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Apple Watch 7 vs. Apple Watch 6: Die Unterschiede

15.09.2021 | 14:30 Uhr | Halyna Kubiv

Die größte Überraschung der vergangenen Keynote war, dass es bei der Apple Watch keine Überraschungen gab.

Während die Gerüchteküche fast seit einem halben Jahr gemunkelt hat, Apple würde bei der nächsten Apple Watch auf ein anderes, eckiges Design umsteigen, hat sich der Hersteller in eine andere Richtung entschieden: Die Apple Watch Series 7 hat noch rundere Ecken, damit unterschiedliche Gehäuse-Teile aneinander noch geschmeidiger anschließen. Ansonsten muss man nach den Unterschieden zu der Apple Watch Series 6 ziemlich genau suchen.

Prozessor

Auf der Bühne hat Jeff Willams bei der Vorstellung der Eckdaten den neuen Prozessor erst gar nicht erwähnt. Aus einem guten Grund, denn wie findige Entwickler herausgefunden haben, handelt es sich beim Series-7-Chip um den gleichen Prozessor wie in der Apple Watch Series 6. Der bekannte Entwickler Steve Troughton-Smit hat auf Twitter wohl einen Ausschnitt aus dem aktuellen Xcode veröffentlicht: Apple Watch 7 wird erkannt, allerdings führe alle vier Modelle (groß und klein, mit mobilem Chip und ohne) die gleichen Modellnummer wie die Apple Watch 6, nur die Nachkommastelle ändert sich dabei.

Farben, Größen und Design

Am Design hat sich im Vergleich zu der Apple Watch 6 nicht sehr viel verändert, vor allem, wenn man das Display außer Acht lässt. Der Lautsprecher an der Seite ist etwas größer geworden und kommt ohne Unterbrechung in der Mitte aus. Mit diesen rein optischen Hinweisen kann man durchaus erwarten, dass die neue Watch etwas lauter bei den Warnmitteilungen wird, doch ob das stimmt, wird sich erst in einem Test zeigen. Dafür, dass das Display im Vergleich zur Apple Watch 6 um 20 Prozent gewachsen ist, fallen die Änderungen am Gehäuse recht unauffällig aus. Zwar wächst jedes Modell um einen Millimeter von 40 auf 41 mm beim kleinen, und von 44 auf 45 mm beim großen Modell - somit können die Armband-Sammler aufatmen. Apple verspricht nämlich, dass die bestehenden Armbänder der neuen Uhr passen. Auch neue Armbänder aus dem Store kann man an die Vorgänger-Modelle anbringen, obwohl sie für die Apple Watch 7 hergestellt wurden.

Auch an der Farbkonstellation hat sich etwas geändert: Product Red bleibt, allerdings ist die Schattierung dunkler und satter als noch bei der Apple Watch 6. Blau bleibt ebenfalls im Angebot, wechselt vom Dunkelblau ins Helle. Silber (Polarstern) und Schwarz (Mitternacht) bleiben im Portfolio, die Schattierungen unterscheiden sich von den entsprechenden Varianten der Apple Watch. Neu ist die Farbe Grün, die in Richtung Khaki geht. Titan und Edelstahl bleiben als Gehäusevarianten erhalten.

Dass die Uhr jetzt etwas runder ausschaut, hat mit dem Display zu tun. Zum einen schließen die Ränder nahtloser zum Gehäuse auf, zum anderen ist das Glas doppelt so dick wie bei der Apple Watch 6. Diese rundere Auswölbung trägt zu einem buchstäblich abgerundeten Eindruck bei. Um wie viel dicker die neue Watch geworden ist, ist übrigens noch nicht bekannt, Apple hat noch keine technischen Daten dazu veröffentlicht.

Akku

Wir haben schon im Test der Apple Watch 6 bemerkt, dass die Uhr ungewöhnlich schnell auflädt. Offenbar hat Apple in diesem Jahr noch weiter an der Technologie gefeilt, denn die Series 7 unterstützt das Schnellladen. Apple Watch 6 ist in einer Stunde auf 80 Prozent aufgeladen, in 1,5 Stunden auf 100 %. Bei der Series 7 gibt Apple die 80%-Aufladung nach 45 Minuten an, also um 25 Prozent schneller. Die volle Aufladung kann man dann in einer Stunde 10 Minuten erwarten.

Allerdings kommt die Schnellladefunktion auf ihre Kosten: Dafür ist ein neues Schnelllader-Kabel auf USB-C notwendig , dieses kostet im Apple Store 35 Euro. Als Netzteil sollen Sie für die schnelle Ladung den 20W-Stecker von Apple verwenden . Momentan ist noch nicht klar, ob Apple den Schnellladekabel in der Verpackung ausliefert, oder ob die Nutzer das Zubehör nochmals extra kaufen müssen.

Display

Die Hauptänderung der Apple Watch 7 ist das Display, dieses ist im Vergleich zu Series 6 um 20 Prozent gewachsen, im Vergleich zur Series 3 gleich um 50 Prozent. Vor allem am Rahmen hat der Hersteller gespart, sie sind nur 1,7 mm dünn. Rechnet man mit den Angaben die Anzeigefläche der Apple Watch 6 hoch, wird die 41mm-Variante der Series 7 eine Anzeigefläche von 911 mm 2 (zum Vergleich 759 mm 2 bei der 40mm-Variante der Series 6) und auf 1.172 mm 2 bei der 45mm-Variante im Vergleich zu 977 mm 2 der 44mm-Variante der Series 6.

Den Eindruck vom größeren Display erzeugen ebenfalls neue, sogenannte refraktive Ecken. Das Licht wird an den Rändern umgebrochen, sodass die Anzeige am Bildschirm quasi direkt ins Gehäuse überläuft. Der neue Bildschirm ist in manchen Situationen heller, vor allem wohl, wenn die Always-On-Anzeige aktiviert ist.

Neue Zifferblätter, Tastatur, Bruchfestigkeit

Offenbar hält Apple die verfügbare Oberfläche als groß genug, um in den Text-Apps eine Tastatur anzubieten. Bislang musste man die gewünschte Antwort auf die Nachricht entweder diktieren oder durch Kritzeln mühsam Buchstabe für Buchstabe auf dem Display darauf malen. Extra für die Series 7 gibt es zwei neue Zifferblätter – Contour und Modular Duo, der Entwickler hat wohl das gesamte watchOS an das neue Display anpassen müssen, denn auch Standard-Apps wie Rechner, Stoppuhr oder Timer sind entweder großzügiger angeordnet oder biete mehr Optionen. Dadurch, dass das neue Display durch dickeres Glas geschützt ist, wird es automatisch bruchfester. Die Uhr ist zudem nach IP6X staubgeschützt. An Wasserfestigkeit hat sich im Vergleich zu Series 6 nichts geändert, aber diese ist schon bis zu 50 Meter Tiefe Wasser-geschützt.

Fazit

Die Series 7 verhält sich zu Series 6 in etwa wie Series 5 zu Series 4 : Es gab keine größeren Neuerungen im Gesundheits-Bereich, nur noch beim Display konnte man Always-On aktivieren, Speicher ist gewachsen und der Chip war geringfügig überarbeitet worden. Mit Apple Watch 7 fährt Apple eine vergleichbare Strategie, der größere Bildschirm und vor allem eine Tastatur werden für manche Nutzer ein Grund genug sein, um zum Modell zu greifen.

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