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Umstrukturierung bei Apples 5G-Team: Einer kommt, einer geht

30.04.2019 | 14:06 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Erst gestern wurde bekannt, dass Apple einen hochkarätigen 5G-Ingenieuren von Intel abgeworben hat.

29.04.2019: Apple wirbt 5G-Teamleiter von Intel ab
30.04.2019: 5G-Projektleiter von Apple geht


Apple einigt sich zähneknirschend mit Qualcomm , weil Intel seine Entwicklung von 5G-Modems einstellt – das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn am Ende von Intels 5G-Projekt trägt Apple offenbar eine Mitveranwortung, wie der britische "Telegraph" feststellt . Aus einer internen E-Mail, die der Zeitung vorliegt, geht hervor, dass Apple im Februar den Ingenieur Umashankar Thyagarajan von Intel abgeworben hat, der dort für den 5G-Chip XMM 8160 wesentliche Beiträge leistete.

Nach dem Wechsel musste Intel seine Entwicklung überdenken und kam letztendlich zum Schluss, die Bemühungen um ein 5G-Funkmodem einzustellen. Apple ist nach allgemeiner Auffassung unzufrieden gewesen mit dem Tempo, das Intel bei 5G an den Tag legt. Während die Konkurrenz bereits erste 5G-Smartphones in den Handel gebracht hat, hätte Intel kaum vor 2020 liefern können. Unbestätigten Gerüchten zufolge arbeitet Apple nun an einem eigenen Funkmodem, Thyagarajans Einstellung passt da ins Bild. Mit Qualcomm hat sich Apple indes auf einen sechsjährigen Liefervertrag geeinigt, Apple hat nun also ein wenig Zeit.

Die Meldungen von "Telegraph" bestätigt das Linkedin-Profil von Thyagarajan : Demnach ist er nach sechs Jahren bei Intel im Februar zu Apple gewechselt. Seine aktuelle Position in Cupertino ist Architecture Engineer. Seine Karierre hat Thyagarajan übrigens in München begonnen: Nach drei Jahren bei Infenion wechselt er zu einer kleineren Infineon-Tochter Lantiq GmbH in Neubiberg, die sich auf Netzwerk-Chips spezialisiert hat. 2015 wurde Lantiq von Intel gekauft, gleichzeitig mit dem Kauf zog der Ingenieur nach Kalifornien, wo er seitdem als Project Engineer 5G bei Intel arbeitete.

5G-Projektleiter von Apple geht


Umbau: Was auf den ersten Blick wie ein überraschender Rückschlag aussieht deutet wohl darauf hin, dass bei Apples Abteilung für 5G-Technologie vieles im Fluss ist: Ruben Caballero hat das Unternehmen verlassen. Die berichtete gestern "The Information" unter Bezug auf ein neues Organigramm, gegenüber "Appleinsider" haben das interne Quellen bestätigt, die anonym bleiben wollen. Caballero war seit 2005 bei Apple und dort für die Entwicklung von 3G, LTE und eben auch 5G verantwortlich. Zu etwas Bekanntheit war der Ingenieur im Jahr 2010 im Rahmen von "Antennagate" gekommen, er soll Steve Jobs davor gewarnt haben, dass das Design des iPhone 4 dazu führen könnte, dass Gespräche plötzlich abbrechen. Nach der Einigung mit Qualcomm und der Übernahme von Experten von Intel sei Apples 5G-Abteilung unter Umständen ein wenig überbesetzt, spekuliert "The Information". Zudem sei Johny Srouji zum Leiter des Projektes (wieder) ernannt worden, Caballero habe seinerseits auf den Posten direkt unter Hardware-Chef Dan Riccio spekuliert.  

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