, noch kleineres iPad. Hier scheinen einige Nutzer jetzt schon zum Kauf des Phablet-iPhone zu tendieren, wollen sie ein mobiles GerĂ€t, das sich gelegentlich zum Lesen eignet. Wer nur E-Books lesen will, besitzt eh einen Kindle-Reader, der extrem leicht und Strom sparend die preiswerteste Alternative fĂŒr reine Leseratten ist.

Vielleicht deshalb erhitzen im­mer wieder GerĂŒchte um ein gro­ßes iPad die GemĂŒter, mal unter dem Namen iPad Pro, neuerdings unter dem Namen iPad Air Plus – in Anlehnung an die Namensgebung bei den iPhone-Modellen.

Anfang November prescht das japanische Magazin Mac Fan in seinem Blog voran und sagt ein iPad Air Plus mit einer Bildschirmdiagonalen von 12,2 Zoll voraus, deutlich mehr, als die aktuelle Baureihe iPad Air mit 9,7 Zoll.

Die Maße sollen 30,5 x 22,1 x 0,7 Zentimeter betragen (iPad Air 2: 24 x 17 x 0,6 Millimeter), vier Lautsprecher an den Ecken sollen stets Stereosound bieten, egal wie man das iPad hĂ€lt. Der Report zeigt auch eine Blaupause, verrĂ€t sogar das angebliche VerfĂŒgbarkeitsdatum: zwischen April und Juni.

Obwohl die Quelle dieses GerĂŒchtes durchaus seriös ist, kann es sich trotzdem als Ente herausstellen – wir hatten auch im letzten Jahr an dieser Stelle auf ein grĂ¶ĂŸeres iPad gesetzt. Dabei bleiben wir auch fĂŒr 2015, obwohl Apple mit einem 12,2-Zoll-iPad die VerkĂ€ufe der Reihe Macbook Air mit 11 beziehungsweise 13 Zoll noch mehr kannibalisieren dĂŒrfte.

Apple-Boss Tim Cook betonte schon 2013 „Wenn wir nicht kannibalisieren, tut es ein anderer“. Der Notebook-Markt ist rĂŒcklĂ€ufig, Tablets springen in die Bresche. Da der Android-Wettbewerb bereits grĂ¶ĂŸere Tablets im Angebot hat, wird Apple hier zuschlagen.

Seit ein paar Jahren gibt es bei Apple immer einen heißen Herbst, mit neuen iPhones, iPads und OS X. Wir sagen fĂŒr 2015 eine Änderung voraus, die iPad-Modelle betreffend. Hier hat Apple schon einmal mit den Vorstellungsterminen gebrochen, mit der Vorstellung des iPad 3 im (MĂ€rz 2012) und ein halbes Jahr spĂ€ter mit der des iPad 4 (Oktober 2012). Wir glauben an eine Überarbeitung der Modellpalette zur WWDC im Juni, inklusive VerfĂŒgbarkeit. Neben dem iPad Air 2 sehen wir das kommende iPad Air Plus, ein iPad Air 3, das bereits verfĂŒgbare iPad Mini 3 und das Folgemodell iPad Mini 4.

Trend 2: Alles 64 Bit

Der Nachfolger des iPad Air 2 wird sicher, wie auch ein mögliches iPad Air Plus von der nĂ€chsten Prozessor-Generation A9X angetrieben. Schon beim aktuellen iPad Air 2 hat Apple gezeigt, dass ein Tablett bei gleicher Akkulaufzeit und mehr Leistung mit einem kleineren Akku auskommt: 7340 mAh im iPad Air 2 im Gegensatz zu 8827 mAh im VorgĂ€nger iPad Air. Da sich bei der Akku-Technologie keine Revolution ankĂŒndigt, mĂŒssen immer effizientere CPUs und sparsamere Displays her. BelĂ€sst es Apple bei der aktuellen Politik fĂŒr das iPad Mini, kommt die vierte Version mit dem aktuell im iPad Air 2 verbauten Chip A8X. Mit der Vorstellung der kommenden iPad-Modelle dĂŒrften dann alle Modelle aus Apples Angebot fliegen, die nicht ĂŒber Touch-ID verfĂŒgen, zu zentral ist diese Technologie. Nach der Neuvorstellung sehen wir die Modelle iPad Air 2 und 3, iPad Air Plus sowie iPad Mini 3 und 4.

Die 64-Bit-Architektur bei der Hardware und iOS 8 ist gesetzt, wir vermuten zudem, dass spĂ€testens mit iOS 9 (siehe Seite 31) auch das endgĂŒltige Aus fĂŒr Apps kommt, die noch im 32-Bit-Modus arbeiten.

Trend 3: Stabile Preise

Apple wird auch 2015 nicht den Fehler machen, im Billigsegment aktiv zu werden – weder bei iPads noch bei iPhones. Bei den Smartphones erfĂ€hrt Samsung gerade, dass die Rechnung nicht aufgeht: Chinesische Billiganbieter verhageln Samsung die Bilanz, dazu erreichen die VerkĂ€ufe im Hochpreissegment nicht die gewĂŒnschten Zahlen. Apple ging hier immer einen anderen Weg und wird den weiter beschreiten. Bereits jetzt bekommen Neukunden die komplette Palette an Apple-Apps kostenlos, darunter die iLife- und iWork-Suite.

