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Apple und die Verbraucherschützer

05.03.2007 | 13:29 Uhr |

Apple und die Verbraucherschützer

Die Auseinandersetzung um das Apple-DRM Fairplay geht nun schon ins zweite Jahr. Verbraucherschutzorganisationen kritisieren die mangelnde Wahlfreiheit der Musikkäufer: Wer im iTunes Store kauft, ist auf den iPod angewiesen und umgekehrt. Dass mittlerweile auch Microsoft mit dem Zune auf ein proprietäres System setzt, ist vorerst zweitrangig: Den Markt dominiert nun einmal Apple. Zwistigkeiten mit Verbraucherschützern bestehen in mehreren Ländern.

Norwegen: Der norwegische Verbraucherombudsmann Bjørn Erik Thon forderte Apple am 25.1.2007 ultimativ auf, bis zum 1. Oktober 2007 anderen Unternehmen Code bereitzustellen, damit Musik- und Videodateien aus dem iTunes Store nicht mehr nur auf dem iPod von Apple abgespielt werden können. Sollte Apple die Forderung ignorieren, wollen die Verbraucherschützer vor Gericht ziehen. Selbst eine Schließung des iTunes Store in Norwegen sei nicht ausgeschlossen.

Deutschland, Frankreich, Finnland: Zuvor hatten bereits Verbraucherschutzverbände aus Deutschland, Norwegen, Finnland und Frankreich den Apple-Konzern aufgefordert, sein System zum „Digital Rights Management“ (DRM) für andere Musikplayer zu öffnen. Das deutsche Amt für Verbraucherschutz betrachtet die Bedingungen von iTunes als Beispiel einer allgemeinen Entwicklung, bei der die Rechte der Verbraucher ständig weiter eingeschränkt würden. Auch die Niederlande wenden sich gegen iTunes. Die Ablehnungsfront in Europa wird größer.

Niederlande: Der niederländische Verbraucherverband reichte ebenfalls Ende Januar eine offizielle Beschwerde ein. „Wir wollen von Apple, dass das Unternehmen die Hürden beseitigt, die es derzeit unmöglich machen, iTunes-Lieder auf anderen Abspielgeräten als dem iPod anzuhören“, erklärte ein Sprecher des Verbandes der Nachrichten-agentur AP. „Verbraucher, die ein Musikstück vom iTunes Store herunterladen, sollten nicht für den Rest ihres Lebens auf einen iPod angewiesen sein“, führte er die Forderung aus.

USA: Der oberste Kartellwächter des US-Justizministeriums Thomas Barnett unterstützt Apple in dessen Debatten um Regulierungen des iTunes-DRM in Europa. Barnett hatte schon im September 2006 den europäischen Behörden geraten, dass sie es sich besser zweimal überlegen, bevor sie gegen „populäre neue Technologien“ mit Regulierungen vorgehen.

Frankreich: Frankreich stellte schon im Juli 2006 das illegale Kopieren von Filmen und Musik aus dem Internet unter Strafe, schreckt aber vor einem Streit mit den USA über den Zwang zur Kompatibilität aller Musikformate zurück. Das französische Parlament billigte ein Gesetz zum Schutz der Autorenrechte im Internet, das einen abgestuften Strafkatalog für illegales Kopieren vorsieht. Das Gesetz schreibt dabei vor, dass alle digitalen Formate miteinander kompatibel sein müssen, verweigert allerdings Verbrauchern die Möglichkeit, diese Forderung durchzusetzen.

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