2476129

Apple wegen Coltan-Abbau in Kongo verklagt

16.12.2019 | 09:42 Uhr | Peter Müller

Immer wieder kommen Vorwürfe gegen große Elektronik-Hersteller, sie beziehen wohl Rohstoffe aus den Minen mit Kinderarbeit.

Klage : Der wunde Punkt der Elektronik sowie der Elektromobilität sind Lithiu-Ionen-Batterien – auch und gerade wegen der Bedingungen, unter denen das dafür nötige Kobalt gewonnen wird. Das zugrunde liegende Mineral Coltan stammt vorwiegend aus der Demokratischen Republik Kongo und wird dort unter teils fragwürdigen Bedingungen in Minen von Warlords auch von Kindern abgebaut.

Apple versucht zwar stets die Herkunft der für seine Produkte notwendigen Rohstoffe zu belegen und besteht darauf, kein Konfliktmaterial zu beziehen, doch das hat nicht verhindert, dass der Mac-Hersteller in eine Sammelklage aufgenommen wurde, die sich auch gegen Microsoft, Tesla, Google und Dell richtet. Der Vorwurf: Die Unternehmen würden es zumindest billigend in Kauf nehmen, Kobalt aus Minen zu beziehen, in denen Kinderarbeit an der Tagesordnung ist und somit von den illegalen Aktivitäten der Warlords profitieren. "Die Kinder, die  Kobalt für die Angeklagten im Bergbau abbauen, werden nicht nur zur Vollzeitarbeit gezwungen, auf Kosten ihrer Ausbildung und Zukunft", heißt es in der Klage, "sie werden regelmäßig auch verstümmelt und durch Tunneleinbrüche und andere bekannte Gefahren getötet, die im Kobaltbergbau in der Demokratischen Republik Kongo üblich sind".

Eingereicht hat die Klage der Menschenrechtsanwalt Terrence Collingsworth von International Rights Advocates im Namen zahlreicher Kläger aus dem Kongo am Bezirksgericht im District of Columbia.

Apple beteuert immer wieder, sehr strengt auf seine Lieferkette zu achten und keine Rohstoffe aus nicht vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen.

Macwelt Marktplatz

2476129