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Apple will klimaneutrale Lieferkette bis 2030

21.07.2020 | 14:49 Uhr | Peter Müller

Alle Energie, die Apple selbst aufwendet, kommt heute schon aus regenerativen Quellen. In zehn Jahren soll auch die komplette Lieferkette CO2-neutral sein.

Bis zum Jahr 2030 will Apple komplett klimaneutral sein. Schon heute beziehen Apples Stores und die eigenen Bürogebäude ihre Energie aus nachhaltigen Quellen, die Unternehmen der Lieferkette sollen bis zum Jahr 2030 komplett CO 2 -neutral agieren. Das sei 20 Jahre früher als das vom IPCC definierte Klimaziel, stellt das Unternehmen in einer Pressemitteilung fest.

Das ehrgeizige Ziel: Bis 2030 jedes verkaufte Apple-Gerät keinerlei Auswirkungen auf das Klima haben wird, in Entwicklung, Produktion und Vertrieb kämen nur regenerative Energiequellen zum Einsatz. "Unternehmen haben die große Chance, beim Aufbau einer nachhaltigeren Zukunft mitzuhelfen, die aus unserer gemeinsamen Sorge um unseren Planeten entsteht", erklärt Apple-CEO Tim Cook. "Die Innovationen, die unsere ökologischen Anstrengungen antreiben, sind nicht nur gut für unseren Planeten — sie haben uns dabei geholfen, unsere Produkte energieeffizienter zu machen und neue Quellen sauberer Energie auf der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen. Der Klimaschutz kann die Grundlage für eine neue Ära an Innovationen sein, die Arbeitsplätze schaffen und zu dauerhaftem Wirtschaftswachstum beitragen. Mit unserer Verpflichtung zur Klimaneutralität hoffen wir, wie ein Stein zu sein, der in einen Teich geworfen wird, und Wellen auszulösen, die viel größere Veränderungen bewirken."

Apple will konkret in zehn Jahren seine verbliebenen Emissionen um 75 Prozent senken und für die restlichen 25 Prozent Lösungen entwickeln, um CO 2 "beseitigen" zu können.

Apple plant, in seinen Produkten mehr kohlenstoffarme und recyclete Produkte einzusetzen, dabei helfe etwa der Recycle-Roboter Dave, der etwa aus den Taptic Engines alter iPhones seltene Erden zurück gewinnt – die gar nicht mal so selten sind, aber nur mit hohem Energieaufwand aus Erzen extrahiert werden. Erste Erfolge hat Apple bereits erreicht, alle iPhones, iPads, Macs und Apple Watches, die in vergangenen Jahr auf dem Markt kamen, verwenden schon jetzt zu 100 Prozent aus Recycling gewonnene seltene Erden, das Aluminium der Gehäuse verwertet Apple schon seit Jahren wieder.

Apples in Austin, Texas betriebenes Labor, das an Recycling-Technologien arbeitet, werde mit der Carnegie Mellon Universität kooperieren. In seiner Energiebilanz für 2019 habe Apple 4,3 Millionen Tonnen CO 2 eingespart, der Energieverbrauch von Apple-Geräten sei in den letzten elf Jahren um 73 Prozent gefallen.

Bereits 70 Zulieferer haben sich zum 100-Prozent-Ziel in Sachen "grüner" Energie verpflichtet, Apple hofft, auf diese Weise 14,3 Millionen Tonnen CO 2 jedes Jahr einzusparen. Neue Kraftwerke in Arizona, Oregon und Illinois erhöhen die bereit gestellte Leistung auf 1 GW – damit ließen sich 150.000 Haushalte versorgen. In Skandinavien nimmt Apple demnächst eine der größten Solaranlagen weltweit in Betrieb, ähnliche Projekte in Thailand und auf den Philippinen sind in Arbeit.

In Sachen CO 2 -Rückgewinnung setzt Apple vorwiegend auf Aufforstung hier kooperiert das Unternehmen mit The Conservation Fund, dem World Wildlife Fund und Conservation International. In China, den USA, Kolumbien und Kenia will Apple in diesem Rahmen bereits eine Million Hektar Wald geschützt haben.

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