Einen zentralen Punkt nimmt iCloud ein: Von einem reinen Sync-Tool ist Apples Cloud-Angebot lĂ€ngst weit entfernt. iCloud regelt heute EinkĂ€ufe in den Stores, die Verwaltung der Musiksammlung, der Filme, BĂŒcher und mehr. Apple Pay wird 2015 eine zentrale Rolle spielen, auch hier geht nichts ohne iCloud. Ebenfalls eine zentrale Rolle spielt der Dienst bei Homekit (siehe Seite 36). Ohne die Nutzung eines iCloud-Accounts gibt es kein Smarthome. Wir vermuten, dass Apple seinen Cloud-Dienst 2015 noch einmal preiswerter machen wird, damit dann auch große Fotosammlungen via Fotomediathek in der Cloud landen.

iPod

© Apple

iPhone und vor allem iPad haben den iPod immer mehr an den Rand gedrĂ€ngt. Seit der iPod Classic aus den Stores verschwunden ist, spekulieren zwar einige Unverdrossene ĂŒber einen Nachfolger, aber Neuerungen stehen 2015 nicht an – zumal die Apple Watch kommt.

Apple ist jetzt schon erfolgreich damit, Komplettlösungen anzubieten, relativ teure Hardware, die ein komplettes Paket an zusÀtzlichen Leistungen beinhaltet. Daran wird und soll sich nichts Àndern.

Trend 4: Notebook-Ersatz

2015 werden besonders im Business-Bereich noch mehr Kunden auf ein Notebook verzichten und statt dessen zum Tablett greifen. Hier gibt es nur noch wenige Jobs, die etwa ein Macbook voraussetzen und nicht am iPad zu erledigen sind (siehe dazu auch Seite 20). Nutzer des Business- sowie Spielebereichs haben das lĂ€ngst erkannt. Selbst Microsoft bietet seine Office-Suite kostenlos fĂŒr iOS an.

Retina-Displays sind bei allen vorgestellten Modellen 2014 Pflicht. Kommt ein iPad Air Plus, wird Apple die aktuellen Auflösungen leicht erhöhen, aber nicht in einen dummen Zahlenwettstreit mit anderen Anbietern eintreten. Zumindest am iPad reicht die Retina-Auflösung à la Apple absolut aus, das menschliche Auge kann hier keine Unterschiede mehr erkennen. Auch hier sind iPad und Macbook auf Augenhöhe.

2015 werden die iPad-VerkĂ€ufe weiter zu Lasten der Macbook-VerkĂ€ufe und der anderer Notebook-Anbieter steigen. Im privaten Bereich wird es bei rund einem Viertel der Benutzer bleiben, die das GerĂ€t ausschließlich in den eigenen vier WĂ€nden nutzt – trotz des relativ hohen Preises. Hier ist das iPad lĂ€ngst das zentrale MediengerĂ€t, ersetzt Buch, Fernseher, Musikanlage, Game-Konsole fĂŒr Casual-Gamer und natĂŒrlich alle Arbeiten, die auch ein Notebook kann.

Dank der UnterstĂŒtzung durch schnelle WLAN-Standards lokal und den Ausbau von LTE fĂŒr mobile Zeitgenossen steht auch kein Speicherausbau an: 2015 liegt alles in der Cloud – natĂŒrlich der iCloud.

Trends fĂŒr 2015

Lesen Sie in unserer Serie zu Apples Jahr 2015 auch:

Apple Watch macht den Auftakt: Endlich wagt sich Apple wieder an neue Produktkategorien

Neue Prozessoren fĂŒr den Mac: Dank Intel steht in diesem Jahr wieder ein umfangreicher Generationswechsel bei den Prozessoren fĂŒr die meisten klassischen Computer an. Apple wird dies nutzen, um neue und spannende Macs einzufĂŒhren

iPhone: Wirklich spannende Neuerungen kommen ganz oft erst mit der „S“-Version einer iPhone-Generation. Wir schauen nach vorne auf das iPhone 6S

Apple TV: Einen eigenen Fernsehapparat wird Apple so schnell nicht bringen, wenn ĂŒberhaupt. Das Apple TV hat mit der iCloud aber Ausbauoptionen (ab 13.1.)

OS X - die nÀchste Generation: Was nach Yosemite kommt - womöglich gar eine neue Nomenklatur (ab 14.1.)

iOS 9: Die nĂ€chste Fassung des mobilen Betriebssystems dĂŒrfte auf einen Ausbau von NFC-Funktionen setzen (ab 15.1.)

Homekit: Der schwierige Weg in das vernetzte Zuhause (ab 16.1.)

Software: Generationswechsel bei Apple-Apps (ab 19.1.)

Peripherie: 3D-Druck und fliegende Kameras (ab 20.1.)

Macwelt Marktplatz

2036476