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Apple goes Hollywood: Apple TV+ vor dem Start

17.10.2019 | 10:25 Uhr | Peter Müller

Noch etwas mehr als zwei Wochen, dann geht Apples TV-Streamingservice mit einem umfangreichen Programm an Eigenproduktionen an den Start.

Der Hollywood Reporter hat zum anstehenden Start von Apple TV+ ein längeres Stück über die Schwierigkeiten bei der Entwicklung und Konzeption des Services veröffentlicht, bei dem es sich nicht nur um die Probleme dreht, die Apple zu lösen hatte, sondern auch um die der Konkurrenz, die wie Amazon Prime ebenso dem Platzhirschen Netflix nachstrebt.

So habe es bei diversen Serien kurzfristige Wechsel bei den Verantwortlichen geben müssen, weil die geforderte Qualität nicht erreicht wurde respektive sich der Blick auf die Inhalte wandelte. So habe etwa die Serie "The Morning Show" mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon plötzlich einen anderen Dreh bekommen müssen, als in der Szene der TV-Morning-Shows, in der die Serie spielt, mehrere Fälle sexueller Belästigung offenbar wurden – die Erzählperspektive haben die Verantwortlichen geändert und den für das Tagesgeschäft der Produktion verantwortlichen Showrunner ausgetauscht.

Auch bei anderen Projekten hatte es Änderungen an der Spitze gegeben oder sie stehen laut Bericht unmittelbar bevor – wie bei Jason Momoas Serie "See". Doch alles in allem habe Apple das Potenzial, dank seiner enormen Kundenbasis von fast anderthalb Milliarden Menschen, das TV-Streaming-Business komplett auf den Kopf zu stellen, meint etwa der TV-Agent Rob Kenneally von CAA. Im Jahr 2023 könnte Apple 100 Millionen Abonnenten für den Dienst gewonnen haben.

Apple helfe auch seine eigene Ehrlichkeit, vom TV-Geschäft wenig bis nichts zu verstehen und daher die besten Experten wie  Jamie Ehrlicht und Zack Van Amburg angeheuert zu haben. Apple mache auch keine halben Sachen, das zeigen etwa die Kooperationsverträge mit Hollywood-Akteuren der A-Liste und die Investitionen in das TV-Zentrum in Culver City, wo Ehrlicht und Van Amburg bis 2021 rund 1000 Mitarbeiter angestellt haben werden.

Die seit geraumer Zeit kursierende Zahl von einer Milliarde US-Dollar an Investitionen darf man längst nach oben korrigieren, allein eine Folge von "The Morning Show" koste 15 Millionen US-Dollar. Diese Sendung dürfte zum Start des Dienstes Ende kommender Woche auch die größte Aufmerksamkeit bekommen, neben "See" und "For all Mankind", die ebenso in etwas mehr als zwei Wochen gleich streamen werden. Doch hat Apple weitere Pfeile im Köcher, die treffen sollten. M. Night Shyamalans Thriller "Servant" wird am 28. November starten, die Serie "Truth Be Told" am 6. Dezember. Für "See", "Dickinson" oder "Little America" seien bereits zweite Staffeln in Produktion gegangen.

Apple TV+ kostet 4,99 Euro im Monat, für die gesamte in der Familienfreigabe zusammengefasste Familie, der erste Monat ist kostenlos. Käufer neuer Apple-Geräte wie iPhone, iPad, Mac oder Apple TV können sogar ein ganzes Jahr lang den neuen Service nutzen . Dazu müssen sie innerhalb von drei Monaten nach dem Kauf  und der Ersteinrichtung über die TV-App von iOS 13, iPadOS 13, tvOS 13 oder macOS 10.15 Catalina bei Apple TV+ anmelden.

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