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Apple streitet sich um die polnische Domain ap.pl

27.07.2015 | 17:02 Uhr | Halyna Kubiv

Wieder ein Szenario "David gegen Goliath" mit Beteiligung von Apple, diesmal in Polen: Wegen eines wohlklingenden Domain-Namens.

Die Domain ap.pl wurde in Polen noch 2002 eingetragen , seit 2012 betreibt damit ihr Inhaber, Artur Janiszewski , ein Online-Gesch├Ąft mit Smartphone-Zubeh├Âr. Da der Name aber das eingetragene Markenzeichen von Apple fast eins zu eins wiederholt, bekam Janiszewski im Mai zun├Ąchst einen informellen Brief einer Anwaltskanzlei, mit der Bitte die Domain an Apple kostenlos zu ├╝bergeben. Kurz darauf folgte dann eine offizielle Vorladung vor Gericht. Apple argumentiert damit, dass die phonetischen und graphischen Eingenschaften der Domain identisch mit denen von "Apple" sind. Deswegen sollen die Rechte auf das Unternehmen ├╝bertragen werden. Janiszewski will sich dem Kampf stellen: "In einem Telefongespr├Ąch hat mir der Firmen-Anwalt erz├Ąhlt, Apple bef├╝rchte, dass diese Domain chinesische F├Ąlscher f├╝r ihre Ware ├╝bernehmen und so dem Gesch├Ąft schaden k├Ânnen. Soll das aber ein Einwand f├╝r das Gerichtsverfahren und die Domain├╝bertragung sein? Es entsteht ein Eindruck, dass Apple hier aus seiner Machtposition handelt und eine Privatperson unter Druck setzt."

Apple hat dem Domain-Betreiber ein Angebot in H├Âhe von 6.000 US-Dollar f├╝r die Domainrechte unterbreitet. Ein Experte auf dem polnischen Domain-Mark, Daniel Dryzek, findet diesen Preis zu niedrig: "Die Domain ap.pl k├Ânnte ab 10.000 bis zu mehreren 100.000 US-Dollar wert sein. Das j├╝ngste Beispiel ist der Kauf von nn.pl - die niederl├Ąndische Firma Nationale Nederlanden kaufte die Domain f├╝r eine ungenannte Summe", die sich in diesen Rahmen bewegte (Anm. der Red.).

Apple ist auf dem polnischen Domain-Markt schon l├Ąnger aktiv: 2010 wollte das Unternehmen das Blog applemania.pl schlie├čen, 2012 sollte die Lebensmittelseite a.pl an das Unternehmen ├╝bergeben werden. Beide Verfahren waren f├╝r Apple erfolglos. Applemania.pl funktioniert nach wie vor wie ein Apple-Blog, allerdings auf Tschechisch, der Lebensmittel-Shop verkauft seine Waren unter a.pl heute wie auch 2012.

Kurioserweise hat Apple erst 2006 seine Streitigkeiten um den Namen und das Logo mit dem angebissenen Apfel mit der britischen Plattenfirma Apple Corps. beigelegt. Als Folge waren Beatles bis 2010 nicht im iTunes Store verfügbar . 

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