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Apple produziert nun in Indien – schwieriger Markt

02.08.2017 | 14:40 Uhr |

Apple kann in Indien seine Preise weiter senken und so einen wachsenden, aber preissensitiven Markt ansprechen.

Update vom 2. August 2017: Nach einem Bericht von Reuters gibt es beim Aufbau einer eigenständigen indischen iPhone-Produktion weitere Verzögerungen. Seit Mai 2017 lässt Apple in Bangalore von Wistron iPhone SE zusammenbauen, plant aber die komplette Herstellung von Smartphones in Indien. Apple hatte deshalb versucht, bei den indischen Behörden die bereits ausgehandelten Steuererleichterungen und Zoll-Erleichterungen auch für seine Komponentenhersteller durchzusetzen. Diese würden im Auftrag Apple Bauteile für Apples Smartphones fertigen. Dies wird aber von der Regierung bisher verweigert, auch aus Rücksicht auf andere Hersteller.

So habe es bereits viele Streichungen von Import-Zöllen gegeben, was die Ansiedlung von Smartphone-Produzenten gegeben. Nur für eine Firma wolle man keine Ausnahme machen, solche Erleichterungen müssten für alle Hersteller gelten. Eigentlich ist die indische Regierung sehr am Aufbau einer iPhone-Herstellung auf dem Subkontinent interessiert. Für die „Make-in-India“ Kampagne von Premier Narendra Modi wäre ein Aufbau einer iPhone-Produktion ein Erfolg, handelte es sich doch um die erste außerhalb Chinas. Von Apple gibt es zu den Meldungen bisher keinen Kommentar, die Verzögerungen könnten aber Apples Probleme in Indien verstärken. Bisher hat Apple in Indien nur zwei Prozent Marktanteil, Indien gilt aber für Smartphones als letzter großer verbleibender Wachstumsmarkt. Laut einem Bericht von Counterpoint hat aber auch Samsung Probleme, so fiel der Marktanteil der Koreaner im Juni-Quartal gegenüber dem Vorjahr von 25,6 auf 24,1 Prozent. Grund dafür ist starke Konkurrenz durch chinesische Firmen wie Xiaomi, Vivo, Oppo und Lenovo.

Update vom 3. Juli:  Apple senkt in Indien die Preise für iPhones, iPads und Mac um rund 7,5 Prozent. Der Grund ist eine Steuerreform, angeblich die größte seit Indiens Unabhängigkeit vor 70 Jahren. Das Pendant zur Mehrwertsteuer werde nun bei jedem Produktionsschritt erhoben und nicht erst beim Verkauf des fertigen Produktes. Der Händler muss nur seine eigene Marge versteuern. Apple betrachtet Indien als einen wichtigen Wachstumsmarkt, der jedoch sehr preissensitiv ist. Eine eigene Produktion von iPhones, die Apple im Land weit unter Weltmarktpreisen verkauft, ist angelaufen.

Update vom 23. Juni 2017: Schwieriger Markt: Nach mühevollen Verhandlungen mit den indischen Behörden kann Apple nun auch vor Ort produzieren. Wie das Wall Street Journal berichtet, stehen dem iPhone-Hersteller noch ganz andere Schwierigkeiten bevor. Vor allem kann in preislicher Hinsicht kaum mithalten, im Lande würden 75 Prozent der Smartphones unter 250 US-Dollar kosten und 96 Prozent unter 500 US-Dollar. Apple halte gerade einmal einen Marktanteil von drei Prozent, während Samsung immerhin 27 Prozent halte. Das Gros geht jedoch an lokale Marken. Es ist jedoch nicht bekannt, wie viele Profite die einzelnen Hersteller aus dem Markt ziehen, Apple musste seine Preise deutlich senken, um überhaupt mithalten zu können. Apple will nun seine Präsenz ausbauen und drei Flaggschiffstores in Delhi, Bangalore und Mumbai eröffnen. pm

Update vom 18. Mai 2017: Apple hat seine erste Charge von in Indien produzierten iPhone SE fertig stellen lassen, berichtet das Wall Street Journal . Der taiwanische Fertiger Wistron betreibt für Apple eine Fabrik im Bundesstaat Karnataka, dort werden die Telefone vor allem für den lokalen Markt zusammen gebaut. Die ersten in Indien gefertigten Geräte werden im Laufe dieser und der nächsten Woche in den Handel gelangen. Dank wegfallender Zölle könnte Apple das iPhone SE zu Preise von etwa 200 bis 250 US-Dollar verkaufen und damit die Mittelklasse in Indien ansprechen. pm

Update vom 6. Februar 2017: Apple wird ab April iPhones in Bangalore produzieren, haben die Behörden des indischen Bundesstaates Karnataka bestätig t. Die Fabrik betriebt dabei der taiwanische Vertragsfertiger Wistron. Apple hat diesbezügliche Berichte bisher aber nicht kommentiert. Apple sieht in Indien auch einen stark wachsenden Absatzmarkt, ist aber bisher mit seinen Plänen gescheitert, wiederaufbereitete iPhones älterer Bauart zu verkaufen. Mit dem zunehmenden Ausbau von 4G-Infrastruturen sollten aber auch neuere Modelle sich besser verkaufen können, insbesondere, wenn sie vor Ort produziert werden. Apple hatte im vergangenen Jahr angekündigt, 2017 in Bangalore ein Entwicklerzentrum zu eröffnen.   pm

Update vom 26.1.1 7: Apple versucht seit geraumer Zeit, in Indien besser Fuß zu fassen und im Land nicht nur iPhones produzieren zu lassen, sondern auch zu verkaufen. Bei einem Treffen mit Regierungsvertretern hat Apple am Mittwoch seine Pläne für Investitionen in Fertigungsstätten detailliert dargelegt und ist optimistisch aus dem Treffen gegangen. Man habe den offenen Dialog mit den Behörden über den Ausbau des lokalen Business für gut befunden, heißt es in einem danach veröffentlichten Statement. Indien ist für Apple auch als Absatzmarkt von potentiellem Interesse, derzeit ist das Wachstum nirgendwo sonst so stark. Apple kommt jedoch auch von einem bescheidenen Niveau, mit dem derzeit intensiv angegangenen Ausbau von 4G-Infrastrukturen in Indien rechnet sich auch Apple bessere Chancen aus. pm

Stand vom 20.12.16: Apple könnte einen Teil seiner Smartphone-Produktion in Zukunft nach Indien verlegen. Das Wall Street Journal will aus brancheninternen Quellen von entsprechenden Verhandlungen mit der indischen Regierung erfahren haben.

Laut dem Wall Street Journal habe sich Apple im November in einem Brief an die indische Regierung gewandt. Darin habe der US-Konzern seine Produktionspläne für Indien dargelegt und um finanzielle Anreize gebeten. Weder die indische Regierung noch Apple wollten zu der Meldung bislang Stellung beziehen.

Produktionsstätten in Indien würden Apple bei der Eröffnung von Apple Stores im Land helfen. Der indische Markt birgt für den Konzern noch viel Potenzial. In Indien zeichnet Apple bislang lediglich für zwei Prozent der Smartphone-Verkäufe verantwortlich. Der indische Premierminister Narendra Modi will die Technik-Produktion in seinem Land ankurbeln. Dazu rief Modi im Juni die „Make in India“-Initiative ins Leben. Diese befreit ausländische Hersteller für drei Jahre von mehreren Auflagen.

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