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Apple hat offene Stellen für HomeKit

29.10.2019 | 10:17 Uhr | Peter Müller

Bloomberg liest aus einer Reihe von Stellengesuchen eine größere Umstrukturierung heraus. Diese wäre durchaus nötig, die bekannten Informationen lassen aber den Schluss so noch nicht zu.

Apple scheint im Kampf um das Wohnzimmer und andere Räume des Lebensbereichs seiner Kunden gegenüber der Konkurrenz von Amazon und Google zurückgefallen zu sein. Mit einem neuen Team, das Apple in Cupertino und San Diego aufbaut, will man dem entgegentreten, berichtet Bloomberg . Das Ziel sei unter anderem, mehr Dritthersteller ihre Hardware und Software in das Apple-Ökosystem einbinden zu lassen. Doch wolle man auch selbst hinsichtlich der Produkte aktiv werden und erforsche Möglichkeiten für Systeme jenseits des Homepod. Den Bereich anführen soll der ehemalige Mozilla-CTO Andreas Gal, der im letzten Jahr im Rahmen der Übernahme seines Unternehmens Silk Labs zu Apple gestoßen war. Konkret sucht Apple in seinen Stellenanzeigen nach 15 Ingenieuren in diesem Bereich, einen Kommentar abzugeben lehnte eine Apple-Sprecherin gegenüber Bloomberg ab.

Trugschluss – dennoch notwendig

Dem Schluss, den Bloomberg aus 15 aktuellen Stellenangeboten zieht, widerspricht Apple Insider . Denn aus der Anzahl der Joblistings könne man nicht folgern, Apple würde die Abteilung umkrempeln und auf neue Beine stellen. Zunächst seien von den 15 neuen Stellen aktuell nur noch 12 verfügbar, dafür sind aber insgesamt 26 Stellen in der HomeKit-Abteilung neu zu besetzen, der Rest stehe schon länger online.

Das sei nichts Neues, praktisch schon immer habe Apple allmonatlich um die 15 Posten neu besetzen wollen, offene Stellen rund um das Smart Home habe es stets um die 30 gegeben. Auch stimme Bloombergs Behauptung nicht, die aktuellen Anzeigen suchten nur nach Ingenieuren, ausgeschrieben sind auch Gesuche nach Experten für die Lieferkette. Apple überlasse die Suche nach neuem Personal nicht nur dem Zufall, sondern arbeite mit Headhuntern, das sei aber auch schon immer der Fall gewesen und somit nicht der Rede wert. Was gegenüber Apple Insider auch eine anonyme Quelle bestätigt, es gebe innerhalb des HomeKit-Teams keine nennenswerten Veränderungen.

Es war also womöglich der Wunsch Vater des Gedankens des Bloomberg-Artikels – und diesen Wunsch teilt auch Apple Insider. Es sei richtig, dass Google und Amazon weniger Wert als Apple auf Datenschutz und Privatsphäre legen, aber wenn man irgendein Smart-Home-Gerät in die Hände bekommt, könne man sicher sein, dass dieses auch mit den Diensten der beiden arbeite, wohingegen man nach HomeKit-Geräten schon suchen müsse.

Dabei zeige Apple doch gute Ansätze, mit HomeKit Secure Video in iOS 13 etwa könnten Kameras ihre Aufnahmen sicher auf Apples Servern speichern und nicht in einer womöglich weniger zuverlässigen Cloud. Bisher hat sich aber nur Logitech gemeldet, die Innovation unterstützen zu wollen.

Was auch daran liegt, dass Kamerahersteller im Vermieten von Cloud-Speicher ein lukratives Geschäftsmodell sehen. Apple bräuchte also HomeKit-Evangelisten, welche die gute Nachricht an die Industrie bringen würden. Aber auch in Sachen Hardware gebe es Potential: Denn Apple TV und Homepod dienen zwar bereits als HomeKit-Hubs, viel besser wären sie aber, könnten sie gleichzeitig ein Mesh aufbauen – so wie es etwa Google (respektive die Smarthome-Marke Nest) mit seinem neuen WiFi-System vorführt .

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