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Apple und Trump: Keine Folgen zunächst

09.11.2016 | 11:40 Uhr |

Am 1. April hatten wir noch gescherzt und nie gedacht, dass uns die Realität einholen würde. Doch das ist passiert. Eine Klarstellung.

Manche Aprilscherze machen deshalb Spaß, weil sie so knapp an der Realität vorbeigehen, dass sie nicht nur wahr schein könnten, sondern sogar wahr werden. Im Heft 4/2001 hatten wir beispielsweise gescherzt, Apple würde dem neuen iMac G4 15 Zoll noch ein zweites Modell nebenan stellen, mit 17-Zoll-Display. Das ist wenige Monate danach tatsächlich passiert, später gab es für die "Schreibtischlampe" sogar noch eine Fassung mit 20 Zoll. Im Jahr 2010 erfanden wir für macwelt.de ein Sondermodell des noch nicht einmal in die USA in den Handel gegangenen originalen iPad - mit Kamera, die sogar ein Wärmebild aufzeichnet. Seit 2011 hat das  iPad Kameras...

Spaß machen auch die Scherze, in denen man ein Produkt erfindet, das man so gerne von Apple gehabt hätte. Den intelligenten Kühlschrank iFridge von 2012 zum Beispiel oder ein Jahr zuvor das Elektrofahrrad iCycle . Nur hatten wir in diesem Frühjahr den schon seinerzeit schmutzig werdenden Präsidentschaftswahlkampf auf die Schippe genommen und kühn gescherzt, Apple wolle Kalifornien verlassen, falls Donald Trump Präsident würde . Stattdessen ließe man sich in Irland und in der Parkstadt Schwabing im Norden Münchens nieder, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Microsoft und eben auch unserem Bürogebäude.

Wie es bei Satire nun einmal der Fall ist, versteht sie nicht jeder und nicht zu jeder Zeit, die Kollegen des Postillon können ein Lied davon singen, machen aber auch einen Gutteil ihres Geschäfts mit leichtgläubigen Lesern. In unserer Absicht stand es niemals, unsere Leser außerhalb des 1. April in die Irre zu führen, wir haben den Spaß dennoch online belassen. Und stellen am heutigen 9. November fest, dass der Artikel wieder zu den am meisten geklickten auf unserer Website gehört.

Wir wissen nicht, was man bei Apple wirklich über den Wahlausgang denkt, bei einem Ergebnis von 60 zu 40 für Hillary Clinton in Kalifornien kann man aber davon ausgehen, dass die meisten Einwohner des Silicon Valley die kommenden vier Jahre mit einem Präsidenten zurechtkommen müssen, den sie nicht gewählt haben, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Gewiss ist aber auch, dass Apple Kalifornien niemals verlassen will. Glücklicherweise endet die Macht selbst des US-Präsidenten in vielen Bereichen vor dem Werkstor Apples und anderen Firmen, kaum wird Trump den Mac-Hersteller dazu zwingen können, sein im Ausland gelagertes Kapital in die USA zurück zu führen oder gar die Produktion von iPhones und Macs vom Perlfluss in den Rust Belt zu verlegen. Wir werden die Implikationen aber weiter beobachten - das Scherzen über US-Politik ist uns aber erst einmal vergangen. Dass Tim Cook unter den Kandidaten für den Posten des Running Mate von Hillary Clinton war, ist übrigens kein Witz gewesen.

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