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Apple sucht RISC-V-Entwickler: Konkurrenz zu ARM?

05.09.2021 | 06:45 Uhr | Stephan Wiesend

Eigentlich setzt Apple voll auf die ARM-Architektur, die Open Source-Alternative RISC-V könnte aber in Zukunft immer wichtiger werden.

Erfährt man, dass Apples „Vector and Numerics Group“ Entwickler mit RISC-V-Kenntnissen sucht , führt dies schnell zu Spekulationen. So fragt sich wohl mancher, ob Apple nach Alternativen zu ARM-CPUs suche. Bei Befehlssatzarchitektur RISC erinnern sich ältere Mac-Fans schließlich an die 90er-Jahre und Chip-Architekturen wie DEC Alpha, MIPS und IBMs PowerPC, die damals Intel Konkurrenz machten.-

Man kann hier nur raten, nach unserer Einschätzung ist es eher unwahrscheinlich, dass Apple hier schon nach ARM-Nachfolgern sucht. Dass Apple offensichtlich RISC-V nutzt, ist aber schon allein interessant. RISC (Reduced Instruction Set Computer) bildet hier zwar die Grundlage, es handelt es sich aber doch um eine recht neues Projekt, das 2010 an der Universität Berkeley gestartet wurde. Wie die Stellenanzeige für Apples zeigt, soll der Bewerber sich offensichtlich um den Embedded-Bereich und die Softwareentwicklung für hochintegrierte Chips kümmern. Das sind hoch spezialisierte Recheneinheiten, die etwa in einem iPhone für Netzwerk oder Kompression zuständig sind und die ARM-CPU entlasten. Laut Stellenanzeige sucht man nach einem (möglicherweise auch mehreren) Programmieren mit Erfahrung in RISC-V ISA und ARM Neon Vector ISA – um in Bereichen wie Machine Learning, Sprachverarbeitung und Computational Vision zu arbeiten. Die Vector and Numerics Group ist bei Apple eine Unterabteilung der Abteilung Core Operating Systems und für die Embedded-Systeme von iOS, watchOS, tvOS und macOS zuständig – so hat etwa der T2-Chip eines Macs ein eigenes Betriebssystem namens SEPOS. Diese effizienten Prozessoren ermöglichen oft erst Funktionen wie Sprachsteuerung oder Funktionen wie FaceID.

RISC-V

Vor allem in China scheint sich die RISC-V-Architektur steigender Beliebtheit zu erfreuen , nicht zuletzt dank der Handelsstreitigkeiten mit den USA. Handelt es sich doch um eine von der Universität Berkeley entwickelte und unter der BSD-Lizenz freigegebene Technologie, dank der jeder ohne Lizenzzahlungen Prozessoren entwerfen, herstellen und vertreiben kann . Schon 2019 hatte etwa Alibaba den XuanTie 910 vorgestellt, eine 16-Kern-CPU auf RISC-V-Basis. Bei Nutzung der ARM-Lizenz werden dagegen Gebühren fällig. Sowohl für Apple, das hohe Lizenzgebühren an ARM zahlt, als auch chinesische Zulieferer von Apple ist deshalb RISC-V wohl hochinteressant. Nicht zuletzt kann ein Staat wie die USA nicht einfach die Nutzung der Technologie verbieten. Bekannteste Hersteller marktreifer RISC-V-Prozessoren sind aber bisher Firmen außerhalb Chinas wie Andes Technology (Taiwan), Codasip (Tschechien) und SiFive (USA). Ein Chip von Andes ermöglicht etwa bereits in einem Gerät namens Cyberon Dspotter Spracherkennung .

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