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Apple wegen Loot-Boxen in Spielen verklagt

15.06.2020 | 12:50 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Eine Klägerin aus den USA beanstandet, dass Apple im App Store keinerlei Infos liefert, ob eine Apple sogenannte Loot Boxen verkauft.

Klage: Sogenannte Loot Boxen in Spielen, die überraschende Werkzeuge enthalten oder Funktionen freischalten und die man oft mit echtem oder virtuellem Geld kaufen kann, sind manchen Gamern seit Langem ein Dorn in Auge, was zahlreiche Klagen gegen die Entwickler solcher Titel zeigen. Nun will in Kalifornien eine Klägerin auch gegen Apples App Store vorgehen, der solche Spiele mit Loot Boxen anbietet, ohne sie explizit zu kennzeichnen.

Rebecca Taylor aus Kalifornien stört sich daran, dass ihr minderjährigen Sohn Geld für Loot Boxen in einem Spiel namens "Brawl Stars" ausgegeben hat. Den Verlust schätzt die Klägerin auf 25 US-Dollar, ausgegeben durch einen iTunes-Gutschein, und eine nicht genannte abgezogene Summe von der eigenen Kreditkarte. Nach Ansicht der Klägerin verstoßen Loot Boxen wegen ihres Glücksspielcharakters gegen kalifornisches Recht, wenn sie nicht klar die Wahrscheinlichkeit des Gewinns angeben. Noch ein Punkt, die die Klägerin bemängelt, sind inadäquate Altersangaben für die Apps mit Loot Boxen. So ist das Spiel "Brawl Stars" für die Alterskategorie der Kinder ab 9 Jahre freigegeben, wenn eine App jedoch Loot Boxen anbietet, soll sie nicht für Kinder verfügbar werden, so Klägerin weiter. Ob die Klage zu einer Sammelklage werden kann, steht noch nicht fest, berichtet Engadget.

Apple hat bereits in der Vergangenheit Ungunst von Eltern auf sich gezogen , indem die iPhones, iPads und iPods den Kindern allzu leicht den Zugang zu der elterlichen Kreditkarte gewährten und so in manchen Fällen mehrere Tausende Euro auszugeben erlaubten. Die Kindersicherung und Kontoschutz hat der Entwickler jedoch seitdem deutlich verbessert, nach Wunsch kann man das iOS so einstellen, dass jeder In-App-Kauf durch ein Passwort verifiziert werden muss. Seit 2018 verlangt Apple von den Spieleentwicklern, bei den Loot Boxen die Wahrscheinlichkeit auf einen wertvollen Gewinn anzugeben. Ob diese Vorkehrungen genügen, muss nun das Gericht entscheiden.

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