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Apple streitet sich um Markenrechte mit "Apple-Man"

01.02.2022 | 16:40 Uhr | Halyna Kubiv

Apple ist bekannt für kaum nachvollziehbare Markenrechts-Verfahren gegen kleinere Hersteller oder Dienstleister. Diesmal hat es einen Regisseur aus der Ukraine erwischt.

"Apple-Man" klingt nach einem Haushaltsroboter, der datenschutzfreundlich im Smart Home à la Apple, die Aufgaben erledigt, für die Siri und Co. viel zu digital sind und Apple-Kunden viel zu faul. Doch tatsächlich handelt es sich um eine Persiflage der nie enden wollenden Superhelden-Verfilmungen, die mit jedem Mal immer lächerlicher werden. Der ukrainische Regisseur Vasyl Moskalenko hat dafür den Apple-Man ins Leben gerufen: Der gute Mann kann, nun ja, ohne Berührung mit Äpfeln jonglieren, er kämpft gegen seinen Widersacher Dr. Burger-Man, der mit den fettigen Burgern Menschen im direkten Sinne umbringen kann. Quasi ein ungleicher Kampf von gesunder Ernährung gegen Junk-Food. Nach allen Regeln des Genres darf ein weibliches Eye-Candy nicht fehlen – die Cherry-Woman.

 

Was als Langeweile in Lockdown von 2020 entstand, denn der Trailer wurde in Moskalenkos Wohnung mit Gegenständen aus dem eigenen Haushalt gedreht, wurde zum eigenständigen Projekt. Ende 2020 hat der Regisseur ein Kickstarter-Projekt angefangen, das in einem Monat die notwendigen Kosten von knapp 100.000 US-Dollar aufgetrieben hat. Damit wollen die Macher einen vollwertigen Film auf die Beine stellen, versprochen wurde der Start im März 2022. 

Apple fühlt sich vom Apple-Man wohl veräppelt

Und nun kommt Apple, also nicht der Superheld, sondern das Unternehmen aus Cupertino, ins Spiel. Nach Aussagen von Moskalenko sieht das Unternehmen seine Markenrechte durch die von Moskalenko eingereichte Wortmarke "Apple-Man" in den USA verletzt und klagt dagegen. Apple ist für seine teils unerklärliche Verfahren wegen Markenrechtsverletzung bekannt: So musste sich ein kleines Café in Bonn mit Apple streiten, weil es "Apfelkind" hieß und ein Apfellogo mit einem Kindergesicht trug . Zuletzt musste sich eine US-amerikanische Firma Prepear mit Apple vor dem US-amerikanischen Patentamt messen, weil sie ein Birnen-Logo mit einem Blatt genutzt hat. Apple hat die Klage jedoch zurückgezogen , nachdem Prepear sein Logo geringfügig änderte. Ein in München als "Macbar" geplantes Service-Center mit Kaffee-Ausschank musste sich noch vor Eröffnung in Solution Bar umbenennen.

Im Fall von "Apple-Man" haben Apples Anwälte am 12. Dezember 2021 die sogenannte "Opposition", also Antrag auf Ablehnung der Markenrechte eingereicht, Moskalenko wollte "Apple-Man" als Super-Helden-Marke in den USA registrieren . Wie nun dieser Streit ausgeht, bleibt abzuwarten. Mit dem steigenden Aufsehen tendiert die Firma zu Vergleichen, wenn die Markenrechtsanwärter kleinere Details ändern. 

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