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Wegen iPhone-Werbung: Apple soll 10 Millionen Euro Strafe in Italien zahlen

01.12.2020 | 12:46 Uhr | Halyna Kubiv

Die Wettbewerbsbehörde in Italien stört sich an Apples Werbung, wobei das Unternehmen die Wasserfestigkeit der iPhones anpreist.

Die Kartellbehörde in Italien (L’Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato, AGCM) hat Apple eine Strafe in Höhe von zehn Millionen Euro auferlegt. Im Einzelnen stört sich die Behörde an zweierlei Umständen: Apple bewirbt seine neueren iPhone-Modelle als Wasser-geschützt. Allerdings verschweigt das Unternehmen demnach die Umstände, dass die Geräte unter kontrollierten Laborbedingungen getestet wurden und die Angaben von Apple sich nicht unbedingt im Alltag bestätigen lassen. Zum anderen stört sich die italienische Behörde daran, dass Apple trotz der Bewerbung der Wasser-geschützten Geräte keine Garantie auf Wasserschaden gewährleistet, bzw. die Kunden nicht aufklärt, um welche Art der Garantie es sich dabei handelt.

Die Behörde hat dabei offenbar auf den Bericht eines iPhone-Besitzers reagiert. Dieser ist nach eigenen Angaben mit seinem iPhone XS Max 64 GB im Meer baden gegangen und hat unter Wasser damit fotografiert. Nach Angaben Apples ist das Gerät nach dem Standard IP68 Wasser-geschützt, kann also bis zu dreißig Minuten in der Tiefe von bis zu zwei Meter aushalten. Apple weist zwar in seinem Support-Bereich darauf hin, dass man mit den Geräten nicht baden gehen darf sowie man vom Tauchen, Surfen etc. absehen sollte. Dorthin verirren sich wohl die wenigsten Nutzer im Unterschied zu den Leuten in der Werbung, die zumindest in Italien auf allen Kanälen gelaufen ist, wie die Untersuchung der Behörde belegt.

Der betroffene Anwender hat kurz danach festgestellt, dass sein Gerät nicht mehr richtig funktioniert und hat Hilfe bei Apple gesucht. Die Mitarbeiter haben jedoch keine kostenlosen Reparaturen angeboten, denn "... Apple hat seine Geräte unter Laborbedingungen getestet, Salzwasser wie im Meer ist für ein iPhone ausgesprochen schädlich, zudem bewirbt Apple die iPhones nicht im Zusammenhang mit dem Meereswasser". ( Seite 17 in den Untersuchungsunterlagen ). Der Verbraucher hat in einem Telefonat mit einem Apple-Techniker zugegeben, das iPhone danach unter Leitungswasser abgespült zu haben, das Angebot des Unternehmens war, das Gerät gegen eine Entschädigung von 640 Euro gegen ein neues auszutauschen.

Die Wettbewerbsbehörde in Italien geht wenig zimperlich mit dem iPhone-Hersteller um, schon vor einiger Zeit musste Apple zehn Mio. Euro wegen der iPhone-Drosselung zahlen . Auch in Sachen Apple Care waren sich Apple und AGCM uneinig.

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