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Apple wegen Siri vor Gericht: Klage im zweiten Anlauf zugelassen

06.09.2021 | 13:50 Uhr |

Apple muss vor Gericht. In den USA wurde eine Sammelklage gegen den digitalen Assistenten Siri zugelassen. Der Klage zufolge würden Audiodateien unerlaubterweise an Dritte weitergegeben und für Werbezwecke genutzt.

Ein US-Richter hat am vergangenen Donnerstag eine Sammelklage gegen Apple zugelassen, der Fall geht somit vor Gericht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Thema ist die vermeintliche Verletzung der Privatsphäre von Apple-Kunden durch den digitalen Assistenten Siri. Sie werfen Apple vor, Audioaufnahmen durch Siri zu speichern und an Dritte weiterzugeben, wobei es sich dabei teilweise um private und intime Daten handle.

Die Klage beschäftigt Anwälte und Richter seit August 2019. Im Februar 2021 hat der Richter diese Klage abgewiesen ( wir haben berichtet ), die Kläger hatten allerdings noch eine Möglichkeit, die Anklageschrift zu modifizieren. Bei dem zweiten Anlauf waren Apples Argumente nur zum Teil überzeugend, so wird sich erneut das Gericht der Sache annehmen.

Versehentliche Aktivierungen sollen für Werbezwecke genutzt werden

Die Kläger werfen Apple vor, Audioaufnahmen, die durch Siri aufgezeichnet werden, an Drittunternehmen weiterzugeben, die dadurch gezielt Werbung an die Kunden ausspielen können. So würden auch versehentliche Aktivierungen von Siri genutzt, um Informationen zu erhalten, die dann von Dritten genutzt werden könnten. So behauptet ein Siri-Nutzer, nach einem vertraulichen Gespräch mit seinem Arzt über eine chirurgische Behandlung gezielt Werbung für dieses Verfahren angezeigt bekommen zu haben. Apple behauptet hingegen, dass Audioschnipsel, die von Siri zur Qualitätsverbesserung aufgezeichnet werden, vollständig anonymisiert werden, sodass keine Identifikation einzelner Personen möglich sei.

Teilen von Audioaufnahmen kann deaktiviert werden

Seit iOS 13 werden Siri-Nutzer aktiv gefragt, ob Sie der Analyse von Siri-Anfragen durch Apple zustimmen möchten. Wenn sie dies ablehnen, werden keine Daten von Apple gespeichert. Die Anfragen werden dennoch auf Apples Servern verarbeitet, eine gängige Praxis bei digitalen Assistenten, um die notwendige Rechenleistung und Datenbank bereitstellen zu können. Mit der neuen iOS-Version 15 sollen aber auch viele Anfragen an Siri direkt auf dem eigenen Gerät bearbeitet werden können.

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