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Apple verteidigt seinen App Store

31.05.2019 | 08:32 Uhr | Peter Müller

Gegen den App Store ist eine Sammelklage zugelassen, Apple reagiert mit einer öffentlichen Erklärung.

In den USA ist die Sammelklage Apple vs. Pepper um die Monopolstellung des App Store zugelassen, auch die EU strengt eine Untersuchung an. Apple hat nun eine Antwort in Form einer Seite über " Prinzipien und Praxis " des App Store veröffentlicht - und will damit vor allem die Öffentlichkeit auf seine Seite ziehen, denn vor Gericht könnten die Argumente ein wenig dünn sein.

Apple rechtfertigt die Monopolstellung des App Store und der damit verbundenen 30-Prozent-Gebühr mit dem hohen Aufwand an Sicherheit, den es betreibe. Täglich würden 100.000 Apps und Updates überprüft, rund 40 Prozent der Einreichungen abgelehnt. Man schütze seine Kunden, insbesondere Kinder, nicht nur vor schadhafter Software, sondern auch vor Pornographie und Gewaltdarstellungen. In dem Zusammenhang muss man aber fragen, was Apple auf dem Mac unternehme, derartige Software und Inhalte zu verhindern, denn auf der anderen Plattform lassen sich ohne Weiteres Programme für fragwürdige Inhalte außerhalb des Mac App Store installieren - und auch unter iOS sind solche nur eine Browserreichweite entfernt. Die implizite Drohung "Wenn wir die Kontrolle nicht mehr ausüben können, sind Eure Kinder in Gefahr" verfängt also nicht wirklich.

Auch rühmt sich Apple, mit dem App Store eine reichhaltige Entwicklerplattform geschaffen zu haben, die für Millionen von neuen Jobs sorgte. Doch sind diese Entwickler eben nicht nur für den App Store tätig, sondern auch für andere Plattformen, Apple gebührt gewiss Dank für wichtige Impulse für die App-Ökonomie, aber nicht der exklusive.

Apple widerspricht in seinem Schreiben auch dem Vorwurf, Konkurrenten zu seinen eigenen Apps und Services zu behindern, Cloud-Anbieter wie Dropbox oder Musikstreamer wie Spotify seien sehr wohl im Fokus des Angebots. Doch erwähnt Apple nicht, dass man für die Synchronisation von iOS-Geräten und Macs auf iCloud angewiesen ist und Anwendungen wie WebKit, Mail oder Maps obligatorisch sind und man keine anderen als Standard definieren kann - wie es am Mac eben möglich ist.

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