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Apple stellt den Verkauf des iPod Touch ein – was ist der wahre Grund?

11.05.2022 | 13:00 Uhr | Stephan Wiesend

Mit der Einstellung des iPod Touch endet eine ganze Ära. Der Grund für das Ende des iPod Touch ist aber vermutlich, dass er nicht mehr in Apples Geschäftsmodell passt.

Es war schon abzusehen, dass Apple den iPod Touch bald aus dem Programm nimmt. Bereits im Oktober hatte Apple den letzten aller iPods aus der Apple-Store-Rubrik „Musik“ verbannt, er blieb aber weiter im Angebot . Nun wird der Musikplayer offiziell aus dem Programm gestrichen – nur noch die Restbestände werden verkauft „Solange Vorrat reicht“. Viele einstige iPod-Besitzer werden nun etwas in Erinnerungen schwelgen – die meisten werden aber schon lange vom iPod zum iPhone gewechselt sein. Laut Apple ist ein iPod einfach nicht mehr nötig, hauptsächlich für das Streaming oder den mobilen Zugriff auf die komplette Musikbibliothek sei ein iPhone überlegen.

Schon 2019 waren viele überrascht, dass Apple dem iPod Touch doch noch eine Generalüberholung spendiert hatte. Dank des A10-Chips des iPhone 7 wurde der Touch der 7. Generation mit aktuellen iOS-Versionen kompatibel. Er hatte weiterhin Fans: Musik-Enthusiasten schätzen offenbar einen „puren“ Musikplayer ohne aufpoppende Chats, Anrufe und andere Benachrichtigungen. Eltern gibt das Gerät die Möglichkeit, Kinder mit einer günstigen Smartphone-Alternative zu versorgen. Sogar 3D-Audio und Dolby Atmos werden unterstützt, wenn auch der iPod gar nicht mehr in der Liste der unterstützten Geräte erscheint.

Der wahre Grund?

Vielleicht sind Apple auch in der Chip-Krise die Komponenten ausgegangen, der wahrscheinliche Grund ist aber wohl finanzieller Natur. Apple hat mit dem iPod Touch wohl nur noch wenig Geld verdient. Mit einem Preis ab 229 Euro (im Refurbished Store ab 189 Euro) inklusive Kopfhörern war er eines von Apple günstigsten Produkten und wurde von der Sales-Abteilung wohl nicht gerade gern gesehen. Er passte vermutlich einfach nicht mehr ins Öko-System: So fand mit jedem verkauften iPod Touch ein Kauf eines profitableren iPads, einer Apple Watch oder eines iPhone eben nicht statt. Nicht zufällig empfiehlt Apple schließlich als Alternative neben iPhones Apple Watch SE und iPad „mit einem leistungsfähigeren Chip und einem größeren Display“ beide sind allerdings mit 299 Euro bzw. 379 Euro deutlich teurer und werden zudem ohne Kopfhörer ausgeliefert. Schlussendlich soll der Kunde schließlich möglichst auch ein Apple-Music-Abo abschließen.

Auf eine kuriose Art schließt sich so mit der Einstellung des iPod ein Kreis: Gründete der Erfolg des iPods doch darin, CDs zu rippen und mit MP3 und Downloads dem Geschäftsmodell der Unterhaltungskonzerne zu entkommen.

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