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Apple VP Greg Joswiak: Darum sind Airpods so erfolgreich

11.05.2020 | 14:53 Uhr | Stephan Wiesend

Apples drahtlose Kopfhörer sind äußerst erfolgreich, den Erfolg erklärt Apples Gred Joswiak mit langen Vorbereitungen von Apple.

Mit den allseits beliebten Airpods hat Apple einen Überraschungshit gelandet, den anscheinend auch den Cupertino selbst überraschte. Vor allem im Weihnachtsgeschäft ein Renner, sorgten die Kopfhörer bereits 2018 für einen Umsatz von vermutlich 3,3 Milliarden Euro, 2019 waren es nach Schätzungen von Marktforschern schon 7,3 Milliarden – mehr als das Doppelte. Eigentlich waren die 2016 erstmals vorgestellten Ohrhörer vor allem als Zubehör zum iPhone positioniert. Gegenüber "Wired" hat Greg Joswiak jetzt versucht, den Erfolg zu erklären. Schon kurz nach der Vorstellung hätten sich die Airpods aber verbreitet wie ein „Flächenbrand“ – viel besser, als sie jemals erwartet hatten.

Als einen Grund für den Erfolg macht "Wired" dem für Apple relativ niedrigen Preis aus, untypisch für Apple. Bei den meist jungen Käufern wurde die ungewöhnliche Trageweise zum Statement. Auf Twitter machten sich anfangs viele über das Design der Airpods lustig, sie entwickelten sich aber schnell zum Statussymbol bei jüngeren Kunden. Das Erscheinen kam auch zu einem günstigen Zeitpunkt: Einer Epoche, in der jeder ein Smartphone besitzt und intensiv nutzt.

Es war aber wohl kein Zufallserfolg: Laut Joswiak habe Apple schon seit vielen Jahren stark auf drahtlose Geräte gesetzt: Schließlich hätten sie mit dem iPhone ein großartiges Gerät ohne jedes Kabel gehabt. Plötzlich habe es seltsam gewirkt, wenn man jemand sein iPhone mit einem kabelgebunden Kopfhörer benutzte. Ein weiterer Grund für den Erfolg sind die Erfahrungen mit den Earpods, den Kopfhörern, die jedem iPhone beiliegen – aktuell als Lightning-Version. Apple hatte zusammen mit der Universität Stanford lange nach der optimalen Form für die Ohrstecker gesucht und hunderte 3D-Scans von Ohren ausgewertet. 2009 erschienen dann verbesserte Earpods mit einer neuen Passform – die fast allen Nutzern zugleich passen und gut klingen sollten. Auch die ersten Airpods hatten noch Ohrstecker mit diesem speziellen Design, das den meisten Käufer gut passte. Bei den neuen Airpods Pro hatte Apple diese Forschung fortgesetzt, um das bekannte neue Design zu entwickeln – das nun mit Hilfe von drei Aufsätzen für den Großteil der Bevölkerung passen soll.

Es gibt aber auch Kritikpunkte: So sind die Akkus der Airpods nicht austauschbar, nach einer bestimmten Nutzungsdauer sind die teuren Ohrhörer nicht weiter verwendbar. Man kann sie zwar bei Apple austauschen lassen, die Airpods werden dann aber nicht repariert, sondern nur recycelt . Nach Meinung des Analysten Neil Cybart, könnte sich der Erfolg der Airpods aber noch ein ganzes Jahrzehnt fortsetzen. Schließlich dominiert Apple nicht nur den Markt für Ohrhörer, sondern dank der Apple Watch ebenso den für Smartwatches – vermutlich erscheinen in den nächsten Jahren außerdem die lang erwarteten Apple Glasses – eine AR-Brille von Apple. Als Folge könnte Apple mit seinen Wearables immer größere Anteile des menschlichen Körpers wirtschaftlich ausnutzen: Das Handgelenk, die Ohren und bald auch die Augen – mit Geräten, die aufeinander abgestimmt sind.

Fazit:

Der Erfolg der Airpods hat Apple offensichtlich selbst überrascht. Ein Grund für die große Beliebtheit war sicher das ausgereifte Design, aber nach unserer Einschätzung wohl auch die gute Kompatibilität mit iPhones. Mit immer mehr Wearables wie Apple Watch und kommenden Produkten wie Apples AR-Brille könnte sich dies auch langfristig als großer Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erweisen. Gespannt sind wir außerdem, ob Apple seinen Erfolg auch mit Kopfhörern fortsetzen kann. Laut neuesten Gerüchten sollen ja bald ganz neue ohrumschließende Kopfhörer mit Bügeln erscheinen – Air Pods Studio für 349 Dollar. Damit könnten die Airpods noch viele weitere Nutzer in Studios und Wohnzimmern erschließen.

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