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Apple verletzt Arbeitsgesetz in China: Zu viele Zeitarbeiter

10.09.2019 | 09:35 Uhr | Halyna Kubiv

Die iPhone-Produktion läuft offenbar auf Hochtouren, daher benötigt Foxconn mehr Mitarbeiter. China Labour Watch moniert zu viele Zeitarbeiter.

Update vom 10.09.2019:

Dementi: Apple weist Berichte des chinesischen Watchdogs China Labor Watch zurück, nachdem es in den Foxconn-Fabriken, in denen Arbeiter iPhones fertigen, zu massiven Verletzungen des Arbeitsrechts komme. "Wir haben bestätigt, dass alle Arbeiter angemessen entlohnt werden, einschließlich aller Überstundenlöhne und Zuschläge, dass alle Überstunden freiwillig waren und es keine Anzeichen von Zwangsarbeit gab," heißt es in einem Statement. Apple räumt jedoch ein, dass der Anteil der Zeitarbeiter die "Standards übertreffe" – nach chinesischem Recht dürfen nicht mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter befristet beschäftigt sein,  China Labor Watch spricht von einer Rate von 50 Prozent – in seinem Statement nennt Apple keine konkreten Zahlen.

Ursprüngliche Meldung vom 09.09.2019

China Labour Watch beobachtet schon lange die Entwicklungen auf dem chinesischen Arbeitsmarkt und veröffentlicht regelmäßig seine Berichte. Zuletzt monierte der Watchdog einige Umstände bei Foxconn , die die iPhone-Produktion verursacht hat. In der letzten Zeit konnte China Labour Watch knapp 50 Prozent der Zeitarbeiter in der Fabriken beobachten. Diese gestiegene Zahl der nur für kurze Zeit eingestellten Mitarbeiter sei nach chinesischen Gesetzen illegal: Nur rund ein Zehntel der gesamten Belegschaft müssen die Zeitarbeiter betragen. Laut der Beobachter beträgt die Gesamtzahl aller Mitarbeiter bei Foxconn während des Jahres knapp 60 000 Arbeiter, bei der iPhone-Saison vom August bis November sollte sie gleich 150 000 Mitarbeiter betragen. Das Problem mit den kurzzeitig eingestellten Arbeiter sei auch relativ neu – erst seit 2016 habe Foxconn damit begonnen, die Zeitarbeiter vermehrt einzustellen. Demnach erhalten sie etwas höhere Löhne als die Festangestellten, über das ganze Jahr lohnt es sich für Foxconn, weil das Unternehmen die zusätzlichen Arbeitskräfte nicht bei den Flaute-Monaten bezahlen muss.

Nach China Labour Watch habe Focxonn die externen Firmen mit dem Recruiting beauftragt, diese locken oft die Menschen mit Bonus-Versprechen, die nach dem Beschäftigungsende ausbezahlt werden. Oft werden solche Auszahlungen nicht wie versprochen getätigt. China Labour Watch berichtet von Protesten im Dezember 2018. Damals zahlte Foxconn bzw. die Zeitarbeitsfirmen die höchsten Prämien für die Arbeiter, die länger als 55 Tage in der Fabrik gearbeitet hatten – 1190 bis 1260 US-Dollar. Rund zweihundert Zeitmitarbeiter haben sich am 13.12.2018 beim Haupteingag versammelt und haben ein Banner als Protest gegen nicht ausgezahlte Prämien hochgehalten. Nach zwei Stunden wurden sie von einem Fabrikmitarbeiter zu einem Meeting wohl bezüglich ihrer Proteste abgeholt. China Labour Watch hat keine Informationen darüber, wie das Treffen abgelaufen ist.

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