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Apple gegen europäischen Stecker-Standard

24.01.2020 | 09:47 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Apple verteidigt seine Position gegen einen einheitlichen Standard bei Ladegeräten mit Hilfe einer Studie.

Apple hat sich gegen das Gesetzesvorhaben der EU ausgesprochen , einheitliche Ladegeräte und -stecker für Smartphones vorzuschreiben. Das würde nach hinten losgehen, argumentiert der iPhone-Hersteller und den Wettbewerb nicht fördern, sondern behindern. Verbraucher wären in keiner Weise durch einen einheitlichen Stecker erleichtert, im Gegenteil würde ein vorgeschriebener Standard riesige Mengen an Müll erzeugen. Apple führt dabei die rund eine Milliarde iPhones mit Lightning-Steckern an und das reichhaltige und intensiv genutzte Angebot von Zubehör: Dieses müsste auf dem Müll landen. Allerdings nicht sofort mit dem Erlass der Verordnung zum einheitlichen Ladegerät, sondern wohl eher erst, wenn eins der Glieder in der Kette – Apple-Gerät, Lightning-Kabel oder Lightning-Zubehör – kaputt ist.

Schon vor mehr als zehn Jahren hatte es erste Initiativen zur Vereinheitlichung von Ladelösungen gegeben, die EU hatte seinerzeit der Industrie die Möglichkeit gelassen, eigene Standards zu entwickeln, anstatt etwa Micro-USB verpflichtend vorzuschreiben. Laut Apple hat das geholfen, statt damals rund 30 Schnittstellen gibt es heute nur noch deren drei – neben Micro-USB eben Lightning und USB-C. Apple unterstützt seine Argumentation mit Ergebnissen einer Studie von Copenhagen Economics , aus der auch hervorgeht, dass bei der Produktion eines Kabels mit zwei USB-C-Steckern 20 Prozent mehr CO 2 anfallen würde als bei der des von Apple dem iPhone beigelegten Kabels, das Lightning mit USB-C oder USB-A verbindet. In der rund 90 Seite starken Studie finden sich jedoch keine Angaben, wie viele Teilnehmer an der Umfrage teilgenommen haben und wie repräsentativ diese Auswahl war.

Ebenso sei es heute für Verbraucher kein Problem mehr, passende Ladegeräte zu finden, dank Adaptern und Kabeln, vor 2009 war das gewiss noch ein größeres Problem, führt Apple aus, das die EU-Kommission auffordert, das Thema Ladestandards weiterhin Industrieverbänden zu überlassen und auf Innovationen des Wettbewerbs zu setzen.

Aus dem Statement kann man aber auch einen interessanten Schluss für die iPhones von 2020 und darüber hinaus ziehen : Apple wird bis auf Weiteres bei Lightning bleiben, anstatt wie beim iPad Pro die eigene Schnittstelle durch USB-C zu ersetzen. Eher scheint wahrscheinlich, dass Apple die Buchse komplett weglassen würde und auf drahtloses Laden mittels Qi-Standard setzte .

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