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Apple und TikTok schwänzen Senats-Anhörung zur Datensicherheit

06.11.2019 | 12:30 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Der US-Senat will sich die Antworten mancher Unternehmen anhören, wie sie mit Personendaten umgehen.

Leere Stühle: Apples Beziehungen zu China sind eine besondere Geschichte, der US-Senat hätte in einer Anhörung gerne ein paar mehr Kapitel daraus vorgetragen bekommen. Doch zu dem gestern angesetzten Hearing mit dem sehr zurückhaltend formulierten Titel "Wie Unternehmen und Big Tech unsere Daten Kriminellen, China und anderen üblen Akteuren aussetzen" war keine Apple-Vertreter erschienen, auch die ebenfalls geladenen Repräsentanten der App TikTik glänzten durch Abwesenheit.

Die Strafe: Der Untersuchungsausschuss stellte zwei leere Stühle mit Namensschilder der abwesenden Unternehmen auf, einer Art Pranger gleich. Senator Josh Hawley (Republikaner aus Missouri) unterstellte in einem Tweet dann auch gleich in einer rhetorischen Frage, ob Apple und TikTok etwas zu verbergen hätten.

Während TikTok sich einem Vorwurf stellen muss, seine Mitarbeiter löschen angeblich kritische Beiträge, die Chinas Regierung nicht gefallen, wie zum Beispiel die Erwähnungen zu den Studentenmorden am Platz des Himmlischen Friedens oder über die Unabhängigkeit  Tibets, verfolgt Apple die Geschichte mit der gelöschten App, die die Proteste in Hong Kong in Echtzeit abzubilden versuchte. Zur Erinnerung: HK Livemap wurde dazu programmiert, um die Anwohner über die Tränengas-Einsätze in der Stadt, Polizei-Patrouillen etc. zu warnen. Diese wurde zunächst mal im App Store abgelehnt. Als der Aufschrei immer lauter wurde, hatte Apple die App durchgewunken, um sie ein paar Tage später wieder aus dem App Store zu schmeißen. Angeblich wurden die lokalen Gesetze durch sie verletzt und sogar einzelne Polizisten angegriffen. Stand heute ist, die App fehlt im App Store und Apple muss sich nicht ganz unberechtigten Vorwürfen stellen, dass das Unternehmen vor Chinas Regierung kuscht.

Ein anderer Kritikpunkt vom Senator Hawley war die chinesische iCloud: Die Nutzer in China sind nicht sicher, wie viel Einsicht die chinesische Regierung in die Daten hat. Apple speichert diese Daten in China, behauptet jedoch, die Verschlüsselung selber zu verwalten. Hawley zweifelt jedoch daran.

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