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Apple zahlt Samsung 600 Mio. Euro an Strafzahlungen

08.07.2019 | 11:54 Uhr |

Apple stellt die OLED-Displays für das iPhone nicht selbst her, sondern setzt auf Displays aus dem Hause Samsung. Samsung hat sogar eine eigene Fabrik nur für iPhone-Displays gebaut, und genau das könnte unerwartet teuer für Apple werden.

Update vom 08. Juli 2019:

Apple hat tatsächlich Strafzahlungen an Samsung geleistet. Die genaue Höhe geht aus den aktuellen Geschäftszahlen des koreanischen Unternehmens hervor. Laut Reuters half die einmalige Zahlung die negativen Ergebnisse im vergangenen Quartal etwas aufzubessern. Demnach flossen rund 800 Milliarden südkoreanischen Won an Samsung, das sind umgerechnet etwas mehr als 600 Millionen Euro.

Ursprüngliche News vom 26. Juni 2019:

Die schlechten Verkaufszahlen des iPhone XS und XS Max könnten Apple noch einmal mehrere Millionen kosten. Darüber berichtet Zdnet unter Berufung auf einen Insider. Ursache für die zusätzlichen Kosten sind mögliche Strafzahlungen, die Apple an Samsung leisten muss. Das iPhone X war das erste iPhone mit OLED-Display, das iPhone XS und sein großer Bruder, das iPhone XS Max, setzen ebenfalls auf ein OLED. Die Displays kommen von Samsung.

Laut den Berichten hat Apple vertraglich zugesichert, 100 Millionen Displays im Jahr abzunehmen. Die Verkaufszahlen der neuen iPhone-Generation blieben aber hinter den Erwartungen zurück, was sich auch in den Profitmargen der Displaysparte von Samsung bemerkbar macht. Dieser fiel nämlich 2018 von 5,7 Billionen Won (4,3 Milliarden Euro) in 2017 auf 2,62 Billionen Won (ca. 2 Milliarden Euro) in 2018.

Da Apple nicht die vertraglich zugesicherten Mengen an Displays abnahm, könnte Samsung klagen und Strafzahlungen verlangen. Erschwerend kommt hinzu, dass Apple auf den Bau einer Fabrik bestand, die ausschließlich Displays für das iPhone herstellt. Samsung akzeptierte diese Bedingung und baute die Fabrik. Die Kosten für den Bau betrugen laut Medienberichten rund 20 Milliarden US-Dollar.

Dass Apple tatsächlich Strafzahlungen leisten wird ist fragwürdig. Laut ETNews hat der Konzern stattdessen vor, weitere Aufträge für OLED-Displays in neuen Apple-Geräten an Samsung zu vergeben und somit die Stimmung zwischen den beiden Unternehmen wieder zu verbessern.

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