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Apple legt beeindruckende Rekordbilanz vor – das iPhone ist zurück

29.01.2020 | 06:17 Uhr | Peter Müller

War da was? Vor einem Jahr noch schien Apple in der Krise, auf hohem Niveau. Die Bilanz für das erste Quartal 2019/20 straft Skeptiker Lügen.

Nur zwölf Monate, nachdem Apple seine Quartalsergebnisse überraschend nach unten revidiert hat und über einen Rückgang der iPhone-Verkäufe berichtete, ist das Gras auf dieser Seite des Kalenders viel grüner. Man könnte sagen: Mitternachtsgrüner.

Umsatz und Gewinn Apples seit dem Q1 2010
Vergrößern Umsatz und Gewinn Apples seit dem Q1 2010

Für das erste Geschäftsquartal 2020 (das die letzten drei Monate des Jahres 2019 einschließt) verbuchte Apple einen Rekordumsatz von 91,8 Milliarden US-Dollar, womit das Unternehmen seine eigenen Schätzungen übertraf und das Dezemberquartal des letzten Jahres um fast 10 Prozent übertraf. Allein die mit dem iPhone generierten Umsätze stiegen um mehr als 7 Prozent auf 55,96 Milliarden US-Dollar an, da sich das iPhone 11 und das iPhone 11 Pro als im Weihnachtsgeschäft sehr begehrt erwiesen. Das ist zwar nicht das beste Ergebnis der Historie – Apple hat im Urlaubsquartal 2018 iPhones im Wert von 61 Milliarden Dollar verkauft – aber es ist das stärkste Ergebnis seit zwei Jahren. Apple nennt seit einem Jahr keine exakten Verkaufszahlen mehr und hat auch noch nie einzelne Modelle ausgewiesen.

Der Nettogewinn betrug 22,24 Milliarden US-Dollar (Q1 2019: 19,965 Mrd. USD), der Gewinn pro verwässerter Aktie 4,99 US-Dollar. Die Bruttogewinnmarge lag bei 38,35 US-Dollar.

Das iPhone war aber nicht der einzige Leistungsträger. Wie schon in den vergangenen Quartalen sind auch die Bereich Services und "Wearables, Home and Accesories" im Umsatz gestiegen und brachten zusammen 23 Milliarden Dollar ein. Vor allem die Wearables zeigten ein enormes Wachstum, mit einem Anstieg von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun etwas über 10 Milliarden US-Dollar.
 
Auch der Services-Bereich Dienstleistungen legte im Jahresvergleich um beeindruckende 17 Prozent auf 12,7 Milliarden US-Dollar zu, allerdings nur geringfügig (250 Millionen US-Dollar) gegenüber dem Vorquartal. Das deutet darauf hin, dass ein großer Teil der Abonnenten von Apple TV+ das kostenlose Jahr genießt, das Apple mit jedem neuen Gerätekauf anbietet. Im kommenden Jahr erst wird der Posten nennenswert in die Bilanz eingehen, dann könnten wir bezüglich des Erfolgs von Apple TV+ schlauer sein. In der Bilanzpressekonferenz sagte CFO Luca Maestri, dass Apple 480 Millionen Abonnenten für seine eigenen und kostenpflichtigen Dienste hat, mit dem Ziel, bis Ende des Jahres 2020 600 Millionen zu erreichen. Eine genauere Aufteilung ließ er sich nicht entlocken – viele Kunden haben ja auch mehrere Services gebucht, wie Apple Music, Apple Arcade und dazu noch Speicher in der iCloud.

CEO Tim Cook hob die Stärke des iPhones und auch das allgemeine Kundenwachstum von Apple hervor. "Während des Weihnachtsquartals ist unsere aktive installierte Basis von Geräten in jedem unserer geografischen Segmente gewachsen und hat nun über 1,5 Milliarden weltweit erreicht. Wir sehen dies als ein starkes Zeugnis für die Zufriedenheit, das Engagement und die Loyalität unserer Kunden – und als einen großen Motor unseres Wachstums in allen Bereichen". Allein das iPhone dürfte global mehr als eine Milliarde Nutzer haben.

Es gab jedoch nicht nur gute Nachrichten. Das iPad  enttäuschte ein wenig und verzeichnete einen Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Apples Upgrade-Zyklus belastet eindeutig die Verkäufe: Vor einem Jahr waren die teuren iPad Pro neu im Portfolio, im Herbst 2019 nur das Einsteiger-iPad. Neue iPad Pro erwarten wir für das zweite Kalenderquartal 2020. Die ebenso im Herbst präsentierten 16-Zoll-Macbook Pro und das High-End-Modell Mac Pro konnten wenig Interesse am Mac wecken – die Verkäufe stagnierten im Vergleich zum Vorjahr im Grunde genommen: 7,1 Milliarden gegenüber 7,42 Milliarden US-Dollar.

Für das zweite Quartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 63 und 67 Milliarden Dollar, was einen gesunden Sprung gegenüber den 58 Milliarden des letzten Jahres bedeuten würde. Im nachbörslichen Handel legte die Apple-Aktie gestern um weitere 1,5 Prozent auf nunmehr 322,55 US-Dollar zu.

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