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Apple feiert heute den Vierzigsten

01.04.2016 | 11:22 Uhr |

Nicht in der Garage, sondern in Steve Jobs Schlafzimmer haben die Gründer an den ersten Platinen gebastelt. Offiziell gegründet wurde die Firma am 1.04.1976.

40 Jahre und ein bisschen Weise: Apple wird heute 40 Jahre alt, dass Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne die neue Firma ausgerechnet zum 1. April in das Handelsregister eintragen ließen, war keineswegs scherzhaft gemeint. Zu Scherzen aufgelegt sind auch die nicht, die Apple – mal wieder – eine veritable Krise andichten. Mit 40 ist ja Zeit für die Midlife-Crisis, in der man gerne auch einen langjährigen Streit mit dem Nachbarn führt oder an einem Endlosprojekt in der Garage werkelt. Nun ist 40 in der Tat ein schwieriges Alter für Unternehmen, Apple streitet sich etwa mit Samsung und wird mit iTunes anscheinend niemals fertig. Für fünf Indizien, die auf eine Apple-Krise hindeuten, haben unsere Kollegen des IDG News Service aber auch jeweils gute Gegenargumente gefunden. Apple ist kein alternder Rockstar, der einen Hit neu auflegt ( iPhone SE ) oder plötzlich auf teure Autos steht ( Apple Car ), seine alte Liebe zugunsten einer schlankeren jüngeren aufgibt ( iPad statt Mac ), mit seinem Interesse an neuartiger Musik und Filmen ( Apple Music , eigenproduzierte Serien) plötzlich auf jugendlich macht oder sich gar ein neues Haus baut und dazu eine Zweitwohnung in der hippen Großstadt mietet ( Apple Campus 2 , neue Büros in San Francisco). Im Gegenteil reagiert Apple auf die weitere starke Nachfrage nach Vierzoll-Smartphones, sieht in autonomen Autos nichts weiter als einen Computer auf Rädern, trägt den Veränderungen in der Arbeitswelt Rechnung, entwickelt sich in seinen Entertainment-Projekten einfach weiter und braucht mehr Platz am angestammten Ort und dort, wo Mitarbeiter gerne wohnen möchten. In der alten Zitrone scheint noch jede Menge Saft zu stecken.

Zwar geschah die Gründung Apples am 1. April 1976 im vollen Ernst – und doch war ein Trick dabei. Denn Steve Wozniak wollte für das gewagte Projekt nicht seinen gut bezahlten Job kündigen, daher überredete Steve Jobs den Geschäftsmann Ronald G. Wayne dazu, mit in die Firma einzusteigen. Mit der Unterschrift Waynes auf dem Papier konnte der eine Steve dem anderen sagen: "Schau her, Ron hat schon unterzeichnet, mach' auch du deinen Kaiser Wilhelm da hin". Ronald Wayne steig schon wenige Wochen später wieder aus und verkaufte seine Anteile für 800 US-Dollar. Heute wäre ein Drittel Apples über 200 Milliarden US-Dollar wert...

Einen ausgiebigen Rückblick auf die Geschichte Apples vom Apple I bis zum iPhone SE geben unsere Kollegen der Computerwoche in ihrem Beitrag " Die turbulente Apple-Story ", darin enthalten auch die Fünf High- und fünf Low-Lights der Apple-Geschichte: In 40 Jahren Unternehmensgeschichte kam da so einiges zusammen, revolutionäre Produkte und gigantische Flops. Jeweils fünf haben unsere Kollegen der Macworld als die besten und schlechtesten Apple-Produkte gekürt und werden dabei grundsätzlich. Die Top 5 sind der Apple II, der Macintosh, der iPod das iPhone und OS X, die Flop 5 bilden der Macintosh Portable, der Power Mac G4 Cube, der Apple III, eWorld und natürlich der Newton.

Die Süddeutsche Zeitung will sogar neun Dinge ausgemacht haben, die wegen Apple überflüssig wurden . Nun trägt aber der iPhone-Hersteller nicht die Alleinschuld an den Folgen des digitalen Wandels, den vor allem die finnische Wirtschaft schmerzlich spüren muss. Denn Nokia kann im Prinzip wieder zu seinen Gummistiefeln zurück und wegen sinkenden Papierbedarfs bleiben in den finnischen Wäldern immer mehr Bäume stehen – da fragt sich aber, wer den Schaden hat. Aber dass Fernsehen, die Musik-Industrie und die Digitalkamera nicht mehr so wie früher sind, kann man keineswegs Apple alleine anlasten: The times, they are a-changing.

Das wichtigste Produkt in der Apple-Geschichte war ohne Zweifel der Mac, wie alles begann und welche Produkte Apple zuvor baute, können Sie hier lesen .

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