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Apple und Co. kaufen wohl illegales Gold aus dem Regenwald

26.07.2022 | 11:20 Uhr | Halyna Kubiv

Trotz der Bemühungen nur auf "saubere" Materialien zu setzten, wird Apple immer wieder beschuldigt, illegales Gold zu kaufen.

Ein aufwendiger Bericht von "Reporter Brazil" beschuldigt Apple, Amazon, Google (Alphabet) und Microsoft, illegales Gold aus dem Regenwald in Brasilien zu kaufen (via 9to5mac ). Apple und Alphabet benötigen das Edelmetall für die Hauptplatinen von Smartphones – auch Lightning-Konnektoren sind mit Gold bedeckt, damit sie nicht rosten. Microsoft und Amazon nutzen angeblich Hardware mit dem illegal erworbenen Edelmetall in Serverfarmen. 

"Reporter Brazil" geht in seinem Bericht auf zwei große Zulieferer ein: das italienische Unternehmen Chimet und das brasilianische Marsam. Nach Angaben der Publikation ermittelt die brasilianische Polizei seit mindestens 2021 in Sachen illegales Goldschürfen gegen die italienische Firma. Demnach habe sie unter anderem Gold von Giácomo und Mauro Dogi gekauft, die laut der polizeilichen Ermittlungen sich in einer kriminellen Organisation beteiligt hätten. 

Regenwald für illegale Minen abgeholzt

Die Abstammung vom illegalen Gold ist ein strukturelles Problem auf mehreren Ebenen, legt der Bericht von "Reporter Brazil" dar. Zum einen können die Erstverkäufer des Edelmetalls beim Verkauf einfach ankreuzen, dass das Gold aus zertifiziertem Abbau stammt. Diese Tatsache zu überprüfen, ist jedoch keine Pflicht für den Käufer. Verkauft dieser das so gewonnene Gold weiter, ist es praktisch "gewaschen", also als legal eingestuft. Zum anderen verleihen die europäischen und US-amerikanischen Zertifizierungsbehörden wie RMI (Principles for Responsible Investment) oder LBMA den Zulieferern eine zusätzliche Legalitätsbestätigung, gehen bei ihren Überprüfungen nicht gründlich genug vor und verlassen sich allzu sehr auf die Berichte der Zulieferer selbst. So bemängeln die Experten bei Earthwork , einem Watchdog, dass solche Zertifizierungsbehörden ihre Glaubwürdigkeit durch ihre wenig transparente Praktiken eingebüßt haben. 

Apple hat sich als einziges Unternehmen auf die Anfragen von "Reporter Brazil" zurückgemeldet. Demnach arbeitet das Unternehmen mit dem Zulieferer Chimet nicht mehr zusammen. Allerdings findet sich Marsam auf der Zuliefererliste vom aktuellen Bericht "Conflict Minerals Report" aus dem Jahr 2021.

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