2524124

Apple legt heute Abend Bilanz vor: Worauf zu achten ist

30.07.2020 | 09:09 Uhr | Peter Müller

Ein neuer iMac kommt nicht vor August, die iPhone 12 wohl erst im Oktober. Apple wird heute dennoch eine interessante Bilanz vorlegen.

Auch gestern Nachmittag haben wir also vergeblich auf eine Meldung aus Cupertino gewartet, die uns einen neuen iMac angekündigt hätte. Aber hatte nicht der Leaker John Prosser, der in diesem Jahr schon öfter ins Schwarze traf, neulich nicht gesagt, dass es eher August würde mit einem neuen iMac , der noch im alten Design und mit alter Chip-Architektur käme? Warum auch nicht, den ersten Glas-Alu-Mac mit Intel-Chip kündigte Apple seinerzeit auch Anfang August an, im Jahre 2007 , dann kann auch der letzte seiner Art nochmal eine Sommerpremiere feiern.

Heute wird es eher nichts damit, aus mehreren Gründen. Bisher steht der 30. Juli nur einmal in der Liste der Apple-Produktankündigungen, 2009 war das, als die Time Capusle auch mit 2 TB Speicher verfügbar wurde. Dann ist auch noch Donnerstag, den Apple selten für Vorstellungen nutzt – der 30.07.2009 war aber auch einer.

Der entscheidende Grund dürfte sein, dass Apple für heute Abend unserer Zeit schon einen Termin angekündigt hat: Nach Börsenschluss der Nasdaq um 16 Uhr Ortszeit (22 Uhr MESZ) legt Cupertino die Bilanz für das Juni-Quartal vor, das dritte in seinem Geschäftsjahr.

Spektakuläres ist eher nicht zu erwarten, zumal das Juni-Quartal für Apple immer das schlechteste ist, respektive das am wenigsten Gute. Bei einem Umsatz von 53,8 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 10 Milliarden US-Dollar wie im Vorjahr kann man nicht von schlecht sprechen.

Mag auch sein, dass der iPhone-Umsatz wieder klar über 30 Milliarden US-Dollar liegen wird, das iPhone SE war der unumstrittene Knüller des von Anfang April bis Ende Juni laufenden Zeitraums. Apple gehört auch zu den Unternehmen, denen die Corona-Krise, welche die Bücher der meisten anderen im Q3 des Fiskaljahres bestimmen wird, am wenigsten angetan hat. Im Gegenteil ist die Nachfrage nach Equipment für das Home-Office oder das Home-Schooling sprunghaft gestiegen – von dem Effekt wird Apple auch in seinem Back-to-School-Geschäft profitieren.

Wichtige Schlussfolgerungen aus der Bilanz

Nicht nur das Thema iPhone SE ist hinsichtlich der Bilanzoffenlegung heute Abend wichtig, meint Annie Gaus auf TheStreet.com , auch drei andere Punkte werde man besonders beachten müssen. So könne man etwa aus den Aussichten auf das nächste Quartal erste Rückschlüsse ziehen, ob Apple noch im September neue iPhones vorzustellen gedenkt oder ob man eher mit dem vierten Kalenderquartal wird rechnen müssen. Die Services-Sparte und deren vermutlich weiterhin starkes Wachstum wird Apple wohl auch wieder besonders betonen. Und nicht auszuschließen, dass Tim Cook in der Bilanzpressekonferenz auch noch ein paar Takte zu den laufenden Wettbewerbsuntersuchungen des US-Kongresses sagen wird.

Der Chip-Hersteller Qualcomm hat indes die Bilanz für sein drittes Quartal vorgelegt : 845 Millionen US-Dollar Gewinn bei 4,893 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das ist zwar deutlich niedriger als vor einem Jahr (2,15 Milliarden US-Dollar Gewinn bei 9,635 Milliarden US-Dollar Umsatz), darin war aber Apples Nachzahlung in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar mit eingerechnet. Interessant sind die recht trüben Aussichten für das vierte Quartal des Fiskaljahres.

Qualcomm, dessen Funkmodems in fast allen Smartphones verbaut sind, rechnet mit einem Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Verantwortlich dafür sei die Covid-19-Pandemie, die nicht zuletzt zu einer Verzögerung der Markteinführung von 5G-Smartphones führe. Damit dürfte vorwiegend Apple gemeint sein, das seine iPhones des Jahrgangs 2020 wohl erst im neuen Geschäftsjahr, also ab Oktober, auf den Markt bringen könne. Der zuletzt recht treffsichere Leaker John Prosser rechnet ebenso mit dem Oktober als Starttermin für neue iPhones, zudem werde Apple dann neue iPads bringen. Welche, sagt Prosser nicht, aber iPad Air und iPad Mini haben schon seit Frühjahr 2019 kein Update mehr bekommen, ebenso lang wie der iMac.

Macwelt Marktplatz

2524124