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Apple kauft Startup Mobeewave für 100 Millionen US-Dollar - der Grund

03.08.2020 | 14:47 Uhr | Peter Müller

Mit dem iPhone bezahlen – das geht nun in den meisten Geschäften. Es bleiben aber Lücken, die Apples Akquise füllen könnte.

Apple hat das Startup Mobeewave aus Montreal für geschätzte 100 Millionen US-Dollar übernommen, berichtet Bloomberg . Mobeewave hat eine Technologie entwickelt, die Smartphones zu mobilen Zahlterminals macht. Außer der in den Geräten eingebauten NFC-Technik bedarf es dann keine weitere Hardware, um per Bankkarte oder Smartphone mit NFC-Chip zu bezahlen. Die Technologie wäre eine interessante und nützliche Erweiterung für Apple Pay und würde kontaktloses Zahlen an weit mehr Stellen als bisher ermöglichen. Doch verrät Apple bei den gelegentlichen Übernahmen kleinerer Firmen nie etwas zu konkreten Plänen. Mobeewae mit seinen einigen Dutzend Angestellten soll weiter von Montreal aus operieren.

Apple hat gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtendienst nur das übliche nichtssagende Statement gegeben, die Informationen stammen aus einer namentlich nicht genannten Quelle, die über die Vorgänge Bescheid wisse.

Apple hat Apple Pay im Jahr 2014 vorgestellt, alle seither gebauten iPhones, angefangen vom iPhone 5S, haben NFC-Chips an Bord und sind damit kompatibel zu dem Bezahlsystem. In Deutschland gibt es Apple Pay seit Ende 2018, erste Ende 2019 kamen die Sparkassen mit dazu, die erst seit kurzem auch die Girocard der Wallet hinzufügen lassen – nicht alle Bezahlterminals akzeptieren die Kreditkarte in der Wallet als Zahlungsmittel. Volks- und Raiffeisenbanken bieten nach wie vor Apple Pay nur mit Kreditkarte an.

Vermutlich wird Apple die Technik von Mobeewave über kurz oder lang aber in Apple Pay integrieren, fragt sich nur, in welchen Ländern und zu welchen Bedingungen. Apple Pay Cash , die Möglichkeit, Geld via Nachrichten (iMessages) auszutauschen, ist in Deutschland weiterhin nicht verfügbar.

Apple würde mit der von Mobeewave übernommenen und in Apple Pay integrierten Technik mit Herstellern wie Square Inc. konkurrieren, die Bezahlterminals für Smartphones und Tablets anbieten. Samsung hat im vergangenen Jahr bereits über seinen Investitionszweig rund 20 Millionen US-Dollar in das Startup investiert und die Nutzung der Technik auf seinen Smartphones ermöglicht.

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