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Apple legt nach im Rechtsstreit wegen Birnen-Logo

25.08.2020 | 15:30 Uhr |

Dass Apple keinen Spaß versteht, wenn Logos von anderen Unternehmen Ähnlichkeiten mit dem berĂŒhmten angebissenen Apfel aufweisen, ist hinreichend bekannt. Im juristischen Kampf gegen den Dienst Prepear hat Apple möglicherweise ĂŒber das Ziel hinausgeschossen. Der Stein des Anstoßes: Ein Logo in Form einer Birne.

Der Dienst Prepear ist auf den ersten Blick ganz harmlos: Mithilfe der App, die sowohl im App Store als auch im Google Play Store kostenlos verfĂŒgbar ist, lassen sich aus Rezepten KochbĂŒcher erstellen und Einkaufslisten anlegen. Eine nette Hilfe fĂŒr Hobbyköche. Doch wenn es nach Apple geht, wird Prepear Änderungen vornehmen mĂŒssen. Denn das Logo, so Apple, orientiere sich zu stark an Apples eigenem Logo und sei somit rechtswidrig. Das ist nicht nur fĂŒr die Verantwortlichen von Prepear nicht nachvollziehbar, auch in der Öffentlichkeit regt sich Widerstand.

Vor zwei Wochen berichteten wir erstmals ĂŒber den Rechtsstreit. Immer wieder kommt es vor, dass Apple Unternehmen wegen ihres Logos juristisch angreift. In manchen FĂ€llen ist dieses Vorgehen durchaus nachvollziehbar, nĂ€mlich wenn sich die Logos derart Ă€hnlich sind, dass tatsĂ€chlich eine Verwechslungsgefahr besteht. Manchmal jedoch erscheint das Vorgehen Apples ĂŒberzogen, so auch in diesem Fall. Denn das Logo von Prepear hat mit Apples vor allem eines gemeinsam: Es handelt sich um Obst.

Dennoch geht Apple mit harten Mitteln gegen Prepear vor und setzt das kleine Team vor allem mit finanziellen Mitteln unter Druck. Und zwar so stark, dass sich Prepear laut eigenen Angaben schon gezwungen sah, einen Mitarbeiter zu kĂŒndigen, um die finanziellen Mittel fĂŒr den Rechtsstreit aufbringen zu können. Und es könnte noch teurer werden, denn Apple hat einen zweiten Einspruch gegen die Registrierung des Birnen-Logos als Marke eingelegt, diesmal in Kanada. Das berichtet iPhone In Canada.

Ob Prepear es schafft, den Rechtsstreit in zwei SchauplĂ€tzen zu fĂŒhren, ist noch ungewiss. Viele kleine Marken haben sich in der Vergangenheit der Übermacht Apples ergeben und ihr Logo gewechselt. Diesmal steht das kleinere Unternehmen aber nicht alleine da. Bereits 220.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, die verlangt, dass Apple den Angriff auf Prepear einstellt. Gestartet wurde von Russel Monson, MitbegrĂŒnder von Prepear. Ob der öffentliche Druck reicht, um Apple von seinem Vorhaben abzubringen, bleibt abzuwarten.

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