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Apple bilanziert weiteres Rekordquartal

31.12.2008 | 07:47 Uhr | Peter Müller

Apple bilanziert weiteres Rekordquartal

Apple legt ein weitere Rekordquartal hin
Vergrößern Apple legt ein weitere Rekordquartal hin

Dreimal schon übertrifft Apple die Erwartungen der Wall Street mit seiner Quartalsbilanz. Dreimal gibt der Mac-Hersteller eine zurückhaltende Prognose. Dreimal zeigt sich die Börse deswegen enttäuscht. Beim vierten Mal wird alles anders: Apple übertrifft die Erwartungen der Wall Street und gibt eine zurückhaltende Prognose. Die Börse reagiert euphorisch. Versteh’ da mal einer die Wall Street. Aber im Herbst 2008 versteht sich die Wall Street nicht einmal mehr selbst.

Umsätze und Gewinne Apples von 2003/2004 bis 2007/2008
Vergrößern Umsätze und Gewinne Apples von 2003/2004 bis 2007/2008

Noch nie hat Apple außerhalb des Weihnachtsgeschäfts mehr Umsatz und Gewinn erzielt als im vierten Quartal 2007/2008: Apple verdankt dem iPhone und Rekordverkäufen seiner Macs einen weiteren starken Gewinnsprung. Der Überschuss stieg in Apples viertem Geschäftsquartal um mehr als ein Viertel von 904 Millionen US-Dollar auf 1,14 Milliarden Dollar. Der Gewinn beträgt 1,26 US-Dollar pro Aktie, die Wall Street hatte mit 1,11 US-Dollar pro Aktie gerechnet. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar zu. Die Börse reagierte euphorisch. Die Quartalszahlen sind nach GAAP (General Accepted Accounting Principles) ausgewiesen, dabei werden Umsätze mit iPhone und Apple TV über die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Geräte hinaus bilanziert. Bereinigt hätte sich ein Quartalsumsatz von 11,68 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn 2,44 Milliarden US-Dollar ergeben.

Apple könne die Folgen der Wirtschaftskrise für sein Geschäft allerdings noch nicht abschätzen, warnt Konzernchef Steve Jobs. Für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft wolle man sich daher mit Prognosen zurückhalten.

Apple verkauft im vierten Quartal fast 6,9 Millionen iPhones - kurz nach dem Start vor einem Jahr waren es gut eine Million Geräte. Vom originalen iPhone hatte Apple insgesamt nur 6,1 Millionen Stück verkauft. Das iPhone 3G ist erst seit Juli in weltweit rund 70 Ländern im Handel. Auch das Ziel, im Kalenderjahr 2008 10 Millionen iPhones zu verkaufen, sei erreicht. Mit Abschluss des September waren 9,3 Millionen iPhones über den Ladentisch gegangen, in der Zwischenzeit hat Apple also mindestens 700.000 weitere Geräte abgesetzt. Den Erfolg des iPhone befeuert auch der App Store. Gerade einmal 100 Tage nach dessen Eröffnung zähle dieser 200 Millionen Downloads von iPhone-Programmen. "So etwas haben wir in unserem Berufsleben noch nie gesehen," jubelt Jobs.

Mac-Verkäufe der letzten fünf Geschäftsjahre
Vergrößern Mac-Verkäufe der letzten fünf Geschäftsjahre

Macs setzt Apple über 2,6 Millionen ab, so viel wie nie zuvor und 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz mit Desktops und Notebooks stieg um 17 Prozent. Zum fünften Mal in den letzten sechs Quartalen weist Apple eine neue Rekordzahl von Mac-Verkäufen aus, gegenüber dem dritten Quartal legten die Stückzahlen nochmals um fünf Prozent zu. Desktops setzte Apple 936.000 ab, im gleichen Zeitraum des Vorjahres mit damals frisch vorgestellten iMacs waren es 817.000 gewesen, im Vorquartal noch 943.000. Eine neue Rekordmarke setzten jedoch Mobilrechner mit 1,675 Millionen Verkäufen, 24 Prozent mehr als vor einem Jahr.

iPods gingen 11,1 Millionen Geräte über den Ladentisch, ein Plus von acht Prozent bei den Stückzahlen und drei Prozent bei den Umsätzen. Außerhalb des Weihnachtsgeschäfts hat Apple noch nie so viele der Musikplayer abgesetzt, wenngleich der Anstieg gegenüber dem dritten Quartal nur gering war.

Steve Jobs ist sich gewiss, Apple "mache das Richtige", in der Prognose stecke aber etwas Zurückhaltung. "Wir sind keine Ökonomen und lesen die gleichen Zeitungen wie Sie," übt sich der Apple-Chef gegenüber Analysten und Journalisten in Bescheidenheit. Insgesamt könne Apple jedoch der Rezession optimistisch begegnen, man habe loyale Kunden, die im Zweifelsfall lieber eine Anschaffung verschieben würden als zu einer anderen, billigeren Marke zu wechseln. Die Marktanteile Apples würden sowohl im PC- als auch im Telefonmarkt steigen, zudem verleihen die Barreserven Sicherheit. Man sie mit "der stärksten Produktlinie aller Zeiten und den talentiertesten Mitarbeitern bewaffnet," stimmt Jobs Apple auf den Kampf gegen den allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang ein.

Im gesamten Geschäftsjahr 2008 (27.9.) verdiente Apple 4,8 Milliarden Dollar und damit 38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um 35 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar.

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